TERN Group sammelt 20,4 Mio. € ein, um KI-gestützte Clinical-Workforce-Plattform zu skalieren
Die Londoner TERN Group sichert sich 20,4 Mio. € in einer Series‑A unter Führung von Notion Capital, um ihre KI‑Plattform auszubauen, international zu expandieren und Trainingskapazitäten zu skalieren.


Die in London ansässige TERN Group hat in einer Series‑A‑Finanzierungsrunde rund 20,4 Mio. € (ca. 24 Mio. $) aufgenommen. Die Runde, die von Notion Capital angeführt wurde, soll den Ausbau der KI‑Plattform, internationale Expansion und den Aufbau von Trainingskapazitäten vorantreiben.
„This funding allows us to double down on three priorities: expanding into new geographies, investing further in our AI platform, and scale our training and operations to support thousands more professionals every year.“
– Avinav Nigam, Founder & CEO
Finanzierungsrunde – Faktenbox
Startup: TERN Group
Sitz: London, Vereinigtes Königreich
Branche: Clinical AI / Healthtech / Workforce Mobility
Finanzierungsrunde: Series A
Volumen: 20,4 Mio. €
Bisher eingesammelt: 33 Mio. $
Investoren: Notion Capital (Lead), RTP Global, LocalGlobe, EQ2 Ventures, Leo Capital, Presight sowie mehrere Angel‑Investoren (u. a. Lord David Prior, Tom Stafford und weitere Branchen‑Persönlichkeiten).
Verwendung der Mittel: Ausbau der Plattform, internationale Expansion, Skalierung von Aus‑ und Weiterbildungs‑ sowie Compliance‑Kapazitäten.
Neue Personalien: Keine neuen Personalien veröffentlicht.
Startup & Geschäftsmodell
TERN wurde 2023 von Avinav Nigam und Krishna Ramkumar gegründet und positioniert sich als Full‑Stack‑Plattform für die Rekrutierung, Verifizierung, Relokation und Weiterbildung von Gesundheitsfachkräften. Die Plattform verbindet KI‑gestützte Matching‑Algorithmen mit Compliance‑Workflows, Sprach‑ und Qualifikationsschulungen sowie administrativer Unterstützung beim Visums‑ und Anerkennungsprozess. TERN gibt an, mehr als 650.000 registrierte Fachkräfte zu haben und mit mehr als hundert Arbeitgebern, darunter mehrere NHS‑Trusts und Klinikgruppen in Deutschland und Europa, zusammenzuarbeiten.
Das Geschäftsmodell kombiniert transaktionsbasierte Vermittlungsgebühren mit wiederkehrenden Erlösen aus Plattformdiensten wie Compliance‑Monitoring, Sprachtraining und Integrationsservices. TERN beschreibt seine Lösung als „zero‑fee“ für Kandidaten, finanziert durch Arbeitgeber‑Gebühren und zusätzliche Services. Nach Unternehmensangaben verzeichnete die Plattform in den vergangenen zwölf Monaten starkes Wachstum; konkrete Margen‑ oder KPI‑Zahlen wurden jedoch nicht offengelegt.
Bedeutung der Runde für Startup & Markt
Für TERN bedeutet der Einstieg eines spezialisierten B2B‑Softwareinvestors wie Notion Capital neben internationalen Growth‑Investoren eine Legitimation des Produkt‑Market‑Fits und einen klaren Signalwert gegenüber potenziellen Gesundheitsbetreibern und Regulatoren. Finanziell liefert die Runde Mittel, um die teils komplexen Compliance‑ und Sprachtrainings sowie die lokale Büro‑ und Rechtsstruktur in Zielmärkten aufzubauen, ohne kurzfristig auf kostspielige Vermittlungsmodelle zurückgreifen zu müssen.
Aus Investorensicht ist die Kombination aus technischer Plattform und operativem Ausbildungsangebot ein doppelter Hebel: Software skaliert mit Daten, operative Trainings schaffen eine konstante Supply‑Pipeline und verbessern die Einsetzbarkeit von Kandidaten in regulierten Märkten. Notion Capital und Co‑Investoren investieren typischerweise in SaaS‑Modelle mit wiederkehrenden Umsätzen; die Beteiligung signalisiert deshalb, dass TERN zumindest Teile dieses Profils erfüllt oder erfüllen kann. Gleichzeitig erhöht die operative Komponente den Kapitalbedarf für Personal, Schulungsinfrastruktur und rechtliche Strukturen – weshalb die getätigte Summe eher als Anschub denn als vollständige Skalierungsfinanzierung zu sehen ist.
