
Die europäische Venture Capital-Landschaft durchläuft einen fundamentalen Wandel. Während traditionelle Investmentansätze zunehmend an Grenzen stoßen, entsteht eine außergewöhnliche Konstellation: Female Investors und Female Founders schaffen gemeinsam einen doppelten Diversifikationseffekt, der nicht nur ethisch geboten, sondern auch wirtschaftlich überlegen ist. Die neuesten Marktdaten aus dem Jahr 2025 belegen eindrucksvoll, dass dieser Ansatz gerade in volatilen Zeiten seine Stärken ausspielt.
Die Performance-Überlegenheit weiblicher Gründerinnen: Aktuelle Entwicklungen 2025
Kapitaleffizienz in der Effizienz-Ära
Startups mit weiblichen Gründerinnen haben sich längst vom Nischensegment zum strategischen Portfoliobaustein entwickelt. Die umfassende Analyse der Boston Consulting Group dokumentiert eine bemerkenswerte Überlegenheit: Female Founders generieren deutlich höhere Renditen pro investiertem Kapital als ihre männlichen Pendants. Konkret erwirtschaften Gründerinnen 78 Cent pro Dollar, während männliche Gründer nur 31 Cent erreichen (BCG & MassChallenge, 2018).
Diese Kapitaleffizienz manifestiert sich besonders deutlich im aktuellen Marktumfeld. Der Female Innovation Index 2025 zeigt: Während das gesamte VC-Funding in Europa im Jahr 2024 merklich zurückging, hielten rein weibliche Gründungsteams ihre Marktanteile stabil. Tatsächlich bewiesen sie eine bemerkenswerte Resilienz – ein klares Zeichen, dass Female Founders in Krisenzeiten oft überlegenere operative Strategien verfolgen.
Der DeepTech-Wandel: Vom E-Commerce zur fundamentalen Innovation
Ein besonders bemerkenswertes Phänomen prägt die Jahre 2024 und 2025: die massive Verschiebung weiblicher Gründungstätigkeit in Richtung DeepTech und künstliche Intelligenz. Laut dem Female Innovation Index fließt mittlerweile bereits ein Drittel des gesamten Kapitals für Gründerinnen in DeepTech- und KI-Sektoren – ein höherer Anteil als im Gesamtmarkt (Maddyness, 2025).
Diese Entwicklung widerlegt endgültig das Vorurteil, Female Founders würden primär in konsumorientierten Lifestyle-Bereichen gründen. Anleger, die heute in geschlechtsdiversifizierte Portfolios investieren, erhalten Zugang zu fundamentaler Technologie-Innovation – häufig zu deutlich attraktiveren Bewertungen als bei medial gehypten männlich dominierten Teams. Wie in unserem Artikel über KI-Startups 2025 beschrieben, konzentriert sich Smart Money zunehmend auf diese unterrepräsentierten Segmente.
Europäischer Kontext: Deutschland mit struktureller Unterbewertung
Der europäische Markt präsentiert ein differenziertes Bild mit erheblichen geografischen Unterschieden. Während das Vereinigte Königreich mit einem zweistelligen Prozentsatz des VC-Fundings für weibliche Gründerinnen eine Vorreiterrolle einnimmt, liegt Deutschland deutlich zurück. Der Female Founders Monitor 2025 dokumentiert einen Rückgang des Frauenanteils bei Gründungen auf 18,8 Prozent – ein Rückschritt gegenüber dem Vorjahr.
Interessanterweise eröffnet diese Diskrepanz jedoch eine strategische Investmentchance für deutsche Anleger. Der Rückgang ist primär auf die B2C-Konsumsektor-Schwäche zurückzuführen, während gleichzeitig der Anteil von Frauen im DeepTech- und KI-Sektor steigt. Wer frühzeitig auf diesen strukturell unterbewerteten Sektor setzt, positioniert sich vor einem potenziellen Aufschwung mit geringerem Wettbewerb um die besten Deals.
Besonders erwähnenswert: In Europa existieren mittlerweile über ein Dutzend aktive Unicorns mit weiblichen Mitgründerinnen, die die Milliarden-Euro-Schwelle überschritten haben (Tech.eu, 2024). Diese Entwicklung unterstreicht das immense Wachstumspotenzial, das europäische Startups als attraktive Anlagechance bieten.
Female Investors: Die systematisch überlegenen Portfoliomanager
Empirisch belegte Investment-Outperformance
Weibliche Investorinnen demonstrieren nicht nur bei der Unternehmensgründung, sondern auch im aktiven Portfoliomanagement systematisch überlegene Charakteristika. Eine Langzeitstudie der Warwick University belegt, dass Female Investors ihre männlichen Kollegen um durchschnittlich mehr als einen Prozentpunkt jährlich übertreffen. Diese Outperformance resultiert aus einem disziplinierteren, weniger impulsiven Investmentansatz: Frauen handeln durchschnittlich deutlich seltener pro Jahr als Männer.
