
Die Buy-and-Hold-Strategie gilt als eine der erfolgreichsten Anlagestrategien für langfristig orientierte Anleger und Anlegerinnen. Im Gegensatz zu aktivem Trading oder Daytrading basiert die Buy and Hold-Strategie auf einem einfachen Prinzip: Wertpapiere kaufen und über lange Zeiträume halten – unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen und Kursschwankungen.
Ein beeindruckendes Beispiel für den Erfolg dieser Strategie liefert die Yale University: Mit ihrem revolutionären Endowment-Modell erzielte Yale über 36 Jahre hinweg eine annualisierte Rendite von 13,5%. Weitere Hintergründe und das Erfolgsrezept liefert der Artikel Das Ivy League-Portfolio: So investiert die amerikanische Eliteuniversität Yale.
Was früher nur Universitäten und institutionellen Investoren vorbehalten war, können heute auch deutsche Privatanleger nutzen. Mit modernen Finanzinnovationen wie dem iVC Venture Innovation Fund erhalten Sie direkten Zugang zu institutionellen Venture Capital-Strategien – bereits ab 10.000 Euro – und können diese mit einer klassischen Buy-and-Hold-Strategie kombinieren.
Was ist die Buy-and-Hold-Strategie?
Die Buy-and-Hold-Strategie ist eine passive Anlagestrategie, bei der Anleger Aktien, ETFs, Fonds oder andere Wertpapiere erwerben und diese über einen langen Anlagehorizont im Portfolio behalten. Die Grundidee: Statt auf kurzfristige Gewinne durch häufige Umschichtungen zu setzen, vertrauen Investoren auf das langfristige Wachstum der Märkte und Unternehmen.
Der Begriff "Buy and Hold" stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich "Kaufen und Halten". Diese Anlagestrategie wurde durch legendäre Investoren wie Benjamin Graham und seinen Schüler Warren Buffett bekannt. Auch der deutsche Börsen-Guru André Kostolany empfahl Anlegern, Wertpapiere zu kaufen, "Schlaftabletten zu nehmen" und Jahre später nachzusehen – ein einprägsames Bild für die Buy and Hold-Strategie.
Die Vorteile der Buy-and-Hold-Strategie
Die Buy and Hold-Strategie bietet zahlreiche Vorteile für Anleger und Anlegerinnen, die bereit sind, einen langen Atem zu beweisen:
Niedrige Kosten und Transaktionskosten
Ein wesentlicher Vorteil der Buy-and-Hold-Strategie liegt in den minimierten Kosten. Da bei dieser Anlagestrategie nur selten Wertpapiere gekauft oder verkauft werden, fallen deutlich weniger Transaktionskosten an als beim aktiven Trading oder Daytrading. Jeder Kauf und Verkauf im Depot kostet Geld – Gebühren, die die Rendite erheblich schmälern können.
Studien zeigen, dass Anleger, die eine Buy and Hold-Strategie verfolgen, über lange Zeiträume oft bessere Ergebnisse erzielen als aktive Trader. Der Grund liegt auf der Hand: Die gesparten Kosten fließen direkt in die Wertentwicklung des Portfolios.
Profitieren vom Zinseszinseffekt
Der Zinseszinseffekt ist das mächtigste Werkzeug beim langfristigen Vermögensaufbau. Bei der Buy-and-Hold-Strategie bleiben Gewinne im Portfolio investiert und arbeiten weiter für den Anleger. Über Jahrzehnte hinweg kann dieser Effekt zu exponentiell wachsendem Vermögen führen.
Ein Beispiel: Wer 10.000 Euro über 30 Jahre mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 7% investiert, erhält am Ende nicht 31.000 Euro (10.000 + 30 x 700), sondern 76.123 Euro. Diese Differenz verdeutlicht die Macht des Zinseszinseffekts, die vor allem Anleger mit langer Haltedauer und Geduld nutzen können. Mehr zu langfristigen Effekten durch regelmäßiges Investieren und verschiedene Anlagestrategien finden Sie im Beitrag So investieren Sie 100.000 €: Ein Überblick der Anlagemöglichkeiten.
Weniger Aufwand und Stress
Die Buy and Hold-Strategie erfordert deutlich weniger Aufwand als aktives Trading. Anleger müssen nicht täglich die Kurse beobachten, Prognosen studieren oder auf kurzfristige Trends reagieren. Diese Ruhe und der reduzierte zeitliche Aufwand machen die Anlagestrategie besonders attraktiv für Berufstätige und Anfängerinnen, die nicht ständig den Finanzmarkt im Blick haben möchten.
