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Yangi sichert SEK 40 Mio. Zuschuss von Schwedischer Energieagentur für Cellera-Demonstrationsanlage

Das schwedische Cleantech-Startup Yangi erhält 40 Mio. SEK (ca. 3,6 Mio. €) aus dem Pilot- und Demonstrationsprogramm der Schwedischen Energieagentur, um eine erste vollskalige Demonstrationsanlage für die Dry-Forming-Plattform Cellera zu bauen und die Kommerzialisierung zu beschleunigen.

Samuel Gassauer
Samuel Gassauer
9. September 20254 min
Yangi sichert SEK 40 Mio. Zuschuss von Schwedischer Energieagentur für Cellera-Demonstrationsanlage

Yangi sichert SEK 40 Mio. (ca. 3,6 Mio. €) vom Swedish Energy Agency zur Demonstrationsanlage

Yangi, ein schwedisches Cleantech-Startup für faserbasierte Verpackungen, hat Fördermittel in Höhe von SEK 40 Mio. (etwa 3,6 Mio. €) aus dem Pilot- und Demonstrationsprogramm der Schwedischen Energieagentur erhalten. Die Mittel sollen den Bau einer ersten vollmaßstäblichen Demonstrationsanlage für die eigene Dry‑Forming‑Plattform Cellera finanzieren und die Kommerzialisierung beschleunigen.

„Even before launching, I had encountered dry forming—a disruptive method for creating rigid, cellulose-based packaging.“
– Anna Altner, Gründerin von Yangi.

Finanzierungsrunde – Faktenbox

  • Startup: Yangi

  • Sitz: Varberg / Schweden (Hauptsitz), Unternehmensinformation variiert je nach Quelle.

  • Branche: Nachhaltige Verpackungstechnologie / Dry‑Forming für faserbasierte Verpackungen.

  • Finanzierungsrunde: Zuschuss aus dem Pilot‑ und Demonstrationsprogramm der Schwedischen Energieagentur (nicht dilutiv).

  • Volumen: SEK 40 Mio. (ca. 3,6 Mio. €).

  • Bisher eingesammelt: Frühere strategische Investoren (u. a. Industriepartner) wurden in Unternehmensberichten genannt; konsolidierte Summe nicht einheitlich veröffentlicht.

  • Investoren: Hauptsächlich öffentliche Fördermittel; frühere Anteilseigner und strategische Partner sind in verschiedenen Quellen genannt (keine neue private Lead‑VC‑Runde angegeben).

  • Verwendung der Mittel: Bau und Inbetriebnahme der ersten vollskaligen Demonstrationsanlage für die Cellera‑Plattform; Validierung von Produktionsprozessen und Markteintrittsaktivitäten.

  • Neue Personalien: Keine verbindlichen Angaben zu managementseitigen Neuernennungen in den berichteten Quellen.

Startup & Geschäftsmodell

Yangi entwickelt eine Dry‑Forming‑Maschinenplattform unter dem Markennamen Cellera, die Zellstofffasern ohne Zugabe von Prozesswasser in dreidimensionale Verpackungen formt. Die Technologie kombiniert airlaid‑Prozesse mit schneller Pressung und ermöglicht laut Unternehmen deutlich niedrigeren Energieeinsatz und geringere CO2‑Emissionen im Vergleich zu konventionellen Thermoform‑Kunststofflösungen oder nassgeformten Faserverfahren. Ziel ist es, eine schlüsselfertige Produktionsplattform anzubieten, die sich in bestehende Recyclingströme integriert und Marken sowie Verpackungsherstellern als Alternative zu Plastik dient.

Kommerziell adressiert Yangi Hersteller von Verpackungen, Marken aus Kosmetik, Lebensmittel‑To‑Go sowie Elektronik, die nach skalierbaren, nachhaltigen Alternativen suchen. Das Geschäftsmodell umfasst den Verkauf oder die Lizenzierung der Maschinenplattform, begleitende Material‑ und Designdienstleistungen sowie möglicherweise servicebasierte Erlösmodelle (z. B. Material‑Subscription). Öffentlich zugängliche Quellen beschreiben Yangi als Technologie‑ und Systemlieferanten, weniger als reinen Materialproduzenten.

