70% USA im MSCI World: So diversifizieren Sie richtig

Klumpenrisiko MSCI World 2025: 74% US-Anteil erreicht Rekord. ETF-Alternativen und Diversifikationsstrategien für Ihr Depot.

Samuel Gassauer
Samuel Gassauer
5. Mai 20257 min
70% USA im MSCI World: So diversifizieren Sie richtig

Viele Anleger vertrauen auf den MSCI World als Basis für ihr ETF-Depot – zurecht: Die breite Streuung über rund 1.500 Unternehmen und 23 Industrieländer wirkt auf den ersten Blick solide; die Abbildung des Index verdeutlicht anschaulich die Diversifikation durch die Vielzahl der enthaltenen Unternehmen. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein nicht zu unterschätzendes Risiko: Der US-Anteil im MSCI World hat mittlerweile schwindelerregende 72-74% erreicht – ein absolutes Allzeithoch, was für anlegern besonders relevant ist, da sie ihr Portfolio gezielt steuern und Klumpenrisiken vermeiden sollten.

Die Top-10 Positionen bestehen fast ausschließlich aus US-Technologiewerten wie Apple, Microsoft und Amazon während die fünf größten US-Tech-Titel bereits 17-20% Gewichtung des gesamten Indexvolumens ausmachen. Beim MSCI World ist zu beachten, dass sowohl die Performance als auch die Risiken stark vom hohen US-Anteil beeinflusst werden.

Drastische Verschiebung seit 2010: Die USA konnten ihre Gewichtung in den letzten Jahren von 52,1% auf über 70% steigern, während alle anderen Länder Gewichtsanteile verloren. Europa ist auf nur noch 15% geschrumpft – eine bedenkliche Konzentration, die moderne Diversifikationsstrategien dringend erforderlich macht. Der MSCI World Index wird dabei von 70-74% US-amerikanischen Aktien dominiert, was die Abhängigkeit von der US-Wirtschaft weiter verstärkt.

In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter dem sogenannten Klumpenrisiko steckt, welche Auswirkungen es auf Ihr Depot haben kann – und wie Sie mit einfachen Strategien für echte Diversifikation sorgen.

Was ist das Klumpenrisiko im MSCI World ETF?

“Vereinfacht gesagt, entsteht ein Klumpenrisiko dann, wenn du bei der Geldanlage alles auf eine Karte setzt”, Comdirekt

Ein ETF auf den MSCI World suggeriert auf den ersten Blick eine ausgewogene, globale Streuung des Anlagekapitals über verschiedene Länder und Wirtschaftsräume hinweg. Bei genauerer Betrachtung der Indexzusammensetzung offenbart sich jedoch eine deutliche geografische Konzentration – tatsächlich liegt der US-Anteil bei über 70 %. Der Index umfasst mehr als 1.500 Einzeltitel, wobei die Verteilung dieser Einzeltitel stark von US-Unternehmen dominiert wird. Diese dominante Gewichtung bedeutet, dass Anleger, die ausschließlich in diesen Index investieren, ihr Portfolio stark vom Erfolg der US-amerikanischen Wirtschaft abhängig machen. Besonders auffällig ist dabei die massive Gewichtung großer Technologieunternehmen, allen voran Tech-Giganten wie Apple, Microsoft oder Nvidia, die einen erheblichen Teil des Indexvolumens ausmachen.

Viele Anleger verwechseln oft eine breite Streuung mit echter Diversifikation. Dabei ist entscheidend, nicht nur viele Aktien zu halten, sondern unterschiedliche Märkte, Sektoren und Anlageformen einzubeziehen – einschließlich alternativer Assets wie Venture Capital oder Private Equity. Erst durch die bewusste Kombination börsennotierter und nicht-börsennotierter Anlageklassen kann das Portfolio widerstandsfähig gegenüber Marktschocks und Klumpenrisiken gemacht werden. Experten unterstreichen: Echte Diversifikation entsteht erst durch die Vielfalt von Ertragsquellen und Marktdynamiken. Die Reduzierung des Klumpenrisikos kann auch durch die Einbeziehung weiterer Anlageklassen erreicht werden.

Top-5 Länder im MSCI World Index (Stand: 30. April 2025)

Quelle: MSCI World Factsheet (Stand: 30. April 2025)

🔍 Fakt: 5 US-Konzerne machen bereits über 20 % des Index aus.

