Cutiss schließt Series‑C‑Finanzierung über 57,9 Mio. € zur Beschleunigung regenerativer Hauttherapien ab
CUTISS, ein Schweizer TechBio-Unternehmen für personalisierte Hauttransplantate, hat eine Series‑C in Höhe von 57,9 Mio. € abgeschlossen. Die Mittel beschleunigen die laufende Phase‑3‑Studie für denovoSkin™ und die Industrialisierung einer automatisierten Produktionsplattform. Co‑Leads sind das Family Office von Giammaria Giuliani und ein durch Shiloh Advisors vertretenes US‑Family Office; beteiligt sind u. a. RKZ und Swisspreneur.


CUTISS, ein Schweizer TechBio‑Unternehmen für personalisierte Hauttransplantate, hat seine Series‑C‑Finanzierung abgeschlossen. Die Runde soll das laufende Phase‑3‑Programm für das Leitprodukt denovoSkin™ vorantreiben und die Industrialisierung einer automatisierten Produktionsplattform finanzieren.
“Securing the first CHF 25 million in our Series C funding round is a pivotal achievement for CUTISS.”
– Daniela Marino, CEO
Finanzierungsrunde – Faktenbox
Startup: CUTISS AG
Sitz: Schlieren, Schweiz
Branche: Regenerative Medizin, Tissue Engineering / MedTech
Finanzierungsrunde: Series C (Abschluss berichtet)
Volumen: 57,9 Mio. € (ca. 56 Mio. CHF).
Bisher eingesammelt: Insgesamt mehr als 129,3 Mio. € (ca. 125 Mio. CHF) laut Berichten.
Investoren: Co‑Leads: Family Office von Giammaria Giuliani und ein US‑Family Office vertreten durch Shiloh Advisors; weitere Teilnehmer u. a. Rode Kruis Ziekenhuis (RKZ) und Swisspreneur.
Verwendung der Mittel: Abschluss und Beschleunigung der Phase‑3‑Studie für denovoSkin™, Ausbau der Automatisierungsplattform zur skalierbaren Produktion, Vorbereitung der Kommerzialisierung von denovoSkin™ und der Markteinführung von VitiCell®.
Neue Personalien: Keine öffentlichen Angaben zu neuen Management‑Ernennungen zum Zeitpunkt der Berichterstattung.
Startup & Geschäftsmodell
CUTISS wurde als Ausgründung der University of Zurich gegründet und entwickelt personalisierte, bio‑engineerte dermo‑epidermale Hauttransplantate unter der Produktbezeichnung denovoSkin™. Das Verfahren nutzt autologe Zellen des Patienten zur Herstellung eines bilaminaren Hautersatzes, der sowohl Dermis als auch Epidermis umfasst und nach bisherigen Studien spärliche Entnahme von Spenderhaut sowie bessere funktionale und kosmetische Ergebnisse verspricht. Parallel hat CUTISS Exklusivrechte an VitiCell®, einem MDD‑zertifizierten Gerät zur autologen Melanozyten‑Grafttherapie bei Vitiligo, das als kurzfristige Umsatzquelle dienen soll, während denovoSkin™ die Zulassungs‑ und Markteintrittsphase durchläuft. Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die Entwicklung einer patentgeschützten, geschlossenen Automatisierungsplattform zur dezentralen, reproduzierbaren Produktion personalisierter Transplantate; diese Industrialiserung ist Voraussetzung für großvolumige Kommerzialisierung.
Bedeutung der Runde für Startup & Markt
Die berichtete Series‑C‑Finanzierung adressiert zwei Kernrisiken für regenerative Therapien: Finanzierung der Zulassungsstudie und Herstellbarkeit in klinischem Maßstab. Mit den Mitteln will CUTISS die laufende Phase‑3‑Studie beschleunigen und die Automationsplattform sowie die Fertigungsinfrastruktur vorantreiben. Strategische Beteiligungen, etwa eines führenden EU‑Verbrennungszentrums (Rode Kruis Ziekenhuis), haben laut Berichten signalisierende Wirkung gegenüber weiteren Investoren und können Zugang zu klinischen Kapazitäten sowie potenzielle Produktionsstandorte erleichtern. Die Orphan‑Drug‑Zulassungen in wichtigen Jurisdiktionen und laufende Phase‑3‑Rekrutierung erhöhen die Attraktivität, reduzieren aber nicht die regulatorische Komplexität oder die Anforderungen an Langzeitdaten und Erstattungsnachweise. Marktseitig adressiert CUTISS ein hohes Volumen an Hautoperationen und Verbrennungsfällen in Europa; die Skalierbarkeit der Produktion und die Kosteneffizienz der Automatisierung werden entscheidend für die wirtschaftliche Rentabilität sein.
Ausblick oder Marktvergleich
Kurzfristig ermöglicht die Runde den Fokus auf klinische Endpunkte und Maschinen‑Industrialisation: erste Phase‑3‑Datensätze werden laut Unternehmensangaben innerhalb der nächsten Berichtszeiträume erwartet; darunter wird die Marktfähigkeit von denovoSkin™ maßgeblich bewertet. Mittelfristig stehen mehrere Entwicklungspfade offen: erfolgreiche Phase‑3‑Ergebnisse könnten zu Lizenzvereinbarungen mit großen MedTech‑ oder Pharmaunternehmen, zu strategischen Partnerschaften mit diagnostischen oder Fertigungspartnern (z. B. Tecan als Automationspartner) oder zu einem IPO führen. Alternativ wären bei hoher Kapitalnachfrage Folgefinanzierungen oder Private‑Equity‑Einstiege denkbar. Vergleichend liegt CUTISS in einer Nische mit wenigen direkten Wettbewerbern, aber mit steigender Aktivität im Bereich Tissue Engineering; der Markteintritt erfordert zusätzlich Investitionen in regulatorische Vorbereitung, Qualitätsmanagement und Erstattungsstrategien. Risiken bleiben: klinische Ausfallraten, Produktionsübertragbarkeit, Preisbildung und Kostenerstattung im Gesundheitssystem. Investoren müssen diese Operationalisierungskosten gegen die potenziell hohen klinischen Nutzen und langfristigen Einsparungen in Nachsorge und Reoperationen abwägen.