Bedeutung der Runde für Startup & Markt

Die zugesagte öffentliche Förderung ist für Yangi in zweierlei Hinsicht relevant: finanziell ermöglicht sie den Übergang von Pilotprojekten zu einer demonstrierten Produktionskapazität, technisch liefert die Demonstrationsanlage die notwendige Referenz für Kundenvalidierung und industrieübliche Skalierung. Für Investoren reduziert eine erfolgreiche Demonstration das technologische Risiko und erhöht die Chance auf Folgefinanzierungen oder Industriepartnerschaften.

Marktseitig stärkt eine erfolgreiche Inbetriebnahme die Positionierung von Dry‑Forming als praktikable Alternative zu etablierten Verfahren wie Wet‑Moulding oder Thermoforming. Gesetzliche Rahmenbedingungen (Single‑Use‑Plastics‑Richtlinien, PPWR) sowie Nachfrage nach zirkulären Verpackungen erhöhen den Druck auf Marken, alternative Lösungen zu implementieren; eine skalierte Cellera‑Anlage würde daher nicht nur Yangi, sondern potenziell auch Zulieferer und Converter in die Lage versetzen, schneller Lieferung und Kostenstruktur zu optimieren.

Die Förderung durch die Schwedische Energieagentur ist zudem ein Signal öffentlicher Unterstützung für industrielle De‑Risking‑Projekte in klimaschonender Fertigungstechnik. Öffentliche Zuschüsse dieser Größenordnung sind in der Phase relevant, in der kapitalintensive Hardwareentwicklung den Eintritt klassischer VC‑Finanzierungszyklen erschweren kann.

Ausblick oder Marktvergleich

Kurzfristig sollte der Fokus Yangi‑typisch auf der schnellen Implementierung der Demonstrationslinie, Qualitäts‑ und Recyclingvalidierung sowie dem Aufbau von Kunden‑Case‑Pilots liegen. Gelingt die Demonstration mit stabilen Leistungskennzahlen (Zykluszeiten, Ausschussraten, Energieverbrauch), steigt die Wahrscheinlichkeit, kommerzielle Serienaufträge und größere industrielle Partnerschaften zu gewinnen. Die Technologiereife (TRL) bewegt sich nach Unternehmensangaben Richtung industrieller Demonstration; Fördermittel adressieren genau diesen Schritt.

Im Wettbewerbsvergleich sind andere Ansätze (Wet‑Moulding, Paper‑Forming, Biokunststoffe) bereits am Markt, unterscheiden sich jedoch in Kostenstruktur, Formbarkeit und Recyclingfreundlichkeit. Dry‑Forming beansprucht niedrigere Wassernutzung und Energiebedarf; ob sich diese Vorteile in einer breiten industriellen Adoption durchsetzen, hängt von Kapitalkosten, Materialverfügbarkeit (z. B. FSC‑zertifizierte Fasern), Barriereeigenschaften und regulatorischen Anforderungen ab. Investoren werden besonders auf Nachweis der Total Cost of Ownership (TCO) und auf skalierbare Lieferketten achten.

Für die Venture‑Community sind zwei Punkte entscheidend: Erstens, ob Yangi nach der Demonstration in eine privatkapitalgetriebene Wachstumsrunde übergeht oder weitere öffentliche Förderquellen zur Risikoteilung nutzt; zweitens, wie schnell sich industrielle Abnehmer zu Kaufentscheidungen bewegen, wenn eine verlässliche Referenzproduktion vorliegt. Quellen berichten über bestehende strategische Partner und frühere Investments, doch konkrete Bewertung oder vollständiger Finanzüberblick wurden nicht veröffentlicht.

Quellenangaben