Ursachen des Klumpenrisikos im MSCI World

Das Klumpenrisiko im MSCI World ETF entsteht vor allem durch die enorme Konzentration auf US-amerikanische Aktien und insbesondere auf große Technologieunternehmen. Obwohl der MSCI World Index rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern abbildet, liegt der US-Anteil inzwischen bei über 70 %. Diese Gewichtung ist kein Zufall: Die Marktkapitalisierung des US-Aktienmarktes übertrifft die aller anderen Länder bei Weitem. Unternehmen wie Apple, Microsoft und Amazon sind nicht nur die Schwergewichte im S&P 500, sondern dominieren auch den MSCI World ETF. Dadurch entsteht eine starke Abhängigkeit von der Entwicklung der US-Wirtschaft und dem Technologiesektor.

Die Top-10-Positionen im MSCI World Index bestehen fast ausschließlich aus US-Technologiewerten. Das bedeutet, dass Anleger, die auf den MSCI World ETF setzen, in erster Linie auf die Performance von US-Tech-Aktien wetten – und weniger auf eine wirklich globale Streuung. Diese Konzentration erhöht das Risiko, dass negative Entwicklungen in den USA oder im Technologiesektor das gesamte Portfolio belasten. Besonders in politisch und wirtschaftlich unsicheren Zeiten, wie sie unter US-Präsident Donald Trump immer wieder auftreten, kann diese Abhängigkeit für Anleger zum Problem werden. Handelskonflikte, regulatorische Eingriffe oder abrupte Kurswechsel in der US-Politik wirken sich direkt auf die Kurse der US-Unternehmen und damit auf den gesamten Index aus.

Ein weiterer Aspekt: Emerging Markets spielen im MSCI World Index keine Rolle, da dieser ausschließlich Industrieländer abbildet. Viele internationale Aktienfonds und ETFs orientieren sich an Indizes wie dem MSCI World oder dem S&P 500, was die Übergewichtung von US-Technologiewerten weiter verstärkt. Für Anleger bedeutet das: Wer nicht gezielt gegensteuert, läuft Gefahr, ein Portfolio mit einem massiven Klumpenrisiko zu besitzen – und das, obwohl der Name „World“ eine breite Streuung suggeriert.

Warum ist das ein Problem?

Ein Klumpenrisiko bezeichnet die übermäßige Konzentration von Vermögenswerten in bestimmten Regionen, Sektoren oder einzelnen Titeln. Im Fall des MSCI World ETF zeigt sich ein besonders gravierendes geografisches Klumpenrisiko: Über 70 % der Indexgewichtung entfallen auf die USA, während andere große Volkswirtschaften wie Japan, Deutschland oder China deutlich unterrepräsentiert sind oder gar nicht im Index enthalten sind (China ist als Schwellenland z. B. nicht im MSCI World, sondern im MSCI Emerging Markets enthalten). Ein Einbruch des US-Marktes hat daher überproportionale Auswirkungen auf das gesamte MSCI World ETF-Portfolio. Die starke Dominanz des US-Marktes im Index bedeutet, dass die Performance des MSCI World maßgeblich von der Entwicklung des US-Marktes und insbesondere der dortigen Technologiewerte beeinflusst wird.

Um das Risiko eines Klumpenrisikos zu reduzieren, sollten Anleger gezielte Investitionen in andere Regionen oder Sektoren in Betracht ziehen. Durch solche Investitionen lässt sich das Portfolio besser diversifizieren und das Risiko minimieren.

Auswirkungen von Klumpenrisiken – das Beispiel USA im MSCI World:

Diese unbalancierte Struktur kann in wirtschaftlich stabilen Phasen der USA vorteilhaft erscheinen. Doch genau darin liegt die Gefahr: Die historische Performance des MSCI World war in den letzten Jahren stark von der Stärke der US-Technologiebranche geprägt. Besonders die Dominanz der Tech Werte führt zu einem Klumpenrisiko, da Verluste bei diesen Unternehmen den gesamten Index stark beeinflussen können. Sollte es dort zu Korrekturen kommen – etwa durch strengere Regulierung, geopolitische Spannungen oder Zinsänderungen – wirkt sich das überproportional auf das gesamte ETF-Portfolio aus.