Statt permanent Entscheidungen treffen zu müssen, konzentriert sich die Buy-and-Hold-Strategie auf die sorgfältige Auswahl qualitativ hochwertiger Wertpapiere zu Beginn. Diese Methode reduziert emotionalen Stress und verhindert kostspielige Fehlentscheidungen in volatilen Marktphasen. Für eine disziplinierte und risikoarme Strategie ist das Konzept Dollar-Cost-Averaging und die richtige Diversifikation entscheidend.
Ausgleich von Marktschwankungen über die Zeit
Die Aktienmärkte unterliegen ständigen Schwankungen. Kurzfristig können die Kurse stark fallen – wie in Krisen gezeigt wurde. Langfristig jedoch zeigen historische Daten, dass die Börse über lange Zeiträume im Durchschnitt steigt. Die Buy and Hold-Strategie nutzt dieses Wissen: Durch die lange Haltedauer gleichen sich Kursschwankungen aus, und Kursverluste werden im Laufe der Zeit ausgeglichen.
Wer Aktien oder ETFs über 15 bis 20 Jahre hält, hat historisch betrachtet kaum noch ein Risiko, Verluste zu erleiden. Selbst wer zu ungünstigen Zeitpunkten eingestiegen ist, konnte durch die Buy-and-Hold-Strategie sein Vermögen mehren.
Ist die Buy-and-Hold-Strategie sinnvoll?
Die Buy and Hold-Strategie ist für viele Anleger sinnvoll, insbesondere für diejenigen mit einem langen Anlagehorizont von zehn Jahren oder mehr. Zahlreiche Studien und die Erfahrungen von Börsenlegenden wie Gerd Kommer bestätigen: Langfristig orientierte Investoren fahren mit der Buy-and-Hold-Strategie in der Regel besser als mit aktivem Trading.
Für wen ist die Buy and Hold-Strategie geeignet?
Die Anlagestrategie eignet sich besonders für:
Langfristig denkende Anleger: Wer bereit ist, sein Geld für mindestens zehn Jahre oder mehr zu investieren, profitiert maximal von der Buy-and-Hold-Strategie.
Berufstätige und Einsteiger: Die Strategie erfordert wenig Zeit und Wissen über kurzfristige Marktbewegungen. Anfängerinnen finden hier einen niedrigschwelligen Einstieg in die Geldanlage.
Geduldige Investoren: Wer über Geduld und Durchhaltevermögen verfügt und sich nicht von kurzfristigen Verlusten aus der Ruhe bringen lässt, ist für die Buy and Hold-Strategie prädestiniert.
Risikobewusste Anleger: Durch die breite Streuung in ETFs oder Fonds und die lange Haltedauer wird das Risiko erheblich reduziert.
Voraussetzungen für den Erfolg mit Buy and Hold
Damit die Buy-and-Hold-Strategie funktioniert, sollten Anleger einige Grundregeln beachten:
Diversifikation: Statt auf Einzelaktien zu setzen, empfiehlt sich die Investition in breit gestreute ETFs oder Fonds. Dies reduziert das Risiko einzelner Unternehmenskrisen. Warum Diversifikation so wichtig ist, zeigt auch der Artikel Diversifikation im Portfolio: Mit der 5-10-40-Regel – Praktische Strategien zur Risikominimierung und optimalen Asset-Allokation für Privatanleger.
Qualitätsauswahl: Die Auswahl der richtigen Wertpapiere ist entscheidend. Qualitätsunternehmen mit solidem Geschäftsmodell oder breit diversifizierte Indexfonds sind die beste Wahl für die Buy and Hold-Strategie.
Langer Atem: Die Strategie erfordert Durchhaltevermögen. Auch in Krisenzeiten sollten Anleger an ihrer Buy-and-Hold-Strategie festhalten und nicht in Panik verkaufen.
Buy and Hold mit alternativen Investments: Das Yale-Modell
Während die klassische Buy-and-Hold-Strategie meist auf Aktien und ETFs fokussiert ist, zeigt das Yale Endowment-Modell, wie diese Strategie auch mit alternativen Anlageklassen erfolgreich umgesetzt werden kann. Yale investiert langfristig in Venture Capital, Private Equity und andere illiquide Assets – und hält diese konsequent über viele Jahre.
