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Flybotix sichert sich rund 10 Mio. $ in Series‑A‑Erweiterung zur Skalierung von ASIO‑Inspektionsdrohnen

Flybotix aus Lausanne hat in einer Series‑A‑Erweiterung knapp 10 Mio. $ eingesammelt, angeführt von einem familiengeführten Investmentvehikel. Das Kapital fließt in die Kommerzialisierung der ASIO‑Drohnen und SaaS‑Plattform, Produktentwicklung, Vertrieb und Teamausbau.

Samuel Gassauer
Samuel Gassauer
5. September 20255 min
Flybotix sichert sich rund 10 Mio. $ in Series‑A‑Erweiterung zur Skalierung von ASIO‑Inspektionsdrohnen

Lausanne‑basierte Flybotix hat in einer Series‑A‑Erweiterung knapp 10 Mio. $ aufgenommen, um die Kommerzialisierung ihrer ASIO‑Lösungen für Inspektionen in beengten Industrieumgebungen voranzutreiben. Die Runde wird von einem familiengeführten Investmentvehikel angeführt; bestehende Investoren beteiligen sich ebenfalls. Damit will das Unternehmen Produktentwicklung, Vertrieb und Personalaufbau beschleunigen.

„This financing represents a major milestone for Flybotix. We are thrilled to welcome our new investors and deeply grateful for the continued support of our existing ones. This vote of confidence in Flybotix team, backed by new funding, will help accelerate the global deployment of the ASIO solution, enhance its capabilities, and enable us to deliver safer, more efficient inspection solutions for industries where reliability is essential.“
– Samir Bouabdallah, CEO & Co‑Founder, Flybotix.

Finanzierungsrunde – Faktenbox

  • Startup: Flybotix

  • Sitz: Lausanne, Schweiz.

  • Branche: Industrielle Drohnen / Robotik für confined‑space Inspektionen.

  • Finanzierungsrunde: Series‑A‑Erweiterung.

  • Volumen: knapp 10 Mio. $ (announciert); in Euro berichtet als nahezu 8,5 Mio. €.

  • Bisher eingesammelt: Frühere Series‑A 2022 (CHF 5,5 Mio.) und Seed‑Finanzierung; kumulierte Summen wurden nicht einheitlich angegeben.

  • Investoren: Führendes Family Office (nicht namentlich genannt) mit Beteiligung bestehender Investoren; in Berichten wird zudem Greeneering Invest AG erwähnt. Unternehmensberatung Carlsquare war Finanzberater.

  • Verwendung der Mittel: Skalierung der Markteinführung, Beschleunigung der Produktentwicklung (ASIO X / SaaS‑Funktionen), Ausbau Vertrieb und Team.

  • Neue Personalien: Konkrete Neueinstellungen wurden nicht einzeln benannt; Finanzierung soll jedoch das Team vergrößern.

Startup & Geschäftsmodell

Flybotix entwickelt kollisionsresistente, kompakte Drohnen und eine begleitende Softwareplattform zur Inspektion von engen oder gefährlichen Industrieumgebungen wie Tanks, Kanalisationen, Turbinen oder Silos. Kernprodukt ist die ASIO‑Plattform (ASIO X Drohne, ASIO Explore App, ASIO Connect Cloud), die Sensorik (4K Video, LiDAR, Gasdetektion), starkes Beleuchtungs‑Setup und eine SaaS‑Schicht für Datenmanagement und Analysen kombiniert. Zielkunden sind Versorger, Energie‑ und Industriekonzerne sowie Dienstleister für Asset‑Inspektionen.

Das Geschäftsmodell folgt einem Hardware‑plus‑Service‑Ansatz: Verkauf oder Vermietung der Drohnen kombiniert mit Softwarelizenzen, Datenanalyse und Wartungs‑/Supportverträgen. Fallstudien auf der Unternehmensseite zeigen Einsparungen bei Inspektionskosten und geringere Ausfallzeiten als zentrale Verkaufsargumente. Flybotix hebt insbesondere längere Flugzeiten und robuste Bauweise als Differenzierer hervor.

Technologisch stützt sich das Produktportfolio auf konkrete Spezifikationen, die Flybotix auf der Unternehmenswebseite ausweist: Die ASIO X bietet laut Hersteller eine Flugzeit von rund 20 Minuten, eine Beleuchtung von bis zu 40.000 Lumen, LiDAR‑Fähigkeiten und integrierte Gasdetektion, kombiniert mit einer Cloud‑Plattform für Mapping und Analyse. Diese Kombination erlaubt 3D‑Punktwolken, präzise Crack‑Messungen und on‑site Validierung über die Explore‑App, wodurch Inspektionen weniger Personal und kürzere Stillstandszeiten erfordern. Die Fallstudien auf der Website dokumentieren Einsparungen (Beispiele: Reduktionen von rund 50–60% bei Zeit‑und Kostenaufwand) und untermauern die These, dass Hardware‑Features plus datengetriebene Software die Hauptverkaufsargumente sind.

