OAASIS sichert 2,9 Mio. € für KI-gestützte Supply-Chain-Optimierung und Markteintritt in den Benelux-Ländern
Das Amsterdamer KI-Startup OAASIS sammelt 2,9 Mio. € (Lead: HGT Invest) ein, startet im niederländischen Markt und investiert in Produktentwicklung, Vertrieb und Teamaufbau (~11). Fokus: KMU/Mid-Market-Konsumgüter; Expansion in Benelux mit Plänen für UK und DACH.


OAASIS, ein in Amsterdam ansässiges Start‑up für KI-basierte Supply‑Chain‑Optimierung, hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 2,9 Mio. € abgeschlossen und startet offiziell im niederländischen Markt. Die Mittel sollen Produktentwicklung, Kundengewinnung und den Ausbau des Kernteams finanzieren; strategisch signalisiert die Runde den Fokus auf kleine und mittelgroße Konsumgüterunternehmen.
„Compared to large international corporates, smaller companies often lack the right software, processes and expertise for optimal supply chain management.“
– Wouter Samama, CEO
Finanzierungsrunde – Faktenbox
Startup: OAASIS
Sitz: Amsterdam, Niederlande.
Branche: Supply‑Chain‑Software / KI‑gestützte Optimierung.
Finanzierungsrunde: Seed / Launch‑Finanzierung (Unternehmen hat die Runde nicht formal als Series A/B ausgewiesen).
Volumen: 2,9 Mio. €.
Bisher eingesammelt: 2,9 Mio. € (erste öffentlich kommunizierte Runde).
Investoren: HGT Invest (Lead).
Verwendung der Mittel: Produkt‑ und Plattformentwicklung, Aufbau des Vertriebsteams, Rekrutierung (Ziel: Teamstärke initial ~11 Personen), Markterweiterung in der Benelux‑Region mit Expansionsplänen nach UK, DACH und weiteren europäischen Märkten.
Neue Personalien: Pieter de Haas (CCO) wurde als Führungskraft genannt; Gründer Wouter Samama (CEO/CFO) und Lucas Koster (CTO/COO) bilden das Führungsteam.
Startup & Geschäftsmodell
OAASIS bietet eine modulare Plattform, die laut Unternehmensangaben KI‑Modelle, Optimierungsalgorithmen und ein „Control Tower“‑Dashboard kombiniert, um Nachfrageprognosen, Produktions‑ und Bestandsplanung sowie Logistikentscheidungen zu unterstützen. Die Lösung positioniert sich gezielt für KMU und Mid‑Market‑Firmen in der Konsumgüterbranche, die häufig nicht über dieselben IT‑Ressourcen und Experten wie Großkonzerne verfügen. Das Produktportfolio umfasst Module für Demand‑Optimierung, Supply‑Optimierung, ein zentrales Control‑Tower‑Interface sowie ergänzende Experten‑Services on‑demand, die Kunden bei Implementierung und operativem Betrieb unterstützen.
Das Geschäftsmodell kombiniert SaaS‑Lizenzierung der Software mit ergänzenden Serviceverträgen: Kunden können auf Wunsch Expertenkapazitäten zeitweise hinzubuchen, etwa zur Durchführung von Netzwerkdesigns, Portfolio‑Optimierungen oder zur Unterstützung bei komplexen Planungsprozessen. Diese Kombination aus Technologie und Fachkompetenz wird vom Gründerteam als Differenzierungsmerkmal gegenüber rein softwaregetriebenen Wettbewerbern hervorgehoben.
Bedeutung der Runde für Startup & Markt
Die 2,9 Mio. € sind für ein junges SaaS‑Startup eine typische Launch‑Finanzierung, die es OAASIS erlaubt, Produktreife, erste Referenzkunden und Skalierbarkeit in einem klar abgegrenzten regionalen Markt zu entwickeln. OAASIS nennt bereits erste Kunden aus dem Konsumgütersegment und liefert damit frühzeitigen Marktnachweis; dieses Kundenportfolio kann für Folgefinanzierungen und organisches Wachstum wichtig sein.
Für Investoren ist das Angebot interessant, weil Supply‑Chain‑Optimierung nach wie vor ein hohes Effizienz‑ und Einsparpotenzial verspricht—gerade bei KMU, die in den vergangenen Jahren verstärkt unter Lieferkettenvolatilität und steigenden Kosten litten. Bei einem adressierbaren Markt, der von fragmentierten Systemlandschaften und mangelnder Softwareadaption geprägt ist, könnte eine Kombination aus erschwinglicher KI‑Software und beratender Unterstützung als Markteintrittsvorteil dienen. HGT Invests Engagement bringt neben Kapital vermutlich auch Zugang zu Netzwerken und operativer Erfahrung, die für die Kundengewinnung in der Benelux‑Region relevant sind.
Gleichzeitig bleiben Risiken: Die internationale Konkurrenz im Bereich Supply‑Chain‑Optimierung ist groß—von etablierten ERP‑Anbietern über spezialisierte Planungssoftware bis hin zu neuen KI‑Startups. OAASIS muss nachweisen, dass die Automatisierungs‑ und ROI‑Versprechen in realen Kundenszenarien eintreten, um Wiederkaufsraten und Skaleneffekte zu erzielen. Tech‑Claims wie „mindestens 300% ROI“ oder Verbesserungsszenarien (z. B. Reduktion operativer Kosten um bis zu 10%) sind ambitioniert und bedürfen unabhängiger Validierung durch Kundenerfahrungen und Messzahlen im laufenden Betrieb.
Ausblick oder Marktvergleich
Kurzfristig wird OAASIS seine Energie auf Produktverfeinerung, Onboarding weiterer Referenzkunden und den regionalen Roll‑out in Benelux richten. Das Unternehmen nennt eine Wachstumsroadmap mit Zielmärkten: Vereinigtes Königreich, Deutschland, Österreich und die Schweiz innerhalb von etwa zwei Jahren, gefolgt von weiterer europäischer und globaler Expansion. Eine erfolgreiche Cross‑Border‑Skalierung wird neben technologischer Robustheit vor allem von Vertriebspartnern, lokaler Branchenkenntnis und Integrationsfähigkeit mit bestehenden IT‑Landschaften abhängen.
Im Wettbewerbsvergleich muss OAASIS sowohl funktional mit spezialisierten Advanced‑Planning‑Systemen mithalten als auch preislich gegenüber schwergewichtigeren Enterprise‑Lösungen attraktiv bleiben. Für Investoren ist relevant, ob das Unternehmen ein wiederkehrendes Umsatzmodell mit hoher Kundenbindung und klarer Upsell‑Strategie etabliert. Gelingt das, könnte OAASIS in einem fragmentierten Marktsegment eine Nischenposition mit hoher Marge erreichen; scheitert die Kundenakzeptanz, bleibt das Risiko eines langsamen Skalierungsverlaufs.
Fazit: Die Finanzierung von 2,9 Mio. € gibt OAASIS den operativen Spielraum, erste Produktversprechen in messbare Kunden‑Outcomes zu verwandeln und die Marktposition in den Benelux‑Ländern auszubauen. Entscheidend wird die Fähigkeit sein, beobachtbare KPI‑Verbesserungen bei Kunden zu liefern, Integrationen zu vereinfachen und Vertrauen bei mittelständischen Marken aufzubauen—dann ist eine Follow‑On‑Runde zur Erschließung größerer DACH‑ und UK‑Märkte plausibel.