Die Family Offices verwalten nach ähnlichem Prinzip durchschnittlich 45% ihres Vermögens in alternativen Anlagen, verglichen mit nur 30% in traditionellen Aktien. Diese Gewichtung spiegelt das Bestreben wider, durch weniger korrelierte Anlageklassen sowohl Renditen zu steigern als auch Risiken zu reduzieren – alles bei einem langfristigen Buy-and-Hold-Ansatz.
Institutionelle Buy-and-Hold-Strategien für Privatanleger
Was institutionelle Investoren auszeichnet, ist nicht nur die Auswahl alternativer Anlageklassen, sondern vor allem die Disziplin, diese über Jahrzehnte zu halten. Ein Überblick über die Vorteile von Illiquidität als Investmentchance findet sich in Illiquidität als Chance: Wie VC-Fonds langfristig ETF-Beta schlagen.
Moderne Investmentlösungen wie der iVC Venture Innovation Fund ermöglichen es Privatanlegern, diese institutionellen Buy-and-Hold-Strategien nachzubilden. Wichtig dabei: Auch bei alternativen Investments gilt das Buy-and-Hold-Prinzip – langfristig halten und nicht auf kurzfristige Bewertungsschwankungen reagieren. Ein genauer Blick auf die Chancen für Privatanleger findet sich im Artikel Venture Capital 2025: Exklusiver Zugang für Privatanleger – Chancen, Risiken und Strategien.
Venture Capital und die Buy-and-Hold-Strategie
Venture Capital ist per Definition eine Buy-and-Hold-Strategie: Investitionen werden über 7-10 Jahre gehalten, bevor sie durch Exit realisiert werden. Diese erzwungene Haltedauer hat sich als Vorteil erwiesen:
Britische VC-Fonds erzielten seit 2001 durchschnittlich das 2,13-fache des investierten Kapitals
Deutsche VC-Investments übertrafen sogar amerikanische Fonds mit 11% vs. 8% jährlicher Rendite
Wie Sie mit dieser und weiteren Strategien auch in volatilen Märkten bestehen, lesen Sie in Zinswende & VC-Bewertungen: Wie stark steigen die Discounts im Secondary Markt?.
Ist Buy-and-Hold die beste Strategie?
Ob die Buy-and-Hold-Strategie die beste Anlagestrategie ist, hängt vom individuellen Ziel und der persönlichen Situation ab. Für langfristig orientierte Privatanleger gilt sie jedoch als eine der erfolgversprechendsten Methoden.
Vergleich mit anderen Anlagestrategien
Im Gegensatz zum Daytrading oder aktiven Trading, wo Anleger versuchen, durch häufige Käufe und Verkäufe Gewinne zu erzielen, setzt die Buy and Hold-Strategie auf Ruhe und Gelassenheit. Zahlreiche Studien zeigen: Die Mehrheit der aktiven Trader erzielt langfristig schlechtere Renditen als passive Buy and Hold-Investoren – hauptsächlich aufgrund der hohen Transaktionskosten und emotionaler Fehlentscheidungen.
Auch im Vergleich zu Market Timing-Strategien schneidet die Buy-and-Hold-Strategie gut ab. Den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen, ist nahezu unmöglich. Selbst professionelle Investoren scheitern regelmäßig daran. Die Buy and Hold-Strategie eliminiert dieses Problem, indem sie kontinuierlich investiert bleibt.
Nachteile und Grenzen der Strategie
Trotz aller Vorteile hat auch die Buy-and-Hold-Strategie ihre Grenzen:
Keine schnellen Gewinne: Wer kurzfristige Renditen sucht, wird mit der Buy and Hold-Strategie nicht glücklich. Die Strategie zielt auf langfristiges Wachstum ab.
Durchhaltevermögen erforderlich: In Krisenzeiten können die Kurse stark fallen. Anleger müssen die mentale Stärke haben, diese Phasen auszusitzen.
Verpasste Chancen: Manchmal gibt es kurzfristige Marktchancen, die Buy and Hold-Investoren nicht nutzen. Allerdings überwiegen langfristig die Vorteile.
Letztlich gilt: Für die allermeisten Privatanleger ist die Buy-and-Hold-Strategie eine hervorragende Wahl, insbesondere wenn sie mit ETFs oder breit diversifizierten Fonds umgesetzt wird.
Praktische Umsetzung der Buy-and-Hold-Strategie
Die richtige Auswahl von Wertpapieren
Bei der Buy and Hold-Strategie ist die Auswahl der richtigen Wertpapiere entscheidend. Empfehlenswert sind:
ETFs: Exchange Traded Funds (ETFs) sind ideal für die Buy-and-Hold-Strategie. Ein MSCI World ETF beispielsweise bildet die Wertentwicklung von über 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern ab und bietet maximale Diversifikation bei niedrigen Kosten.