Was passiert, wenn die US-Börse fällt?

Ein Beispiel: Während der Corona-Krise im März 2020 verlor der S&P 500 rund 34 % binnen weniger Wochen – der MSCI World folgte mit einem Rückgang von über 30 %, obwohl andere Regionen weniger stark betroffen waren. Der hohe US-Anteil sorgte für eine fast synchrone Bewegung.

Ein weiteres Beispiel: Im Frühjahr 2025 verlor der MSCI World aufgrund der erratischen Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump satte 16,8% seit Jahresbeginn, allein im März minus 8%. Die Trump-Administration wirkte sich dabei als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor auf den Markt und die Bewertungen aus. Der Grund: Zölle, Regulierung und unberechenbare KI-Marktpolitik erschütterten das Vertrauen in US-Tech-Aktien.

Europäische Aktien konnten nicht retten: Deutsche und europäische Aktien standen deutlich besser da, konnten angesichts ihres geringen 15%-Anteils am MSCI World die US-Schwäche jedoch nicht ausgleichen. Das Resultat: Der stärkste MSCI World-Einbruch seit der Corona-Pandemie 2020. Während der DAX 2025 um über 20% stieg, stagnierte der “Welt”-Index bei nur 0,32% – ein dramatisches Beispiel für das Klumpenrisiko in der Praxis. Genau hier zeigt sich, warum alternative Anlageklassen wie Venture Capital als Krisenabsicherung so wertvoll sind.

Es zeigt sich: Wer zu stark auf ein Land setzt, trägt ein erhöhtes systemisches Risiko. Anleger, die sich vermeintlich global aufstellen, laufen so Gefahr, von einem einzelnen Wirtschaftsraum zu abhängig zu sein – und genau das widerspricht dem Grundgedanken der Diversifikation.

Die starke Dominanz US-amerikanischer Werte im MSCI World hat in der DACH-Region und ganz Europa eine neue Dynamik ausgelöst: Immer mehr Anleger und Fondsmanager setzen gezielt auf regionale Industrien und innovationsgetriebene Sektoren außerhalb der USA. Europäische Märkte profitieren von regulatorischer Stabilität, einer wachsenden Zahl junger Technologieunternehmen und einem deutlichen Schub durch die Digitalisierung – Faktoren, die langfristig eine stabilere Entwicklung und weniger sektorale Abhängigkeiten ermöglichen.

Im nächsten Abschnitt zeigen wir Ihnen deshalb, wie Sie das Klumpenrisiko durch clevere Portfolioergänzungen gezielt reduzieren können – ohne dabei auf die Vorteile von ETFs zu verzichten.

Was können Sie dagegen tun?

Das Klumpenrisiko im MSCI World lässt sich gezielt reduzieren – und zwar durch echte Diversifikation, die über die bloße Anzahl von Aktien hinausgeht. ETF-Investments bieten im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds eine effiziente Möglichkeit, Risiken zu steuern und Marktchancen zu nutzen. Entscheidend ist dabei, die geografische, sektorale und währungsbezogene Konzentration im Portfolio aktiv auszugleichen, wobei ein globales Investment als Basis für eine breite und ausgewogene Portfoliokonstruktion dient. Folgende Strategien haben sich in der Praxis bewährt:

Um Klumpenrisiken weiter zu minimieren, empfiehlt es sich, verschiedene Investments wie ETFs, aktiv gemanagte Fonds oder Indizes zu kombinieren, um eine optimale Risikostreuung und Diversifikation zu erreichen.

1. Geografisch ergänzen – gezielt Regionen stärken

Ein erster Schritt ist die gezielte Beimischung von ETFs auf andere Regionen:

Durch diese Ergänzungen schaffen Sie ein geografisch robusteres Fundament und reduzieren die einseitige Abhängigkeit von der US-Konjunktur. Breit gestreute Geldanlagen in unterschiedlichen Regionen bieten zudem die Chance, von verschiedenen wirtschaftlichen Entwicklungen zu profitieren und das Risiko einzelner Märkte zu minimieren.

