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Red Access sammelt 17 Mio. $ für agentenlose SSE‑Alternative

Red Access erhält 17 Mio. $ in einer Series‑A‑Runde für seine agentenlose, sessionsbasierte SSE‑Plattform. Das Kapital fließt in US‑Expansion, Produktentwicklung, Channel‑Ausbau und Neueinstellungen; Lead: Norwest Venture Partners.

Samuel Gassauer
Samuel Gassauer
11. September 20254 min
Red Access sammelt 17 Mio. $ für agentenlose SSE‑Alternative

Die Series‑A‑Finanzierung unterstreicht wachsende Investoreninteressen an leichter implementierbaren Security‑Service‑Edge‑(SSE)‑Ansätzen. Red Access will die Mittel nutzen, um die US‑Expansion voranzutreiben, das Produkt weiterzuentwickeln und Schlüsselrollen in Vertrieb, Produkt und Technik zu besetzen.

„We built Red Access to cut through the noise with fast deployment, seamless integration and uncompromising security that aligns with the way people work today.“
– Dor Zvi, Co‑Founder and CEO

Finanzierungsrunde – Faktenbox

  • Startup: Red Access

  • Sitz: Tel Aviv, Israel

  • Branche: Cybersicherheit / Security Service Edge (SSE)‑Alternativen

  • Finanzierungsrunde: Series A

  • Volumen: 17 Mio. $

  • Bisher eingesammelt: 23 Mio. $ (gesamt)

  • Investoren: Norwest Venture Partners (Lead), Ten Eleven Ventures, SentinelOne’s S Ventures, Elron Ventures, Singtel Innov8 Ventures

  • Verwendung der Mittel: Ausbau der US‑Präsenz, Forschung & Entwicklung, Einstellung von Personal in Engineering, Produkt, Marketing und Sales, Ausbau des Channel‑Programms

  • Neue Personalien: Douglas Brockett (Executive Chairman), Dror Nahumi (Boardmitglied, Norwest)

Startup & Geschäftsmodell

Red Access positioniert sich als agentenlose, sessionsbasierte Sicherheitsplattform, die Sicherheitsfunktionen dort ansetzt, wo Nutzer mit Daten interagieren — in Browsern, SaaS‑Applikationen und Unternehmensanwendungen. Statt klassische SSE‑Konzepte mit umfangreichem Netzwerk‑Umbau oder verteilten Agents verlangt das Red‑Access‑Konzept nach einer Integration auf Session‑Ebene, die sich in bestehende Infrastrukturen wie Firewalls einklinkt. Diese Architektur soll Deployment‑Aufwand, operative Komplexität und Performance‑Einbußen reduzieren. Funktional bietet die Plattform laut Unternehmensangaben zentrale SSE‑Use‑Cases wie Data Loss Prevention (DLP), sicheren Zugriff auf Unternehmensressourcen sowie Schutz für Remote‑ und Hybrid‑Arbeitsszenarien — einschließlich Situationen mit unmanaged Devices oder bei Interaktion mit GenAI‑Tools.

Das Geschäftsmodell setzt auf schnell skalierbare Enterprise‑Lizenzierung kombiniert mit Channel‑Vertrieb über MSSPs und Value‑Added‑Reseller. Die agentenlose Natur der Lösung adressiert typische Einführungsbarrieren großer Konzerne: notwendige Agenten‑Rollouts, Applikationsanpassungen oder umfangreiche Netzwerk‑Migrationen. Laut Mitteilung schützt die Plattform bereits mehrere hunderttausend Nutzer; der Vertrieb soll über Partnernetzwerke und eine verstärkte U.S.‑Expansion beschleunigt werden.

Bedeutung der Runde für Startup & Markt

Die frische Finanzierungsrunde gewährt Red Access nicht nur Kapital, sondern auch Branchensignale: Norwest führt die Runde an, begleitet von strategisch relevanten Investoren wie SentinelOne’s S Ventures und Singtel Innov8. Für das Startup bedeutet das sowohl einen Vertrauensbeweis in die technische Ausrichtung als auch potenzielle operative Hebel bei Markteintritts‑ und Partnerschaftsaktivitäten. In einem SSE‑Markt, der von großen Anbietern und komplexen Integrationsprojekten dominiert wird, adressiert Red Access ein konkretes Käuferproblem: die schleppende Umsetzung trotz hoher Absichtserklärungen von Unternehmen. Ein agentenloser, sessionorientierter Ansatz kann für Security‑Teams attraktiv sein, die schnellen Mehrwert bei überschaubarem Integrationsaufwand suchen.

Für Investoren ist die Runde ein Hinweis auf anhaltende Allokation in Security‑Startups, die legacy‑schwere Architekturen vermeiden. Die Mittel erlauben Red Access, Sales‑ und Channel‑Kapazitäten in den USA aufzubauen — ein entscheidender Schritt, um größere Enterprise‑Deals und Managed‑Service‑Partnerschaften zu realisieren. Die Personalien auf Vorstandsebene deuten außerdem auf Ambitionen, die Go‑to‑Market‑Execution zu professionalisieren.

Ausblick oder Marktvergleich

Kurzfristig ist zu erwarten, dass Red Access seine Go‑to‑Market‑Aktivitäten in den USA verstärkt, Channel‑Programme ausbaut und das Produktportfolio um Integrationen ergänzt, die für Enterprise‑Adoption typisch sind (Identity‑Provider, Cloud‑Gateways, SIEM/SoAR‑Tools). Entscheidend bleibt die Fähigkeit, technische Versprechen in nachweisbare Betriebsvorteile zu übersetzen — etwa durch messbare Reduktion von Implementierungszeiten, Performance‑Overhead und False‑Positive‑Raten bei DLP‑Funktionen.

Im Vergleich zu etablierten SSE‑ und Secure‑Web‑Gateway‑Anbietern setzt Red Access weniger auf Netzwerk‑Reorganisation und mehr auf punktgenaue Session‑Kontrolle. Das kann in Umgebungen mit heterogener Endpoint‑Verteilung und restriktiven Rollout‑Fenstern ein Wettbewerbsvorteil sein. Langfristig entscheidet sich der Erfolg jedoch an Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit in komplexen Unternehmenslandschaften und der Partner‑Adoption. Strategische Fragen bleiben: Wie gut lässt sich das Produkt in bestehende Security‑Stacks orchestration‑freundlich einbinden, wie hoch sind Gesamtkosten im Betrieb und wie reagieren Großkunden auf eine agentenlose Alternative hinsichtlich Compliance‑ und Auditanforderungen?

Für Investoren und strategische Käufer bleibt Red Access ein Beobachtungsfall: Die aktuelle Runde ermöglicht einen beschleunigten Marktangriff, doch die nächsten 12–24 Monate werden zeigen, ob das Konzept bei Unternehmenskunden in großem Maßstab angenommen wird. Sollte Red Access erfolgreich Channel‑Partnerschaften skalieren und Referenzkunden mit belastbaren ROI‑Metriken liefern, könnte die Firma schnell in die Auswahlprozesse größerer CISOs gelangen — andernfalls steht ein intensiver Wettbewerb gegen umfangreich finanzierte SSE‑Plattformen und Enterprise‑Browser‑Anbieter bevor.

Quellenangaben