Fonds: Auch aktiv gemanagte Fonds können Teil einer Buy and Hold-Strategie sein, allerdings sind die Kosten oft höher als bei ETFs.
Aktien: Einzelaktien von Qualitätsunternehmen können ebenfalls langfristig gehalten werden. Hier ist jedoch eine sorgfältige Auswahl und regelmäßige Überprüfung wichtig.
Anleihen: Als risikoärmere Komponente können Anleihen das Portfolio stabilisieren und sind ebenfalls für die Buy-and-Hold-Strategie geeignet.
Das richtige Depot für Buy and Hold
Für die Umsetzung der Buy-and-Hold-Strategie benötigen Anleger ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Wichtig sind niedrige Gebühren, da diese die Rendite langfristig beeinflussen. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenfreie Depots und günstige oder kostenlose ETF-Sparpläne an – ideal für die Buy and Hold-Strategie.
Anlagehorizont und Haltedauer definieren
Ein zentraler Aspekt der Buy-and-Hold-Strategie ist der lange Anlagehorizont. Experten empfehlen einen Anlagezeitraum von mindestens 10 bis 15 Jahren, besser noch länger. Je länger die Haltedauer, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt und desto besser können Marktschwankungen ausgeglichen werden.
Bei der Buy and Hold-Strategie gilt: Zeit im Markt schlägt Market Timing. Es kommt nicht darauf an, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden, sondern möglichst früh anzufangen und langfristig dabei zu bleiben.
Buy and Hold bei verschiedenen Anlageklassen
Buy-and-Hold-Strategie mit Aktien
Aktien sind die klassische Anlageklasse für die Buy-and-Hold-Strategie. Historisch haben Aktien über lange Zeiträume die höchsten Renditen erzielt – im Durchschnitt etwa 7-9% pro Jahr. Besonders dividendenstarke Qualitätsaktien eignen sich für die Buy and Hold-Strategie, da sie regelmäßige Erträge liefern und stabil wachsen.
Anleger sollten jedoch nicht alles auf eine Karte setzen. Eine breite Streuung über verschiedene Branchen und Regionen ist wichtig, um das Risiko zu minimieren.
Buy-and-Hold-Strategie mit ETFs
ETFs sind das perfekte Instrument für die Buy-and-Hold-Strategie. Sie bieten:
Breite Diversifikation über viele Unternehmen und Länder
Niedrige Kosten im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds
Transparenz und einfache Handelbarkeit
Automatische Anpassung bei Indexänderungen
Ein weltweit diversifizierter ETF wie der MSCI World oder MSCI All Country World Index (ACWI) ist für viele Anleger die beste Wahl bei der Buy-and-Hold-Strategie. Ergänzend können Anleger auch in Emerging Markets ETFs oder Branchen-ETFs investieren.
Buy and Hold bei Immobilien
Auch Immobilien können Teil einer Buy-and-Hold-Strategie sein, entweder direkt durch den Kauf von Wohneigentum oder indirekt über Immobilienfonds oder REITs (Real Estate Investment Trusts). Immobilien bieten langfristig stabile Erträge und können als Inflationsschutz dienen.
Allerdings sind direkte Immobilieninvestitionen mit hohem Kapitaleinsatz und Aufwand verbunden. Für die klassische Buy-and-Hold-Strategie eignen sich daher eher Immobilien-ETFs oder Fonds.
Wie lege ich 100.000 € mit der Buy-and-Hold-Strategie an?
Die Anlage von 100.000 Euro ist eine wichtige Entscheidung, die gut durchdacht sein sollte. Mit der Buy-and-Hold-Strategie lässt sich dieses Kapital solide und renditestark investieren. Einen umfassenden Überblick über verschiedene Anlagemöglichkeiten bietet der Artikel So investieren Sie 100.000 €: Ein Überblick der Anlagemöglichkeiten.