Oder der umgedrehte Weg: Seit 2024 können europäische Anleger mit ETFs wie dem Xtrackers MSCI World ex USA (IE0006WW1TQ4) das US-Cluster komplett ausklammern – US-Anteil: 0%. Alternative Anbieter wie Amundi, iShares und UBS haben nachgezogen. Xtrackers war dabei der erste Anbieter eines MSCI World ex USA ETFs, der US-Aktien vollständig ausschließt. Aber ob das die Lösung ist?

Diversifikation durch MSCI World ex USA – eine Alternative?

Eine interessante Möglichkeit, das Klumpenrisiko im MSCI World ETF zu reduzieren, bietet der MSCI World ex USA Index. Dieser Index schließt US-Aktien konsequent aus und sorgt so für eine deutlich breitere Streuung über andere Industrieländer und Regionen. Mit rund 800 Einzeltiteln aus 22 Ländern bietet der MSCI World ex USA ETF eine alternative Gewichtung: Japanische Aktien machen etwa 19,3 % aus, britische Titel 13,1 % und kanadische Unternehmen rund 11 %. Zu den größten Positionen zählen europäische und asiatische Schwergewichte wie SAP, Nestlé und ASML – ein klarer Kontrast zur Dominanz der US-Technologiewerte im klassischen MSCI World.

Durch die gezielte Beimischung eines MSCI World ex USA ETFs können Anleger ihr Portfolio ausgewogener gestalten und das Risiko von Klumpenrisiken deutlich senken. Die Diversifikation über verschiedene Länder und Branchen erhöht die Stabilität des Portfolios und kann die Chancen auf langfristig stabile Renditen verbessern. Besonders in Phasen, in denen die US-Märkte schwächeln oder der Technologiesektor unter Druck gerät, profitieren Anleger von einer breiteren Streuung.

Wer den MSCI World und den MSCI World ex USA ETF kombiniert, kann die Vorteile beider Ansätze nutzen: Die Innovationskraft und Marktdynamik der USA bleibt erhalten, während gleichzeitig das Übergewicht einzelner Regionen oder Sektoren reduziert wird. Wichtig ist dabei, die Kosten und die Performance der jeweiligen ETFs im Blick zu behalten, um die optimale Strategie für das eigene Portfolio zu finden. So lässt sich das Klumpenrisiko gezielt minimieren und die Chance auf attraktive Renditen in unterschiedlichen Marktphasen erhöhen.

2. Sektorale Streuung – Abkehr vom Tech-Übergewicht

Ein zentrales Risiko des MSCI World liegt in der starken Dominanz des US-Technologiesektors: Allein Apple, Microsoft und Nvidia vereinen rund 15 % des Index auf sich – und gehören derselben Branche an. Der IT-Sektor macht rund 30% des gesamten Index aus – mehr als die meisten Kontinente zusammen. Der Fokus auf US-Tech-Werte erhöht das Klumpenrisiko und kann die Diversifikation des Portfolios beeinträchtigen.

Anleger kaufen hier nicht nur die Welt, sondern vor allem Silicon Valley. Neben Apple, Microsoft und Nvidia ist auch Meta als bedeutender US-Tech-Konzern im MSCI World stark vertreten. Die starke Konzentration macht den vermeintlich diversifizierten Weltfonds anfällig für Sektorturbulenzen.

Alternative: Equal Weight-Indizes gewichten alle Aktien gleich und reduzieren die Übergewichtung von US-Großkonzernen erheblich. Eine professionelle Core-Satellite-Strategie kann hier zusätzliche Stabilität bringen. Um sich vor sektoralen Rückschlägen, etwa durch regulatorische Eingriffe oder Gewinnwarnungen im Tech-Sektor, zu schützen, können Anleger auch gezielt auf eine sektorale Streuung achten. Eine sogenannte Sektorrotation ermöglicht es, das Portfolio ausgewogener zu gestalten und zyklische Risiken zu verteilen.

Gesundheit – Stabilität in allen Marktphasen

Die Gesundheitsbranche gilt als defensiver Sektor mit geringerer Korrelation zu Konjunkturzyklen. Gerade in alternden Gesellschaften steigt die Nachfrage nach Pharma, Biotech und Medizintechnik langfristig weiter.

