LightYX sammelt 11 Mio. $ in Series‑A‑Finanzierung für Laser‑basierte Baustellen‑Layouttechnik
LightYX hat 11 Mio. $ in einer Series‑A‑Runde unter Führung von NOVA by Saint‑Gobain eingesammelt, um US‑Expansion, Produktentwicklung und Partnerschaften zu beschleunigen. Das Startup (Tel Aviv, US‑Office in New York) projiziert mit BeamerOne digitale Baupläne per Laser direkt auf Baustellen.


LightYX hat in einer Series‑A‑Runde 11 Mio. $ eingesammelt und positioniert sich damit als ernsthafter Herausforderer im Contech‑Sektor. Die Runde wird von NOVA by Saint‑Gobain angeführt und soll vor allem die US‑Expansion, Produktentwicklung und Partnerschaften beschleunigen.
„Construction layout is still often done with chalk lines, tape measures, and paper drawings. We're replacing that with live, intelligent laser projection.“
– Guy Ben‑Romano, CEO und Co‑Founder
Finanzierungsrunde – Faktenbox
Startup: LightYX
Sitz: Tel Aviv, Israel (US‑Geschäftsstelle in New York, NY)
Branche: Construction Technology / Contech (Laser‑Projection, MEP, Drywall)
Finanzierungsrunde: Series A
Volumen: 11 Mio. $
Bisher eingesammelt: 11 Mio. $ (Series A) + 3,3 Mio. $ in Fördermitteln der Israel Innovation Authority
Investoren: NOVA by Saint‑Gobain (Lead), Yachad Capital Partners, Shibumi International, Somersault Ventures, private Investoren
Verwendung der Mittel: Ausbau der US‑Präsenz, Beschleunigung der Produktentwicklung, Aufbau neuer Partnerschaften in den USA und Europa, Vertiefung von Kundenbeziehungen
Neue Personalien: Unternehmensangaben listen Gründer und Führungsteam; spezifische Neueinstellungen im C‑Level wurden nicht veröffentlicht
Startup & Geschäftsmodell
LightYX entwickelt ein elektro‑optisches System, das digitale Baupläne in Echtzeit als Laserprojektion auf Böden, Decken und Wände überträgt. Die Hardware‑Software‑Kombination, vermarktet unter dem Produktnamen BeamerOne, liefert nach Unternehmensangaben eine Genauigkeit von unter zwei Millimetern (≈ 1/16 Zoll) und integriert Scan‑Funktionen, die Projektionen an reale Vor‑Ort‑Bedingungen anpassen. Das Geschäftsmodell kombiniert Hardware‑Leasing oder Verkauf mit abonnementbasierten Software‑Diensten und Support für Bauunternehmen, mit besonderem Fokus auf Trockenbau und MEP‑Subunternehmer.
Die Website des Unternehmens nennt referenzielle Kunden wie Generalunternehmer und Distributoren in den USA; mehrere Fallbeispiele weisen auf Einsparungen bei Layout‑Zeit und Rework hin. LightYX betont die Reduktion manueller Arbeitsschritte (Maßbänder, Kreidelinien, Papierpläne) und positioniert seine Lösung als operatives Tool für Baustellen, das sowohl Layout‑Arbeiten als auch Qualitätssicherung beschleunigt. Patente und mehrere Forschungs‑ und Entwicklungsförderungen ergänzen das technologische Profil.
Bedeutung der Runde für Startup & Markt
Die Series‑A‑Finanzierung unter Führung von NOVA by Saint‑Gobain ist aus mehreren Gründen relevant: Erstens signalisiert die Beteiligung eines Strategen aus der Bauzulieferindustrie Marktzugangspotenzial und Chancen für kanalgebundene Vertriebswege über etablierte Material‑ und Distributionsnetzwerke. Zweitens liefert das Kapital Ressourcen für die Skalierung in den USA, einem Markt mit großem Volumen und heterogenen Baupraktiken, in dem digitale Layout‑Tools bislang nur punktuell durchgesetzt sind.
Für LightYX bedeutet die Runde einen Beschleuniger bei der Internationalisierung und beim Produktausbau: Investitionen fließen in die Produktion weiterer Geräte, in Software‑Funktionen zur Plausibilitätsprüfung von Plänen und in Support‑Infrastruktur für Baustellen‑Teams. Strategische Backer aus dem Bauumfeld können zudem Piloten und Referenzprojekte ermöglichen, was die Akzeptanz gegenüber konservativen Entscheidern in Generalunternehmungen erhöht.
Auf Markt‑Ebene trägt LightYX zur Trendlinie bei, die analoge Baustellenprozesse durch sensorisch gestützte, feldtaugliche Werkzeuge zu ersetzen. Die Kombination aus Hardware‑Präzision und Software‑Integration trifft eine Lücke zwischen einfachen Messwerkzeugen und komplexen BIM‑Workflows: Statt BIM‑Daten nur im Office zu verwalten, bringt das System konkrete, sichtbare Anweisungen direkt zu den Ausführenden. Das kann Rework, Terminverzögerungen und Schnittstellenfehler reduzieren — zentrale Schmerzpunkte für Projektmargen.
Ausblick oder Marktvergleich
Kurzfristig wird sich der Erfolg in erster Linie an Piloten und frühen Referenzprojekten in den USA und Europa messen. LightYX hat nach eigenen Angaben bereits in mehreren hundert Projekten mehr als 25 Millionen Quadratfuß Layouts realisiert; der nächste Schritt ist, aus diesen Einsätzen skalierbare, wiederholbare Geschäftsmodelle zu generieren — etwa durch standardisierte Leasing‑Modelle, Integrationen mit gängigen Baustellen‑Apps oder Partnerschaften mit Großhändlern für Baustoffe und Bauteile.
Im Wettbewerb stehen Lösungen aus den Bereichen robotische Vermessung, AR‑Overlay‑Systeme und traditionelle Laser‑Totalstationen. LightYX differenziert sich durch die unmittelbare Visualisierung von Bauplänen in situ und durch claimed Submillimeter‑Genauigkeit. Die Geschäftsrisiken sind jedoch nicht zu unterschätzen: Hardware‑Produktion, Service‑Logistik und die Notwendigkeit, Akzeptanz bei Handwerkern zu schaffen, erfordern operative Exzellenz. Zudem bleibt die Frage der Preisstellung gegenüber etablierten Messtools und dem Grad der Standardisierung von Bauprozessen.
Langfristig könnte eine erfolgreiche Skalierung von LightYX einen Teil des Marktes für Layout‑Dienstleistungen obsolet machen und BIM‑Daten stärker in die Ausführungsphase hineinwirken lassen. Strategische Kooperationsmöglichkeiten mit Baustoffherstellern, Ausrüstern für Innenausbau und Software‑Anbietern sind naheliegend und werden vermutlich die nächsten Monate prägen. Für Investoren bleibt die Kennzahl „Time‑to‑value“ bei Pilotprojekten entscheidend: Schnelle, messbare Reduktionen von Nacharbeit kosten Unternehmer direkt Geld und sind daher das beste Verkaufsargument.