
Zusammenfassung: Venture Capital galt lange als exklusive Anlageklasse für Großinvestoren. Neue Strukturen wie der VC-Dachfonds ändern das: Bereits ab 10.000 Euro erhalten Privatanleger Zugang zu professionell verwalteten Venture Capital Fonds mit Streuung über 200 Start ups. Dieser Leitfaden erklärt Chancen, Risiken und praktische Umsetzung von Venture Capital Investitionen.
Die 200.000-Euro-Barriere: Warum Privatanleger benachteiligt waren
Institutionelle Venture Capital Fonds verlangen typischerweise Mindestanlagen von 200.000 Euro oder mehr. Diese Hürde schließt vermögende Privatpersonen aus – selbst jene mit liquiden Assets zwischen 500.000 und 10 Millionen Euro. Während Family Offices und Versicherungen ihre Portfolios mit 10 bis 25 Prozent Wagniskapital diversifizieren, bleiben die meisten Privatanleger außen vor.
Die Konsequenz: Deutsche Privatanleger halten durchschnittlich nur 3 Prozent ihres Vermögens in Private Markets. Zum Vergleich: Institutionelle Investoren allokieren 11 Prozent allein in Venture Capital. Diese Lücke bedeutet entgangene Renditen und mangelnde Diversifikation.
VC-Dachfonds: Die Lösung für strukturierten Zugang
Ein Venture Capital Dachfonds investiert nicht direkt in Startups, sondern wählt zehn bis fünfzehn professionelle Capital Fonds als Zielfonds aus. Diese Venture Capital Gesellschaften investieren ihrerseits in jeweils 15 bis 30 junge Unternehmen. Das Ergebnis: Über 200 Unternehmensanteile in einem Portfolio.
Der iVC Venture Innovation Fund ist aktuell der einzige BaFin-zugelassene Dachfonds dieser Art in Deutschland. Die Mindestanlage beträgt 10.000 Euro – ein Bruchteil üblicher Schwellenwerte. Damit konkurriert der Fonds direkt mit Anbietern wie Liqid, die höhere Tickets verlangen.
Wie funktioniert die Investmentkette?
Ebene 1: Anleger investieren ab 10.000 Euro in den iVC Fund
Ebene 2: Der Dachfonds wählt 10+ institutionelle VC-Fonds aus
Ebene 3: Diese Venture Capital Fonds investieren in 200+ Startups
Ergebnis: Maximale Risikostreuung bei niedrigem Einstieg
Diese Struktur ermöglicht Zugang zu Venture Capital Investments, die sonst nur Großinvestoren offenstehen. Der Fokus liegt auf Europa – Deutschland, Frankreich, UK, Skandinavien. Branchen reichen von künstlicher Intelligenz über Biotechnologie bis Climate Tech.
ELTIF 2.0: Regulatorische Revolution für Privatanleger
Das Inkrafttreten von ELTIF 2.0 Anfang 2024 veränderte den Markt grundlegend. Die EU-Verordnung beseitigte Mindestanlagebeträge und verbesserte Liquiditätsoptionen. Strukturen wie der Redstone Global Venture ELTIF machen institutionelle Investments nun breiter zugänglich.
Diese Öffnung intensiviert den Wettbewerb: Für Privatanleger bedeutet das mehr Auswahl – aber auch die Notwendigkeit, Anbieter sorgfältig zu vergleichen.
Renditeerwartungen: Was ist realistisch?
Historisch erzielten Top-Quartile Venture Capital Fonds über Laufzeiten von zehn bis fünfzehn Jahren durchschnittliche Renditen im mittleren zweistelligen Bereich. Der iVC Fund kalkuliert konservativ: Erreichen die Zielfonds im Schnitt 2,8x nach Kosten, erhalten Anleger circa 2,5x ausgeschüttet.
Vergleich Anlageformen:
Aktien: Historisch 7-9% jährlich
Anleihen: 1-3% in letzten Jahren
Venture Capital: Top-Fonds 15%+ jährlich
Diese Renditen sind nicht garantiert und hängen von Exit-Erfolgen ab. Risikokapital bleibt trotz professioneller Verwaltung eine Kapitalanlage mit erheblichen Risiken.