Dieser disziplinierte Ansatz zahlt sich besonders in volatilen Marktphasen aus, wenn antizyklische Investitionen in Europas Zukunft überdurchschnittliche Renditen versprechen. Female Investors neigen weniger zu Panikverkäufen und halten langfristige Strategien konsequenter durch.
Business Angels und Female Investors Network: Die Macht organisierter Expertise
In Deutschland und Europa haben sich in den vergangenen Jahren strukturierte Netzwerke von Investorinnen etabliert, die als Business Angels gezielt in Female Founders investieren. Das Female Investors Network (FIN) verkörpert diese Bewegung exemplarisch und bietet seinen Mitgliedern Zugang zu exklusiven Startup-Investments, Wissensaustausch und gezielter Ausbildung.
Solche Netzwerke wie das Female Investors Network ermöglichen es angehenden Investorinnen, systematisch Know-how aufzubauen und gemeinsam als Business Angels zu agieren. Die FIN Academy vermittelt Grundlagen der Startup-Bewertung, Due Diligence und Portfoliokonstruktion – essenzielle Kompetenzen für jeden erfolgreichen Angel Investor.
Durch Events wie die FIN Pitch Night erhalten FIN Member direkten Zugang zur Startup-Szene und können als Business Angels in vielversprechende Gründerinnen investieren. Diese strukturierte Anlaufstelle senkt die Einstiegshürden erheblich und demokratisiert den Zugang zu Startup Investments, die traditionell institutionellen Investoren vorbehalten waren.
Strategische Vorteile gemischter Investment-Teams
Venture Capital-Fonds mit mindestens 30 Prozent weiblichen Partnern investieren signifikant häufiger in Female Founders als rein männliche Teams. Diese Präferenz für diverse Portfolios zahlt sich messbar aus: Mixed-gender Investment-Teams erzielen substanziell höhere Excess Returns als homogene Strukturen (Harvard Kennedy School, 2023).
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefert der Sistafund, ein paneuropäischer VC-Fonds mit einem Zielvolumen von 100 Millionen Euro. Im November 2024 investierte der Europäische Investmentfonds (EIF) 30 Millionen Euro in diese Initiative – ein starkes institutionelles Gütesiegel für die Strategie des Gender-Lens-Investing (EIF, 2024).
Der Sistafund investiert ausschließlich in Unternehmen, bei denen Frauen mindestens 30 Prozent der Anteile halten. Diese klare Positionierung als Female Investors Network auf institutioneller Ebene hat bereits bemerkenswerte Erfolge erzielt.
Der Sistafund-Leuchtturm: The Exploration Company
Ein Paradebeispiel für den Erfolg der Female Investors-Strategie ist The Exploration Company, ein europäisches Raumfahrt-Startup unter der Leitung von Gründerin Hélène Huby. Das Unternehmen sammelte 2024 in einer der größten europäischen Runden 150 Millionen Euro ein – ein eindeutiger Beweis, dass Female Founders auch im hochkomplexen Hardware- und Space-Tech-Bereich führen können.
Interessanterweise profitierte The Exploration Company von einem Investoren-Konsortium, das bewusst auf geschlechtsdiversifizierte Teams setzt. Dieser Case demonstriert, dass Female Investors nicht nur in Software oder Consumer-Tech erfolgreich sind, sondern auch in kapitalintensiven, technologisch anspruchsvollen Sektoren wie Space Tech überzeugende Renditen generieren.
Der doppelte Diversifikationseffekt: Die Mathematik des Erfolgs
Portfolio-theoretische Grundlagen der Geschlechterdiversität
Der doppelte Diversifikationseffekt entsteht durch die Kombination zweier unterkorrelierter Alpha-Quellen: weibliche Gründerinnen und weibliche Investorinnen. Diese Kombination reduziert das Portfoliorisiko bei gleichzeitig höheren erwarteten Renditen – der heilige Gral moderner Portfoliotheorie.
Die empirischen Belege für diesen Diversifikationseffekt sind beeindruckend:
Geringere Korrelation zu traditionellen Asset-Klassen: Female Founders agieren häufig in Marktsegmenten, die weniger von klassischen Tech-Hypes betroffen sind
Reduzierte Volatilität durch unterschiedliche Risikoprofile: Gemischte Teams zeigen signifikant geringere Tendenz zu Groupthink und impulsiven Entscheidungen
Zugang zu unterrepräsentierten Marktsegmenten: Female Investors erschließen Deal-Flows, die männlich dominierten Netzwerken verschlossen bleiben
Verbesserte Due Diligence durch diverse Perspektiven: Heterogene Investment-Teams identifizieren Risiken und Chancen präziser
Diese Risikoreduzierung ist besonders in volatilen Marktphasen wertvoll. Wie unsere Analyse zu VC-Exposure bei Marktschwäche zeigt, können antizyklische Strategien mit diversifizierten Ansätzen überdurchschnittliche langfristige Renditen erzielen.