Beispiel-ETF:

iShares S&P 500 Health Care Sector UCITS ETF (ISIN: IE00B43HR379)

  • TER: 0,15 %

  • Replizierung: Physisch

  • Währung: USD

Versorger & Infrastruktur – verlässliche Cashflows

Versorger bieten stabile Einnahmen durch regulierte Geschäftsmodelle. Auch Infrastruktur-ETFs – etwa mit Beteiligungen an Stromnetzen, Flughäfen oder Mautstraßen – sind ein bewährter Diversifikator.

Beispiel-ETF:

SPDR MSCI Europe Utilities UCITS ETF (ISIN: IE00BKWQ0P07)

  • TER: 0,18 %

  • Replizierung: Physisch

  • Währung: EUR

Industrie & Rohstoffe – zyklisches Gegengewicht

Der Industriesektor profitiert von globalem Wachstum, Infrastrukturinvestitionen und Innovation. Rohstoff-ETFs wiederum bieten Absicherung bei Inflation und geopolitischen Krisen.

Beispiel-ETF (Industrie):

Xtrackers MSCI World Industrials UCITS ETF (ISIN: IE00BM67HV82)

  • TER: 0,25 %

  • Replizierung: Physisch

  • Währung: USD

3. Währungsrisiken im Blick behalten – der oft unterschätzte Hebel

Viele Anleger unterschätzen, wie stark Wechselkursschwankungen die Rendite beeinflussen können – insbesondere bei einem globalen Portfolio mit starkem US-Bezug. Da der MSCI World über 70 % in US-Aktien investiert, sind europäische Investoren automatisch einem hohen US-Dollar-Risiko ausgesetzt. Steigt der Dollar, profitieren Euro-Anleger kurzfristig von Währungsgewinnen – fällt er, können selbst stabile Aktienmärkte real Verluste erzeugen, weil die Erträge in Euro deutlich schrumpfen.

Beispiel: Auswirkungen der EUR/USD-Entwicklung auf die Rendite

Der Unterschied: bis zu 10 Prozentpunkte jährlich, allein durch Wechselkursbewegungen.

Zwei Strategien, um das Währungsrisiko zu reduzieren:

Währungsabgesicherte ETFs nutzen: Viele Anbieter bieten sogenannte hedged Varianten ihrer Fonds an, z. B.:

  1. \\\\\\\*\\\\\\\*iShares MSCI World EUR Hedged UCITS ETF (ISIN: IE00B441G979)\\\\\\\*\\\\\\\*

    • TER: 0,55 %

    • Vorteil: Reduziert USD-Volatilität im Portfolio

    • Währung: Euro

Regionale ETFs in Euro wählen: Wer bewusst in europäische Märkte investiert, reduziert das Dollar-Exposure automatisch:

  1. \\\\\\\*\\\\\\\*Amundi STOXX Europe 600 UCITS ETF (ISIN: LU0908500753)\\\\\\\*\\\\\\\*

    • TER: 0,07 %

    • Volle Euro-Exposure, keine Währungsrisiken

Währungsrisiken wirken oft erst in der Rückschau sichtbar – dann aber massiv. Eine bewusste Steuerung der Währungsstruktur im Portfolio ist daher kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Vermögensallokation. Wer global investiert, sollte auch global absichern.

Im nächsten Abschnitt sehen wir, wie alternative Anlageklassen – etwa Venture Capital – zur weiteren Risikodiversifikation beitragen können.

4. Alternative Anlageklassen einbeziehen – echte Diversifikation jenseits der Börse

Klassische Aktien-ETFs bieten Diversifikation – aber nur innerhalb der börsennotierten Welt. Gerade in volatilen oder überbewerteten Marktphasen lohnt der Blick auf alternative Anlageklassen, die unabhängig von den Bewegungen öffentlicher Märkte agieren. Besonders interessant: Venture Capital, Private Equity und Immobilienfonds, die langfristig attraktive Renditen bei niedriger Korrelation zu Aktien erzielen können.

Diese Anlagevehikel bieten Zugang zu innovativen Unternehmen und Zukunftsbranchen, ermöglichen eine breite Streuung über verschiedene Regionen und Technologiefelder und reduzieren so die Abhängigkeit von einzelnen Märkten oder Bewertungszyklen. Gerade für Investoren entsteht so eine attraktive Möglichkeit, vom Wachstum und der Professionalisierung europäischer und internationaler Märkte zu profitieren, ganz ohne die Schwächen rein börsennotierter Portfolios.