Exit-Strategien: Vom Startup zum Gewinn
Wertzuwachs entsteht durch erfolgreiche Exits:
Unternehmensverkauf: Ein etabliertes Unternehmen kauft das Startup. Diese Investitionen erfolgen nach fünf bis acht Jahren – besonders häufig in Berlin und anderen Tech-Hubs.
Börsengang (IPO): Das Startup geht an die Börse. Diese Exits dauern sieben bis zehn Jahre und bieten oft höchste Renditen.
Sekundärverkauf: Capital Fonds verkaufen Beteiligungen vorzeitig über den Secondary Market. Diese Form gewinnt massiv an Bedeutung.
Der boomende Secondary Market
Im ersten Halbjahr 2025 erreichte das globale Transaktionsvolumen 61,1 Milliarden US-Dollar. Für 2025 erwarten Experten ein Volumen zwischen 175 und 185 Milliarden. Über ein Drittel institutioneller Investoren plant, Engagement im Sekundärmarkt zu erhöhen.
Diese Entwicklung adressiert das Illiquiditätsproblem von VC Investments. inVenture Capital arbeitet an einem eigenen Zweitmarkt, um Anlegern mehr Flexibilität zu bieten.
Chancen: Warum in Venture Capital investieren?
Portfoliodiversifikation
Venture Capital korreliert wenig mit Aktienmärkten. Diese Eigenschaft macht Investments zur wertvollen Portfolioergänzung – ähnlich wie Immobilien oder Rohstoffe.
Innovation und Zukunftstechnologien
Von künstlicher Intelligenz über Biotechnologie bis Climate Tech: Die innovativsten Ideen werden durch Risikokapital finanziert. Wer in Capital Fonds investiert, partizipiert direkt an technologischem Fortschritt.
Demokratisierung durch neue Strukturen
Dachfonds senken Einstiegshürden drastisch. Was Großinvestoren vorbehalten war, steht nun vermögenden Selbstentscheidern offen. Die Regel: 5-15% Allokation abhängig vom Risikoprofil.
Risiken: Was Anleger beachten müssen
Totalverlustrisiko
Viele Startups scheitern. Selbst in diversifizierten Portfolios sind Ausfallquoten von 40-60% üblich. Einzelne erfolgreiche Exits müssen diese Verluste überkompensieren – ein Geschäftsmodell, das Nervenstärke erfordert.
Lange Kapitalbindung
Typische Laufzeit: 10-15 Jahre. Der Secondary Market entwickelt sich positiv, doch garantierte Ausstiegsmöglichkeiten gibt es nicht. Die Möglichkeit vorzeitiger Liquidität hängt vom Anbieter ab.
Komplexe Bewertung
Zwischenbewertungen schwanken stark. Die Entwicklung von Unternehmensanteilen ist schwer prognostizierbar – vor allem in frühen Phasen.
Gebührenstruktur
Capital Fonds haben höhere Gebühren als passive Fonds. Management-Gebühren, initiale Kosten und Performance-Beteiligungen reduzieren Nettorenditen. Transparente Kostenaufstellung ist essenziell.
Vergleich: Direktinvestments vs. Dachfonds
Privatanleger können auch direkt in Start-ups investieren – etwa über Crowdinvesting. Doch diese Anlageform birgt erhebliche Risiken:
Mangelnde Streuung: Direktinvestments konzentrieren Risiko. Ein Dachfonds streut über hunderte Unternehmen.
Fehlende Expertise: Venture Capital Gesellschaften haben jahrelange Erfahrung. Diese fehlt Privatpersonen meist.
Top-Deal-Zugang: Die besten Firmen arbeiten mit etablierten VC-Partnerschaften. Über Dachfonds erhalten Anleger indirekten Zugang.
Marktentwicklung: Deutschland stabilisiert sich
Nach Rückgängen 2023/24 stabilisiert sich der Venture Capital Markt. Im zweiten Quartal 2025 sammelten deutsche Unternehmen 2,4 Milliarden Euro – ein Anstieg von 45% gegenüber dem Vorquartal.
Der Wachstumsfonds Deutschland hat ein Volumen von 825 Millionen Euro an 41 Zielfonds zugesagt. Diese finanzieren über 360 innovative Firmen. Branchen wie künstliche Intelligenz und Climate Tech bleiben stark.