Beispiel-Portfolio für 100.000 Euro nach institutionellem Vorbild
Ein diversifiziertes Portfolio nach der Buy-and-Hold-Strategie, inspiriert von Family Office Strategien, könnte wie folgt aussehen:
50.000 Euro in globale Aktien-ETFs: z.B. 35.000 Euro in MSCI World ETF, 15.000 Euro in Emerging Markets ETF
20.000 Euro in Anleihen-ETFs: für Stabilität und geringeres Risiko
10.000 Euro in alternative Investments: z.B. über den iVC Venture Innovation Fund für Zugang zu Venture Capital-Strategien
10.000 Euro in Immobilien-ETFs oder REITs: als weitere Diversifikation
10.000 Euro als Liquiditätsreserve: für unvorhergesehene Ausgaben
Diese Aufteilung folgt dem Grundprinzip der Buy-and-Hold-Strategie: breite Streuung über verschiedene Anlageklassen bei gleichzeitig niedrigen Kosten und langem Anlagehorizont. Die Integration von alternativen Investments orientiert sich dabei an bewährten institutionellen Ansätzen, wie sie in Diversifikation im Portfolio: Mit der 5-10-40-Regel detailliert beschrieben werden.
Schrittweise investieren oder alles auf einmal?
Bei der Anlage größerer Summen stellt sich die Frage: Alles sofort investieren oder schrittweise? Studien zeigen, dass die sofortige Investition (Lump Sum) langfristig meist bessere Ergebnisse erzielt als das schrittweise Investieren (Cost Averaging), da die Märkte im Langfristtrend steigen.
Allerdings kann das schrittweise Investieren psychologisch vorteilhaft sein, da es das Timing-Risiko reduziert und Anlegern ein besseres Gefühl gibt. Bei der Buy-and-Hold-Strategie ist vor allem wichtig: früh anfangen und langfristig dabei bleiben, unabhängig davon, ob man alles auf einmal oder in Tranchen investiert.
Psychologische Aspekte der Buy-and-Hold-Strategie
Geduld als Schlüsselfaktor
Die größte Herausforderung bei der Buy-and-Hold-Strategie ist nicht die Auswahl der richtigen Wertpapiere, sondern die mentale Stärke, die Strategie konsequent durchzuhalten. Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg. In Zeiten fallender Kurse verkaufen viele Anleger aus Angst – und machen damit die schlimmsten Fehler.
André Kostolany brachte es auf den Punkt: "An der Börse ist 2+2 niemals 4, sondern 5-1. Man muss nur die Nerven haben, das -1 auszuhalten." Diese Weisheit beschreibt perfekt die Essenz der Buy-and-Hold-Strategie.
Emotionen kontrollieren
Angst und Gier sind die größten Feinde erfolgreicher Anleger. Die Buy-and-Hold-Strategie hilft, diese Emotionen zu kontrollieren, indem sie einen festen Plan vorgibt: Kaufen und halten, unabhängig von kurzfristigen Marktbewegungen. Diese Disziplin unterscheidet erfolgreiche Buy and Hold-Investoren von nervösen Tradern.
Die Rolle der Medien und Prognosen
Finanzmedien leben von Aufmerksamkeit und dramatisieren oft Marktereignisse. Anleger, die eine Buy-and-Hold-Strategie verfolgen, sollten sich nicht von täglichen Schlagzeilen beirren lassen. Langfristige Trends sind wichtiger als kurzfristige Schwankungen.
Auch Prognosen von "Experten" sollten mit Vorsicht genossen werden. Niemand kann die Zukunft vorhersagen, und viele Prognosen erweisen sich im Nachhinein als falsch. Die Buy-and-Hold-Strategie macht unabhängig von solchen Vorhersagen.
Erfolgsbeispiele der Buy-and-Hold-Strategie
Warren Buffett und Benjamin Graham
Warren Buffett, einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, ist der prominenteste Verfechter der Buy-and-Hold-Strategie. Sein Lehrer Benjamin Graham legte bereits in den 1930er Jahren die Grundlagen für diese Anlagestrategie. Buffetts berühmter Satz: "Unsere Lieblingshaltedauer ist für immer" fasst die Philosophie der Buy and Hold-Strategie perfekt zusammen.
Buffett investiert in Qualitätsunternehmen und hält diese über Jahrzehnte. Sein Erfolg zeigt: Die Buy-and-Hold-Strategie funktioniert, wenn man die richtigen Unternehmen auswählt und Geduld mitbringt.
André Kostolany: Der deutsche Börsen-Guru
Auch André Kostolany war ein überzeugter Anhänger der Buy-and-Hold-Strategie. In seinem Buch "Die Kunst, über Geld nachzudenken" erklärte er, dass Anleger Wertpapiere kaufen, Schlaftabletten nehmen und nach Jahren aufwachen sollten. Diese provokante Aussage verdeutlicht: Erfolg an der Börse erfordert Geduld und die Fähigkeit, kurzfristige Schwankungen zu ignorieren.
