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SuperGround sichert 3,65 Mio. € und startet Partnerschaft mit Ocean Next

Das finnische Food‑Tech‑Startup SuperGround erweitert seine Seed-/Pre‑Seed‑Runde um 1,15 Mio. € auf insgesamt 3,65 Mio. €. Die Mittel beschleunigen Kommerzialisierung und Markteintritt in den Nordics; zugleich startet SuperGround eine Vermarktungs‑Partnerschaft mit Ocean Next (u. a. Produktion in Falkenberg mit Korshags). Investoren sind u. a. Hatch Blue (Blue Revolution Fund), CHECK24 Impact und Propeller Ventures.

Samuel Gassauer
Samuel Gassauer
5. September 20254 min
SuperGround sichert 3,65 Mio. € und startet Partnerschaft mit Ocean Next

SuperGround sichert 3,65 Mio. € und startet Partnerschaft mit Ocean Next

Finnisches Food‑Tech‑Startup SuperGround hat seine jüngste Finanzierungsrunde um 1,15 Mio. € erweitert und kommt damit auf ein aktuelles Volumen von 3,65 Mio. €. Die Mittel sollen vor allem Kommerzialisierung und Markteintritt in den Nordics beschleunigen; zugleich wurde eine Partnerschaft mit dem schwedischen Unternehmen Ocean Next zur Produktvermarktung angekündigt.

„Investors are looking for cost-competitive, scalable food innovations, and that’s exactly what we deliver.“
– Jaakko Kaminen, CEO SuperGround.

Finanzierungsrunde – Faktenbox

  • Startup: SuperGround Oy

  • Sitz: Helsinki, Finnland.

  • Branche: FoodTech / Verarbeitung von Nebenströmen (Fisch, Geflügel) zu Lebensmittelzutaten.

  • Finanzierungsrunde: Erweiterung einer vorherigen Seed‑/Pre‑Seed‑Finanzierungsrunde (Extension).

  • Volumen: Gesamterweiterung um 1,15 Mio. €, Gesamtvolumen der aktuellen Runde 3,65 Mio. €.

  • Bisher eingesammelt: Zuvor 2,5 Mio. €; kumuliert 3,65 Mio. €.

  • Investoren: Hatch Blue (Blue Revolution Fund), CHECK24 Impact, Propeller Ventures; Hatch Blue war bereits zuvor beteiligt.

  • Verwendung der Mittel: Kommerzialisierung, Markteintritt in den Nordics, Aufbau von Produktions‑ und Vermarktungs‑Partnerschaften (u. a. Ocean Next / Korshags).

  • Neue Personalien: CEO Jaakko Kaminen wird in der Berichterstattung als Repräsentant genannt; zuvor kommunizierte Management‑Stellungen (COO, CSO) sind auf der Unternehmensseite dokumentiert. Unternehmensbewertung wurde nicht veröffentlicht.

Startup & Geschäftsmodell

SuperGround hat eine patentierte Verarbeitungstechnologie entwickelt, die bislang ungenutzte Nebenströme aus Fisch und Geflügel in verwertbare, proteinreiche Lebensmittelzutaten verwandelt. Die Technologie erlaubt nach Unternehmensangaben die Nutzung von Köpfen, Häuten, Gräten und Knochen, um Massen herzustellen, die in Endprodukten wie Nuggets, Patties, Pasteten oder Saucen eingesetzt werden können. Ziel ist es, Erträge aus vorhandenen Rohstoffen zu erhöhen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gleichzeitig Kostenvorteile entlang der Wertschöpfungskette zu realisieren.

Für Hersteller bedeutet das Modell eine Technologie‑Lizenzierung oder industrielle Partnerschaften, bei denen SuperGround als Technologie‑ und Produktionspartner auftritt. Die Lösung zielt auf Lebensmittelproduzenten, Verarbeitungsbetriebe und Marken, die ihre Rohstoffeffizienz steigern oder nachhaltige Produktlinien einführen wollen. Auf der Unternehmensseite werden bereits Anwendungsfälle mit Salmoniden, Kabeljau und Hering beschrieben; die Methode ist nach eigenen Angaben auf verschiedene Fischarten und Geflügel anwendbar.

Bedeutung der Runde für Startup & Markt

Die aktuelle Kapitalerhöhung ist als Erweiterung einer vorherigen Investition zu bewerten und signalisiert Interesse von strategischen und thematischen Investoren im Bereich nachhaltiger Blau‑ und Lebensmittelinnovation. Das Hinzutreten von CHECK24 Impact und Propeller Ventures neben Hatch Blue reflektiert eine Mischung aus spezialisiertem Blue‑Food‑Wissen und breiterer Impact‑/Growth‑Orientierung. In einem Marktumfeld, in dem FoodTech‑Finanzierungen selektiver geworden sind, stärkt die Runde SuperGrounds Fähigkeit, Prototypen in kommerzielle Produkte zu überführen und erste Absatzkanäle zu öffnen.

Operativ ist die Partnerschaft mit Ocean Next strategisch relevant: Ocean Next übernimmt laut Mitteilung die kommerzielle Steuerung in den Nordics mit Produktionsplänen in Falkenberg, unterstützt durch Korshags Food AB. Für SuperGround bedeutet das einen kanalisierten Marktzugang, lokale Produktionskapazität und eine Nähe zu nordischen Handels‑ und Gastronomiemärkten, die insgesamt Time‑to‑Market und Skaleneffekte verbessern sollten. Die Mittel sind daher weniger für weitere frühe Forschung als für Skalierung, Produktionseinrichtung und Kommerzialisierungsaktivitäten vorgesehen.

Ausblick oder Marktvergleich

Kurzfristig besteht die Herausforderung darin, technologische Robustheit in industriellem Maßstab zu demonstrieren und regulatorische sowie Verbraucherakzeptanz‑Hürden bei der Nutzung bislang ungewöhnlicher Rohstoffe zu überwinden. SuperGround adressiert beides durch Zusammenarbeit mit etablierten Lebensmittelproduzenten und einem frischen Vertriebskanal über Ocean Next; diese Kombination kann das Vertrauen von Handel und Endverbrauchern stärken.

Auf Markt‑ bzw. Segmentebene positioniert sich SuperGround in einer Schnittmenge aus Circular Food, Upcycling und nachhaltiger Proteinproduktion. Vergleichbare Geschäftsmodelle im FoodTech‑Bereich zeigen, dass frühe Kommerzialisierungspartnerschaften und klare Kosten‑/Geschmacksargumente entscheidend sind, um Retail‑Listings und industrielle Adoption zu erreichen. Sollten Produktlaunches in den Nordics erfolgreich verlaufen, könnte SuperGround in die Rolle eines Lizenzgebers oder Co‑Produzenten für größere Lebensmittelhersteller wachsen. Unternehmensbewertung und genaue Meilensteine der Investoren bleiben öffentlich nicht spezifiziert und sollten in Folgekommunikationen konkretisiert werden.

Fazit: Die 3,65 Mio. € geben SuperGround finanziellen Spielraum, erste kommerzielle Schritte zu beschleunigen und die Brücke zwischen Labor‑ bzw. Pilotproduktion und marktfähigen Konsumprodukten zu schlagen. Für Investoren wird der Fokus nun auf Messgrößen wie Produktionskosten, Sensorische Akzeptanz, Lebensmittelsicherheit und erste Verkaufskanäle liegen; diese Kennzahlen werden entscheidend dafür sein, ob das Geschäftsmodell skaliert und in breitere Märkte exportiert werden kann.

Quellenangaben