Warum Alternative Assets?

Quellen: MSCI, Cambridge Associates, Scope, Vanguard.

Zugang zu Venture Capital für Privatanleger – der iVC Venture Innovation Fund

Venture Capital war lange Zeit nur institutionellen Investoren vorbehalten. Der \\\\\\\*\\\\\\\*iVC Venture Innovation Fund\\\\\\\*\\\\\\\* ändert das: Er ist der erste VC-Dachfonds in Deutschland, der ab 10.000 € auch für Privatanleger zugänglich ist – vollständig digital und ohne Zeichnungshürden wie bei klassischen Beteiligungsmodellen.

Strukturierte Fondsdaten:

Durch die Struktur als Dachfonds profitieren Anleger doppelt: Zum einen durch das Know-how erfahrener VC-Fondsmanager, zum anderen durch eine breite Streuung über verschiedene Regionen, Branchen und Finanzierungsphasen – unabhängig von der Aktienmarktkonjunktur.

Alternative Anlagen wie Venture Capital können das Rendite-Risiko-Profil eines klassischen ETF-Portfolios deutlich verbessern – gerade in Phasen wirtschaftlicher Transformation und hoher Marktbewertungen. Im nächsten Schritt zeigen wir Ihnen, wie Sie mit einer klaren Allokationsstrategie die Bausteine sinnvoll kombinieren.

Fazit: MSCI World 2025 – Chance oder Klumpenrisiko?

Der MSCI World ETF bleibt ein solides Basisinvestment – doch die Entwicklung von 2025 zeigt deutlich: Blind auf vermeintliche “Weltdiversifikation” zu vertrauen, kann gefährlich werden. Diese Analyse wurde von unserer erfahrenen Redaktion erstellt, die fundierte Einblicke in Markttrends und Risiken bietet. Mit einem US-Anteil von 74% und einer Tech-Konzentration von über 30% ist aus dem Weltindex faktisch ein Silicon Valley-ETF geworden.

Für Anleger bieten wir zudem wertvolle Tipps, wie sie ihr Portfolio optimal diversifizieren und Risiken gezielt minimieren können.

Die Lehren aus dem Trump-Schock 2025

Der 16,8%-Crash im Frühjahr 2025 war kein theoretisches Risiko, sondern bittere Realität. Während europäische Märkte um 20% stiegen, stagnierte der "Welt"-Index bei 0,32% – ein deutliches Signal, dass geografische Diversifikation mehr bedeutet als nur viele Aktiennamen im Portfolio.

Drei Handlungsoptionen für Anleger

1. Status Quo beibehalten: Wer an die langfristige US-Tech-Dominanz glaubt und Volatilität aushält, kann beim klassischen MSCI World bleiben. Das ist legitim – sollte aber eine bewusste Entscheidung sein.

2. Geografisch diversifizieren: Die Kombination aus 70% MSCI World, 20% MSCI World ex USA und 10% Emerging Markets schafft echte regionale Streuung. Moderne Diversifikationsregeln unterstützen diesen Ansatz. Die geografische Diversifikation des Portfolios erhöht sich erheblich durch die Ergänzung mit einem ETF auf Schwellenländer.

3. **Echte Alternative Assets** einbeziehen: Venture Capital, Private Equity und andere alternative Anlageklassen sind völlig unkorreliert zu Börsenbewegungen. Der iVC Venture Innovation Fund macht diese Anlageklasse ab 10.000 Euro für Privatanleger zugänglich.

Ausblick: Europa holt auf

Die Performance-Unterschiede von 2025 könnten ein Wendepunkt sein. Europäische Unternehmen profitieren von der KI-Revolution, regulatorischen Vorteilen und niedrigeren Bewertungen. Eine Core-Satellite-Strategie kann diese Trends gezielt nutzen.

Unter dem Strich

Der MSCI World war nie ein wirklicher "Welt"-Index – und 2025 ist er es weniger denn je. Wer echte Diversifikation sucht, muss aktiv gegensteuern. Die gute Nachricht: Mit den neuen ETF-Optionen und zugänglichen alternativen Anlageklassen war es nie einfacher, ein wirklich ausgewogenes Portfolio aufzubauen.

Diversifikation ist kein Luxus – sie ist Risikomanagement.