Gerd Kommer: Deutscher Experte für Buy and Hold
Gerd Kommer ist in Deutschland der bekannteste Verfechter der Buy-and-Hold-Strategie mit ETFs. In seinem Buch "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" erklärt er wissenschaftlich fundiert, warum die Buy and Hold-Strategie für Privatanleger die beste Methode ist, langfristig Vermögen aufzubauen. Seine Empfehlung: breit diversifizierte ETF-Portfolios und eiserne Disziplin beim Halten über lange Zeiträume.
Häufige Fehler bei der Buy-and-Hold-Strategie vermeiden
Zu wenig Diversifikation
Ein häufiger Fehler ist die Konzentration auf zu wenige Werte oder Anlageklassen. Die Buy-and-Hold-Strategie funktioniert am besten mit breit gestreuten Portfolios. Wer nur auf eine Handvoll Aktien setzt, trägt ein erhebliches Risiko. ETFs lösen dieses Problem elegant.
Panikverkäufe in Krisen
Der größte Fehler bei der Buy-and-Hold-Strategie: In Krisenphasen die Nerven verlieren und verkaufen. Wer bei fallenden Kursen verkauft, realisiert Verluste und verpasst die anschließende Erholung. Die Buy and Hold-Strategie erfordert die mentale Stärke, auch in schwierigen Zeiten investiert zu bleiben.
Zu hohe Kosten
Auch bei der Buy-and-Hold-Strategie spielen Kosten eine wichtige Rolle. Hohe Depotgebühren, teure Fonds oder häufige Käufe und Verkäufe schmälern die Rendite. Anleger sollten auf kostengünstige ETFs und günstige Broker setzen.
Fehlender Plan
Ohne klaren Plan wird auch die beste Strategie scheitern. Anleger sollten im Vorfeld definieren: Welche Wertpapiere kaufe ich? Wie lange will ich investiert bleiben? Was ist mein Ziel? Ein schriftlicher Investmentplan hilft, in schwierigen Zeiten an der Buy-and-Hold-Strategie festzuhalten.
Buy-and-Hold-Strategie: Der beste Zeitpunkt für den Einstieg
Eine der häufigsten Fragen lautet: Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einstieg in die Buy-and-Hold-Strategie? Die Antwort ist überraschend einfach: Der beste Zeitpunkt ist jetzt.
Studien zeigen, dass die Zeit im Markt wichtiger ist als das Timing des Marktes. Wer auf den "perfekten" Einstiegszeitpunkt wartet, verpasst oft Jahre wertvoller Rendite. Bei einem Anlagehorizont von zehn oder mehr Jahren spielt der genaue Einstiegszeitpunkt eine untergeordnete Rolle.
Regelmäßig investieren durch Sparpläne
Eine intelligente Variante der Buy-and-Hold-Strategie sind ETF-Sparpläne. Dabei investieren Anleger monatlich einen festen Betrag in ausgewählte ETFs. Diese Methode bietet mehrere Vorteile:
Automatisierung reduziert emotionale Entscheidungen
Cost-Average-Effekt: Bei niedrigen Kursen werden mehr Anteile gekauft, bei hohen Kursen weniger
Niedrige Einstiegshürde: Bereits ab 25 Euro monatlich möglich
Konsequenter Vermögensaufbau über lange Zeiträume
Die Rolle von Rebalancing bei Buy and Hold
Auch wenn die Buy-and-Hold-Strategie auf langfristiges Halten setzt, ist gelegentliches Rebalancing sinnvoll. Darunter versteht man die Wiederherstellung der ursprünglichen Portfoliogewichtung.
Beispiel: Ein Portfolio sollte zu 60% aus Aktien und 40% aus Anleihen bestehen. Nach einigen Jahren starker Aktienmärkte beträgt das Verhältnis 75% zu 25%. Durch Rebalancing wird die ursprüngliche 60/40-Aufteilung wiederhergestellt – ohne die Grundprinzipien der Buy-and-Hold-Strategie zu verletzen.
Empfohlen wird ein Rebalancing einmal jährlich oder bei größeren Abweichungen von mehr als 10 Prozentpunkten. Zu häufiges Rebalancing widerspricht dem Grundgedanken der Buy and Hold-Strategie und verursacht unnötige Transaktionskosten.