Praktische Umsetzung: So investieren Sie
Der Zugang zum iVC Fund erfolgt vollständig digital:
Registrierung auf der Plattform von inVenture Capital
Zeichnung ab 10.000 Euro online
Portfolioaufbau durch professionelles Management
Laufendes Reporting über Entwicklung und Investitionen
Die Kostenstruktur umfasst initiale Kosten (6-15%), laufende Gebühren (1,19% p.a.) und Performance-Beteiligung (10% auf Gewinne).
Für wen eignet sich diese Anlage?
Geeignet für:
Vermögende Selbstentscheider mit 500k-10M Euro Anlagevermögen
Anleger mit diversifiziertem Basisportfolio
Investoren mit 10+ Jahren Anlagehorizont
Personen mit Risikotoleranz und Illiquiditätsakzeptanz
Nicht geeignet für:
Anleger mit kurzfristigem Liquiditätsbedarf
Investoren ohne stabiles Basisportfolio
Personen mit geringer Risikobereitschaft
Die Kürze: Venture Capital sollte maximal 5-15% eines Portfolios ausmachen.
Steuerliche Aspekte
Die steuerliche Behandlung hängt von der konkreten Struktur ab. Bei deutschen Fonds unterliegen Ausschüttungen der Abgeltungssteuer. Individuelle Beratung durch Steuerexperten ist unverzichtbar.
Team und Expertise
Das Management von inVenture Capital bringt umfangreiche Erfahrung mit: Über 200 Capital Fonds wurden analysiert, mehrere Fondsstrukturen aufgelegt. Als CEO agiert Lennard Fischer mit Venture-Capital-Hintergrund. Die Partnerschaft mit HANSAINVEST als Kapitalverwaltungsgesellschaft und Hauck Aufhäuser Lampe als Verwahrstelle unterstreicht die professionelle Aufstellung.
Häufige Fragen (FAQ)
Was unterscheidet einen Dachfonds von direkten VC Investments? Ein Dachfonds investiert in mehrere Capital Fonds, die wiederum in Start-ups investieren. Diese Struktur schafft zweifache Diversifikation und professionelles Management.
Welche Mindestanlage ist üblich? Klassische Venture Capital Fonds verlangen 200.000+ Euro. Der iVC Fund ermöglicht Einstieg ab 10.000 Euro.
Wie lange ist Kapital gebunden? Typisch 10-15 Jahre. Der iVC Fund kalkuliert mit 13 Jahren. Ausschüttungen erfolgen nach erfolgreichen Exits.
Gibt es Ausschüttungen während der Laufzeit? Ja. Sobald Unternehmen verkauft werden, fließen Erlöse zurück. Diese Investitionen sind unregelmäßig und nicht prognostizierbar.
Kann ich Anteile vorzeitig verkaufen? Aktuell ist der Fonds illiquide. inVenture arbeitet an einem Zweitmarkt für mehr Flexibilität.
Wie sicher ist BaFin-Regulierung? BaFin-Zulassung bedeutet strenge Überwachung und Transparenz. Sie garantiert aber keine Rendite oder Kapitalerhalt.
Welche Branchen werden abgedeckt? Breit diversifiziert: Von KI über Biotech bis Climate Tech. Geografischer Fokus auf Europa, besonders Deutschland, Frankreich, UK.
Welche Rolle spielen Versicherungen als Investoren? Versicherungen und Banken gehören zu den größten institutionellen VC-Investoren. Sie allokieren erhebliche Volumina in Capital Fonds – Privatanleger können über Dachfonds ähnliche Strategien nutzen.
Quellen
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. (o.D.). Machbarkeits- und Marktpotenzialstudie zur INVEST-ähnlichen Förderung.
inVenture Capital. (2024). Produktinformationen iVC Venture Innovation Fund.
KfW. (2025). Wachstumsfonds Deutschland: Zwei Jahre nach Final Closing.
KfW. (2025). KfW-VC-Dashboard Q2 2025.
Klimavest. (o.D.). ELTIF 2.0 – Die neue EU-Verordnung.
Launch Bay Capital. (2025). State of VC Secondary Market H1 2025 Report.
PE Magazin. (2025). Fondsrisikobegrenzungsgesetz: Neuer Anlauf.
