Xampla sichert 14 Mio. $ Series A zur Skalierung pflanzenbasierter Morro‑Materialien
Das Cambridge‑Startup Xampla hat 14 Mio. $ in einer Series‑A‑Runde aufgenommen, angeführt von Emerald Technology Ventures mit BGF und Matterwave Ventures. Das Kapital beschleunigt die Kommerzialisierung der pflanzenbasierten Morro‑Coatings und ‑Filme sowie die Expansion in Europa, Großbritannien und Asien‑Pazifik; Folgeinvestoren sind u. a. Amadeus Capital Partners und Horizons Ventures.


Das britische Materialinnovationsunternehmen Xampla hat in einer Series‑A‑Finanzierungsrunde 14 Mio. $ aufgenommen, angeführt von Emerald Technology Ventures gemeinsam mit BGF und Matterwave Ventures. Die Mittel sollen die Kommerzialisierung der Morro™‑Produktpalette beschleunigen und die Expansion in Europa, Großbritannien und den asiatisch‑pazifischen Raum unterstützen. (tech.eu, finsmes.com)
„This is a major vote of confidence for our revolutionary replacements for polluting plastics, and will see us expanding into Asia Pacific as well as growing in the UK and Europe. We have proven to investors and to brands that Morro™ materials are the real deal in making plastic a material of the past.“ – Alexandra French, CEO
Finanzierungsrunde – Faktenbox - Startup:
Startup: Xampla
Sitz: Cambridge, Vereinigtes Königreich
Branche: Nachhaltige Materialien / Biobasierte Verpackungsalternativen
Finanzierungsrunde: Series A
Volumen: 14 Mio. $
Bisher eingesammelt: Vorherige öffentlich bekannte Runden umfassen unter anderem eine 7 Mio. $‑Finanzierung im Januar 2024; kumulative frühere Angaben lagen bei rund 17,6 Mio. $. Eine offizielle Gesamtangabe nach der aktuellen Runde wurde nicht veröffentlicht.
Investoren: Emerald Technology Ventures (Lead), BGF, Matterwave Ventures; Folgeinvestitionen von Amadeus Capital Partners und Horizons Ventures wurden berichtet.
Verwendung der Mittel: Ausbau der Produktion und Betriebskapazitäten, Kommerzialisierung von Morro™‑Coatings und -Filmen, Marktexpansion inklusive Asien‑Pazifik sowie Entwicklung neuer Anwendungen.
Neue Personalien: Keine signifikanten Personalankündigungen im Rahmen der Runde veröffentlicht. Unternehmensbewertung wurde nicht veröffentlicht. (emerald.vc, xampla.com)
Startup & Geschäftsmodell
Xampla ist ein University‑of‑Cambridge‑Spin‑out, das pflanzenbasierte, nicht chemisch modifizierte Materialien unter der Marke Morro™ entwickelt. Die Kerntechnologie nutzt natürliche Pflanzenproteine als Ausgangsstoff, um funktionale Polymere zu erzeugen, die typische Funktionen von Kunststoff übernehmen können, zum Beispiel Fett‑, Sauerstoff‑ und Feuchtigkeitsbarrieren für Papier und Karton. Morro™‑Coatings sollen die Recyclingfähigkeit von Karton erhalten, während Morro™‑Filme löslich, essbar und für bestimmte Anwendungen lebensmittelsicher sind. Die Materialien sind laut Unternehmen frei von PFAS, vollständig biologisch abbaubar und für die Kompostierung zu Hause geeignet. Partnerschaften mit Verpackungsherstellern und Markenkunden dienen als Vertriebskanal und Validierungsroute. (xampla.com, tech.eu)
Bedeutung der Runde für Startup & Markt
Aus Sicht von Kapitalgebern ist die Runde ein klassischer Scale‑Finanzierungsschritt: Mit einem Leadinvestor, der einen spezialisierten Verpackungsfonds betreibt, sowie etablierten Wachstumsinvestoren ist die Finanzierung auf schnelle Kommerzialisierung ausgelegt. Die Mittel erlauben es Xampla, Produktionskapazitäten hochzufahren, Kostenkurven zu verbessern und Lizenz‑ oder Lieferverträge mit großen Zulieferern und Marken global auszurollen. Die öffentliche Zielgröße, in den kommenden fünf Jahren mehr als zehn Milliarden Einheiten Einwegplastik zu ersetzen, signalisiert ambitionierte Volumenziele und eine klare KPI‑Orientierung gegenüber Investoren. Marktseitig treffen diese Ambitionen auf regulatorische Treiber wie das Single‑Use‑Plastics‑Regime sowie auf wachsende Nachfrage von FMCG‑Marken nach praktikablen Plastikalternativen. Das Profil der Investoren deutet auf eine Erwartung schneller Industrialisierung und breiterer Markteinführung hin. (emerald.vc, tech.eu)
Für Investoren ist besonders relevant, dass Xampla bereits mehrere Industriepartnerschaften aufgebaut hat, die nicht nur Validierung, sondern auch Produktions‑ und Vertriebswege eröffnen. Kooperationen mit 2M Group, Huhtamaki und Transcend Packaging sowie Anwendern wie Just Eat Takeaway, Gousto oder ELEMIS zeigen, dass die Technologie in realen Lieferketten getestet wurde und für kurzfristige Skalierung geeignet ist. Parallel dazu hat Xampla Fördermittel und Partnerschaften genutzt, etwa einen Innovate‑UK‑Smart‑Grant zur Unterstützung der Produktion in Verbindung mit 2M, mit dem Ziel, eine Produktionsstätte in Milton Keynes zu skalieren. Solche Kombinationen aus privatem Kapital, strategischen Industriepartnern und öffentlichen Fördermitteln reduzieren das technische und kommerzielle Risiko und verbessern die Chancen auf frühe Umsatzströme. Für Investmentteams bedeutet das: Durch die rund 14 Mio. $ können Proof‑of‑Scale‑Projekte beschleunigt werden, die Validierungszeit für größere Serienaufträge reduziert und die Basis für Lizenz‑oder Co‑Manufacturing‑Modelle gelegt werden. Gleichzeitig sollten Due‑Diligence‑Prüfungen insbesondere die Langfristigkeit der Rohstoffversorgung, die Qualitätssicherung über unterschiedliche Produktionsstandorte und die Standardisierung von Produktionsprozessen fokussieren.