Zusammenfassung: Buy-and-Hold-Strategie als Weg zum Vermögensaufbau
Die Buy-and-Hold-Strategie ist für langfristig orientierte Anleger eine der erfolgreichsten und zugleich einfachsten Methoden, Vermögen aufzubauen. Im Gegensatz zu aktivem Trading oder spekulativen Ansätzen setzt die Buy and Hold-Strategie auf:
Langfristiges Halten von Wertpapieren über viele Jahre oder Jahrzehnte
Breite Diversifikation über Anlageklassen, Länder und Branchen
Minimierung von Kosten durch wenige Transaktionen
Nutzung des Zinseszinseffekts
Mentale Stärke und Durchhaltevermögen in Krisenzeiten
Die Strategie eignet sich besonders für Anleger mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren oder mehr, die bereit sind, kurzfristige Marktschwankungen auszusitzen. ETFs sind dabei das ideale Instrument für die Buy-and-Hold-Strategie, da sie niedrige Kosten mit breiter Streuung verbinden.
Erfolgreiche Investoren wie Warren Buffett, Benjamin Graham, André Kostolany und Gerd Kommer haben bewiesen: Mit Geduld, Disziplin und der richtigen Auswahl von Wertpapieren lässt sich mit der Buy-and-Hold-Strategie langfristig überdurchschnittliche Rendite erzielen.
Der beste Zeitpunkt für den Einstieg ist jetzt – denn bei der Buy and Hold-Strategie zählt vor allem die Zeit im Markt, nicht das Timing des Marktes. Wer diese Prinzipien beherzigt und seiner Strategie treu bleibt, schafft die Grundlage für langfristigen finanziellen Erfolg.
Häufig gestellte Fragen zur Buy-and-Hold-Strategie
Was ist eine Buy-and-Hold-Strategie?
Die Buy-and-Hold-Strategie ist eine passive Anlagestrategie, bei der Anleger Wertpapiere wie Aktien, ETFs oder Fonds kaufen und über einen langen Zeitraum von mindestens 10 Jahren halten. Ziel ist es, von langfristigem Wachstum und dem Zinseszinseffekt zu profitieren, ohne auf kurzfristige Marktschwankungen zu reagieren.
Ist Buy-and-Hold die beste Strategie?
Für langfristig orientierte Privatanleger gilt die Buy-and-Hold-Strategie als eine der besten Anlagestrategien. Studien zeigen, dass passive Buy and Hold-Investoren oft bessere Renditen erzielen als aktive Trader, hauptsächlich aufgrund niedriger Kosten und dem Vermeiden emotionaler Fehlentscheidungen. Die Strategie ist besonders geeignet für Anleger mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren oder mehr.
Ist die Buy-and-Hold-Strategie sinnvoll?
Ja, die Buy-and-Hold-Strategie ist für die meisten Privatanleger sehr sinnvoll. Sie bietet niedrige Transaktionskosten, erfordert wenig Zeitaufwand, nutzt den Zinseszinseffekt und gleicht Marktschwankungen über lange Zeiträume aus. Besonders in Kombination mit breit diversifizierten ETFs ist die Buy and Hold-Strategie eine bewährte Methode zum Vermögensaufbau.
Wie lege ich 100.000 € am besten an?
Mit der Buy-and-Hold-Strategie können Sie 100.000 Euro solide anlegen: Empfohlen wird eine breite Diversifikation, etwa 60% in globale Aktien-ETFs (z.B. MSCI World), 20% in Anleihen-ETFs für Stabilität, 10% in Immobilien-ETFs und 10% als Liquiditätsreserve. Wichtig ist ein langer Anlagehorizont von mindestens 10-15 Jahren und die Disziplin, die Buy-and-Hold-Strategie auch in Krisenzeiten durchzuhalten.
Wie lange sollte man bei Buy and Hold investiert bleiben?
Die empfohlene Haltedauer bei der Buy-and-Hold-Strategie beträgt mindestens 10 bis 15 Jahre, idealerweise noch länger. Je länger der Anlagezeitraum, desto besser funktioniert die Strategie, da sich Marktschwankungen ausgleichen und der Zinseszinseffekt stärker wirkt. Manche Investoren halten Wertpapiere über Jahrzehnte oder sogar "für immer", wie Warren Buffett es formuliert.
Welche Wertpapiere eignen sich für Buy and Hold?
Ideal für die Buy-and-Hold-Strategie sind breit diversifizierte ETFs wie MSCI World oder MSCI ACWI, da sie viele Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen enthalten. Auch Qualitätsaktien von etablierten Unternehmen, Fonds und Anleihen können Teil einer Buy-and-Hold-Strategie sein. Wichtig ist die breite Streuung über verschiedene Anlageklassen und Werte.
Was ist der Unterschied zwischen Buy and Hold und Trading?