Zu den Risiken zählen regulatorische Verzögerungen bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen, lokale Tarifkonflikte in Zielmärkten und politische Diskussionen über Zuwanderung von Pflegepersonal. Marktvergleiche zeigen, dass spezialisierte Plattformen mit enger Anbindung an lokale Ausbildungsinstitutionen und regulatorische Behörden höhere Eintrittsbarrieren überwinden können. TERNs Vorteil liegt in der Kombination aus Market Access in Herkunftsländern, einem Netzwerk von Trainingspartnern und Partnerschaften mit klinischen Arbeitgebern; ob dies in großem Maßstab replizierbar ist, bleibt eine offene Frage.
Ausblick oder Marktvergleich
Die Höhe der Runde ist für ein Health‑Tech‑Startup im Bereich Workforce‑Mobilität substanziell, reicht aber nicht automatisch für einen schnellen Markteintritt in den USA oder die flächendeckende Etablierung in Deutschland aus. Im Wettbewerbsumfeld stehen Anbieter von Personaldienstleistungen, spezialisierte Health‑Tech‑Plattformen und etablierte internationale Agenturen in direktem Vergleich; TERN setzt auf Technologie plus eigene Trainings‑ und Compliance‑infrastruktur als Differenzierer.
Wesentliche Erfolgsfaktoren bleiben die Reduktion von Time‑to‑Hire, die Einhaltung lokaler Zulassungsregeln und die Fähigkeit, die Integration der Fachkräfte in den Arbeitgeberalltag routiniert zu begleiten. Investoren werden darauf achten, ob TERN die behaupteten Effizienzgewinne in Pilotmärkten wie Deutschland und dem UK tatsächlich beweisen kann; nur dann ist eine deutlich höhere Folgerunde plausibel.
Für Risikokapitalgeber bietet TERN ein interessantes Exposure an einem strukturellen Problem mit hoher Nachfrageelastizität: Gesundheitssysteme benötigen planbar qualifiziertes Personal, und digitale Prozesse können Kostendruck reduzieren. Investmententscheidungen werden jedoch an operationalen Kennzahlen wie Time‑to‑Placement, Retentionsraten, Compliance‑Fehlerquoten und durchschnittlichem Auftragswert gemessen. Ein Follow‑on‑Investment dürfte von harten Nachweisen über Margenverbesserungen und einer erfolgreichen Replikation des Modells in mindestens zwei großen europäischen Märkten abhängen. Für strategische Investoren aus dem Gesundheitswesen und Betreiber können Partnerschaften sinnvoll sein, da sie Zugänge zu Stellenangeboten, Praxiswissen und Abnahmesicherheit bieten.
Recherche und Quellenlage: Die Meldung wurde von mehreren Fach‑ und Wirtschaftsmedien am 10. September 2025 verbreitet und basiert nach Angabe der Berichte auf einer Stellungnahme des Unternehmens sowie Statements der Investoren. Auf der offiziellen Unternehmensseite finden sich ausführliche Produkt‑ und Blog‑beschreibungen sowie Hinweise zu Programmen wie "TERN Talent Tour" und "Mission 2025", jedoch konnte zum Zeitpunkt der Recherche keine dedizierte, formal datierte Pressemitteilung zur Series‑A‑Runde auf der Website oder auf den Investorenseiten von Notion Capital gefunden werden. Mehrere Sekundärberichte zitieren eine Unternehmensaussage, und in Indien wurden Meldungen über eine US‑Dollar‑Angabe (24 Mio. $) veröffentlicht, die mit dem in Europa berichteten Betrag von 20,4 Mio. € übereinstimmt. Die Unternehmensbewertung wurde nicht veröffentlicht; ebenso liegen keine öffentlich bestätigten Angaben zu konkreten Margen, detaillierten KPIs oder neuen Führungspositionen vor. Anleger und strategische Partner sollten daher eigene Due‑Diligence‑Prüfungen ansetzen, insbesondere zu regulatorischen Zulassungsprozessen, Sprachausbildungs‑Kapazitäten und den vertraglichen Bindungen zu Kliniken. Fazit: Die Runde sichert TERN signifikante Mittel zur weiteren Produktentwicklung und Markterprobung, zugleich bleiben mehrere operative und regulatorische Prüfsteine, die den Verlauf einer möglichen Folgefinanzierung bestimmen werden. Dieser Bericht basiert auf den öffentlich zugänglichen Medienmeldungen und Inhalten der Unternehmenswebsite; alle inhaltlichen Angaben wurden aus den genannten Quellen zusammengeführt, wobei direkte Originalzitate und Pressemitteilungen, sofern verfügbar, bevorzugt wurden; fehlende Zahlen und Bewertungen sind ausdrücklich gekennzeichnet. Für Investoren bedeutet das: prüfen Sie Retentionsdaten, Compliance‑Prozesse, die Skalierbarkeit der Trainingsinfrastruktur und die vertragliche Bindung zu Arbeitgebern, bevor Sie eine Follow‑on‑Zusage treffen. Regionale Referenzprojekte sollten dokumentiert sein. Transparenz ist entscheidend. Ende der Analyse.