Kommerziell setzt Flybotix auf ein hybrides Go‑to‑Market: Direkter Vertrieb in Schlüsselmärkten, Ausbau von Distributoren sowie Partnerschaften mit Prüf‑und Serviceunternehmen. Laut Berichten hat das Unternehmen sein Vertriebsnetz auf mehr als 30 Länder erweitert und kooperiert mit kommunalen sowie industriellen Großkunden. Die aktuelle Finanzierung zielt darauf ab, diese Aktivitäten zu beschleunigen, technische Produktverbesserungen zu finanzieren und Support‑Infrastruktur zu stärken. Aus Investorensicht mindert ein erfolgreicher Roll‑out das Risiko, indem wiederkehrende SaaS‑Erlöse und Serviceverträge planbarer werden; gleichzeitig bleibt die Umwandlung von Pilotprojekten in skalierbare Einnahmequellen der kritische Erfolgsfaktor.

Bedeutung der Runde für Startup & Markt

Die frische Liquidität stärkt Flybotix in einem Marktsegment, das von Sicherheitsanforderungen und hohen Servicekosten geprägt ist. Mit der ASIO‑Lösung spricht das Unternehmen ein klares Kostensenkungs‑ und Sicherheitsversprechen an: Reduzierte Personeneinsätze in gefährlichen confined spaces sowie schnellere, digital dokumentierte Inspektionen. Die Mittel ermöglichen schnellere Roll‑outs in Schlüsselregionen und den Ausbau des Distributionsnetzwerks, das bereits in über 30 Ländern aktiv ist.

Für Investoren ist das Segment attraktiv, weil industrielle Inspektionen ein wiederkehrendes Bedarfsmuster mit klaren Total Addressable Market‑Argumenten darstellen. Insbesondere Betreiber von Wasser‑, Energie‑ und Petrochemie‑Infrastrukturen haben starke Anreize zur Digitalisierung ihrer Wartungsprozesse. Flybotix’ Fokus auf eine kombinierte Hardware‑Software‑Lösung entspricht aktuellen Markttrends hin zu datengetriebenen Asset‑Management‑Systemen. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb intensiv — etablierte Drohnenhersteller, spezialisierte Dienstleister und Anbieter von Roboterlösungen konkurrieren um Integrations‑ und Serviceverträge.

Auf der Marktseite zeigen externe Profile und Branchenkommentare, dass die Nachfrage nach digitalen Inspektionslösungen wächst; einige Branchenbeobachter prognostizieren signifikantes Marktvolumen in den kommenden Jahren. Flybotix positioniert sich mit einem Fokus auf Sicherheit, längere Einsatzzeiten und Datenqualität: Faktoren, die für Betreiber von Energie‑ und Wasserinfrastruktur entscheidend sind. Kurzfristig dürfte die jetzige Finanzierungsrunde vor allem die internationale Vertriebsdynamik erhöhen und die Entwicklung der SaaS‑Funktionen priorisieren. Mittelfristig sind strategische Kooperationen mit etablierten Dienstleistern oder Industriepartnern wahrscheinlicher als ein schneller Börsengang; solche Partnerschaften könnten Zugang zu großen Vertragsvolumina und regulatorischer Expertise bieten. Unternehmensbewertung wurde nicht veröffentlicht; dies bleibt eine offene Variable für Investoren, die Upside durch Marktdurchdringung und wiederkehrende Umsätze realisieren wollen.

Ausblick oder Marktvergleich

Kurzfristig dürfte Flybotix die Mittel in Produktiterationszyklen, Zertifizierungen und Vertriebsausbau investieren. Ein realistisches Szenario sieht verstärkte Pilotprojekte bei Infrastrukturbetreibern und erste größere Serviceverträge, die wiederkehrende Umsätze generieren. Die Integration von LiDAR‑Mapping und Gasdetektion in die ASIO‑Suite erhöht den Nutzen gegenüber reinen Sichtinspektionen und kann als Upsell für Software‑Services dienen.

Im Vergleich zu Wettbewerbern profiliert sich Flybotix über längere Flugzeit, eine robuste Hülle und einen End‑to‑End‑Datenworkflow. Entscheidend wird die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells sein: Vertrieb über Distributoren, Standardisierung von Serviceangeboten und Skalierung der SaaS‑Erlöse sind nötige Hebel, um Margen zu verbessern. Fehlt ein öffentliches Bewertungsniveau, bleibt die Exit‑Perspektive für Investoren weniger konkret; das Unternehmen hat bislang keine Bewertung öffentlich kommuniziert.

Kurz‑ bis mittelfristig bleibt die größte Herausforderung die Konvertierung von Pilotprojekten in skalierbare Serviceverträge sowie die Sicherstellung regulatorischer und versicherungstechnischer Rahmenbedingungen in diversen Märkten. Sollte Flybotix diese Hürden meistern, positioniert die jüngste Finanzierung das Unternehmen für eine beschleunigte internationale Expansion und eine stärkere Stellung in einem wachsenden Markt für digitale Asset‑Inspektion.

In Summe gibt die Runde Flybotix die notwendige Runway, um Technik, Vertrieb und Service zu synchronisieren; ob daraus ein marktführendes, skalierbares Dienstleistungsangebot entsteht, hängt maßgeblich von schneller Standardisierung, Vertriebsperformance und der Fähigkeit ab, Großkunden verlässlich zu bedienen und nachhaltigen Margenentwicklung als nächster Gradmesser.

Quellenangaben