Der Hauptunterschied liegt in der Haltedauer und Häufigkeit der Transaktionen. Während Trader versuchen, durch häufige Käufe und Verkäufe kurzfristige Gewinne zu erzielen, kaufen Buy and Hold-Anleger Wertpapiere und halten diese über Jahre oder Jahrzehnte. Die Buy-and-Hold-Strategie verursacht deutlich weniger Transaktionskosten und emotionalen Stress als aktives Trading oder Daytrading.
Funktioniert Buy and Hold auch in Krisen?
Ja, gerade in Krisen zeigt sich die Stärke der Buy-and-Hold-Strategie. Historisch haben sich die Märkte nach jeder Krise erholt und neue Höchststände erreicht. Anleger, die ihrer Buy-and-Hold-Strategie treu geblieben sind und nicht in Panik verkauft haben, konnten langfristig von der Erholung profitieren. Die Strategie erfordert allerdings Durchhaltevermögen und mentale Stärke in schwierigen Zeiten.
Brauche ich viel Wissen für die Buy-and-Hold-Strategie?
Nein, die Buy-and-Hold-Strategie ist auch für Anfängerinnen und Einsteiger geeignet. Grundlegendes Wissen über Anlageklassen, Diversifikation und die Funktionsweise von ETFs ist hilfreich, aber tiefes Marktwissen ist nicht erforderlich. Gerade die Einfachheit macht die Buy and Hold-Strategie so attraktiv – sie erfordert keine ständige Marktbeobachtung oder komplexe Analysen.
Welche Rolle spielen ETFs bei Buy and Hold?
ETFs sind das ideale Instrument für die Buy-and-Hold-Strategie. Sie bieten breite Diversifikation über viele Unternehmen und Länder bei niedrigen Kosten. Ein einziger ETF wie der MSCI World deckt über 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern ab. Diese Kombination aus Streuung, niedrigen Gebühren und einfacher Handelbarkeit macht ETFs zur ersten Wahl für Buy and Hold-Anleger.
Wie wichtig ist Geduld bei der Buy-and-Hold-Strategie?
Geduld ist der wichtigste Erfolgsfaktor bei der Buy-and-Hold-Strategie. Die Strategie funktioniert nur, wenn Anleger über lange Zeiträume investiert bleiben und kurzfristige Schwankungen aussitzen. Wie André Kostolany sagte: "Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, hat sie auch nicht, wenn sie steigen." Diese Geduld und das Durchhaltevermögen unterscheiden erfolgreiche Buy and Hold-Investoren von nervösen Tradern.
Kann man mit Buy and Hold reich werden?
Die Buy-and-Hold-Strategie ist ein bewährter Weg zum Vermögensaufbau, aber keine Garantie für Reichtum. Langfristig orientierte Anleger können mit der Strategie ihr Vermögen signifikant vermehren, besonders durch den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte. Realistische Erwartungen sind wichtig: Mit durchschnittlich 7-9% jährlicher Rendite bei Aktien-ETFs lässt sich über 20-30 Jahre ein beachtliches Vermögen aufbauen.
Sollte ich bei Buy and Hold regelmäßig umschichten?
Häufige Umschichtungen widersprechen dem Grundprinzip der Buy-and-Hold-Strategie. Empfohlen wird lediglich ein jährliches Rebalancing, um die ursprüngliche Portfoliogewichtung wiederherzustellen. Zu viele Umschichtungen verursachen unnötige Transaktionskosten und schmälern die Rendite. Die Devise lautet: Einmal gut aufstellen und dann in Ruhe lassen.
Welche Bücher gibt es zur Buy-and-Hold-Strategie?
Empfehlenswerte Bücher zur Buy-and-Hold-Strategie sind: "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" von Gerd Kommer, "The Intelligent Investor" von Benjamin Graham, "Die Kunst, über Geld nachzudenken" von André Kostolany und diverse Bücher über Warren Buffetts Investmentphilosophie. Diese Werke erklären die Prinzipien der Buy and Hold-Strategie wissenschaftlich fundiert und praxisnah.
Was sagen Experten zur Buy-and-Hold-Strategie?
Experten wie Gerd Kommer, Warren Buffett und André Kostolany sind überzeugte Verfechter der Buy-and-Hold-Strategie. Sie betonen übereinstimmend, dass langfristiges Investieren mit breiter Diversifikation und niedriger Kostenstruktur die beste Methode für Privatanleger ist. Auch wissenschaftliche Studien bestätigen: Die Buy and Hold-Strategie schlägt langfristig die meisten aktiven Anlagestrategien.