Ausblick oder Marktvergleich
Praktisch hängt der Erfolg nun von mehreren Faktoren ab: Skalierbarkeit der Rohstoffversorgung, Integration in bestehende Produktionslinien als „drop‑in“ Lösung, Kostenwettbewerbsfähigkeit gegenüber petrochemischen Beschichtungen und die regulatorische Anerkennung in relevanten Märkten. Xampla positioniert Morro™ als materialseitig kompatibel mit Recyclingströmen und als SUPD‑exempt, was die Eintrittsbarrieren in einigen Segmenten reduziert. Wettbewerb besteht sowohl von anderen Biobasierten Materialinnovatoren als auch von Anbietern, die auf recycelte Kunststoffe oder chemisch modifizierte Biopolymere setzen. Kurzfristig wird die Messlatte die Umstellung von Pilot‑auf Serienproduktion sowie erste großvolumige Kunden‑Deployments sein; mittelfristig zählen Preisniveau und Stabilität der Lieferkette. Sollte Xampla die angekündigten Volumenziele erreichen, würde dies das Angebot an funktionalen, kompostierbaren Barrierematerialien substantiell erweitern. Gleichzeitig bleibt die Unternehmensbewertung nach der Runde nicht öffentlich, weswegen präzise Rendite‑oder Multiplikatorenschätzungen nicht möglich sind. (xampla.com, finsmes.com)
Operativ bleibt die Herausforderung, die Feedstock‑Kosten und saisonale Schwankungen zu managen. Xampla nennt verfügbare Rohstoffe wie Erbsen, Raps und Sonnenblumen sowie Restströme aus der Landwirtschaft als Ausgangspunkte; für Investoren ist entscheidend, ob diese Quellen in industriellem Maßstab zu stabilen Preisen verfügbar sind. Darüber hinaus entscheidet die Kompatibilität mit bestehenden Verarbeitungsmaschinen über die Geschwindigkeit der Adaption in der Industrie: Je weniger Modifikation an Linien erforderlich ist, desto einfacher die Implementierung für Verpackungshersteller. Auf Produktseite bietet Morro™ Eigenschaften, die über die typische Öko‑Rhetorik hinausgehen: Barriereschutz, Auflösbarkeit und Potenzial für essbare Anwendungen eröffnen neue Use‑Cases. Wettbewerbstechnisch bleibt der Markt fragmentiert; erfolgreiche Kommerzialisierung verlangt aggressive Kostenreduktion, robuste Lieferketten und klare Nachweise entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für Fonds und strategische Käufer kann Xampla daher sowohl als Plattform für Lizenzen und Materiallieferungen als auch als Übernahmekandidat interessant werden, sobald erste Serienumsätze und Margen sichtbar sind. Kurz: Die Runde verschafft dem Unternehmen die Mittel, um die kritischen Schritte von Validierung zu Skalierung zu gehen, das Risiko bleibt jedoch operational und marktbasiert und bedarf weiterer Monitoring durch Kapitalgeber.
Für Investoren bedeutet das konkret, dass in den kommenden 12 bis 24 Monaten drei Meilensteine im Fokus stehen sollten: der Übergang zu kosteneffizienter Serienfertigung, die Unterzeichnung mehrerer großvolumiger Lieferverträge und belastbare Nachweise zur Langzeitstabilität der Materialien in Recycling‑ und Kompostierungsprozessen. Erreicht Xampla diese Ziele, läge die Option nahe, Folgefinanzierungen zu attraktiveren Bewertungen zu ermöglichen oder strategische Partner als Käufer zu gewinnen. Bleiben Verzögerungen bei Skalierung oder Rohstoffkosten bestehen, erhöht sich das technische und kommerzielle Risiko. Anleger sollten daher Bedingungen und KPIs der Runde aufmerksam monitoren, da die Kapitalallokation nun darauf zielt, technische Reife in marktfähige Volumina zu übersetzen. Key‑Milestones sollten regelmäßig im Investoren‑Reporting und Board‑Updates erscheinen. (emerald.vc, tech.eu)