Female Investors als Katalysator für Impact und Returns
Der doppelte Diversifikationseffekt funktioniert nicht nur theoretisch, sondern wird durch konkrete Marktbeobachtungen bestätigt. Investorinnen, die als Business Angels oder über Netzwerke wie FIN in Startups investieren, profitieren von mehreren Vorteilen:
Informationsvorsprung: Female Investors Network-Events und Community-Austausch bieten Zugang zu Deals, bevor diese den breiten Markt erreichen
Besseres Screening: Studien zeigen, dass gemischte Investment-Komitees fundiertere Entscheidungen treffen
Langfristige Orientierung: Investorinnen tendieren zu längeren Halteperioden, was im illiquiden Venture Capital-Bereich Vorteile bringt
Female Investors Network und Business Angels: Praktische Zugangswege
Für angehende Investorinnen: Der Einstieg über Netzwerke
Wer als Female Investor in die Startup-Szene einsteigen möchte, findet in organisierten Netzwerken wie dem Female Investors Network eine ideale Anlaufstelle. Diese Netzwerke bieten:
FIN Academy: Strukturierte Ausbildung zu Startup Investments und Business Angels-Aktivität
Deal-Flow-Zugang: Regelmäßige Pitch Events mit sorgfältig vorselektierten Gründerinnen
Community-Austausch: Peer-Learning mit erfahrenen Investorinnen und Expertinnen
Syndikat-Investitionen: Möglichkeit, gemeinsam mit anderen FIN Member zu investieren und Risiken zu streuen
Für Interessentinnen ohne Vorerfahrung im Bereich Startup Investments bietet die FIN Academy einen idealen Einstiegspunkt. Die Online-Ausbildung vermittelt alle relevanten Themen von der Bewertungsmethodik über rechtliche Grundlagen bis zur Portfolio-Konstruktion.
Für vermögende Anleger: Der institutionelle Zugang über Dachfonds
Wer als selbstentscheidender Investor vom doppelten Diversifikationseffekt profitieren möchte, ohne als Business Angels direkt in einzelne Startups zu investieren, findet in innovativen Dachfonds-Strukturen eine professionelle Lösung. Der iVC Venture Innovation Fund ermöglicht bereits ab 10.000 Euro den Zugang zu über zehn institutionellen VC-Fonds und damit zu mehr als 200 Startups.
Diese strukturierte Herangehensweise bietet mehrere Vorteile gegenüber Direktinvestments als Business Angels:
Professionelle Selektion: Erfahrene Fund-Manager wählen die Top-Tier-VC-Fonds aus
Breite Diversifikation: Zugang zu einem Portfolio, das kein einzelner Angel Investor aufbauen könnte
Geringere Mindestanlage: Einstieg ab 10.000 Euro statt typischer 200.000 Euro bei direkten VC-Fonds
BaFin-Regulierung: Transparente, regulierte Struktur für vermögende Anleger
Für viele selbstentscheidende Investoren ist dies der praktikabelste Weg, um systematisch vom Performance-Vorteil geschlechtsdiversifizierter Portfolios zu profitieren, ohne das operative Involvement eines aktiven Business Angels übernehmen zu müssen.
Implementierungsstrategien: Von der Theorie zur Praxis
Strategic Asset Allocation mit Gender-Diversität
Die Integration des doppelten Diversifikationseffekts in ein bestehendes Portfolio folgt bewährten Allokationsregeln. Die Diversifikation mit der 5-10-40-Regel bietet einen strukturierten Rahmen: Eine typische Allokation könnte 5 bis 10 Prozent des Portfolios in geschlechtsdiversifizierte VC-Strategien vorsehen.
Für vermögende Anleger mit einem etablierten ETF-Portfolio könnte eine Core-Satellite-Strategie mit ETFs und VC-Fonds optimal sein. Während ETFs den stabilen Core bilden, generieren geschlechtsdiversifizierte Venture Capital-Investments überdurchschnittliche Satellite-Renditen.
Alternativlose Renditen im aktuellen Marktumfeld
In Zeiten historisch niedriger Zinsen werden alternative Investmentansätze unverzichtbar. Während 10-Jahres-Bundesanleihen kaum reale Renditen bieten und Immobilienfonds unter Druck stehen, verspricht der doppelte Diversifikationseffekt im VC-Bereich strukturelle Überrenditen.
Auch gegenüber klassischen Rohstoff-Investments wie physischem Gold bietet der Ansatz Vorteile: Female Investors und Female Founders schaffen echte wirtschaftliche Werte statt spekulativer Preissteigerungen.
Globale Trends und Zukunftsaussichten für Female Investors
Technologie-Sektoren im Fokus weiblicher Gründerinnen
Female Founders dominieren bereits heute innovative Bereiche weit über Consumer-Tech hinaus. Die Daten zeigen: Mehr als ein Fünftel aller von Frauen gegründeten Unternehmen entstehen im Software-Sektor, mit steigender Tendenz in Richtung Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.
Besonders bemerkenswert ist die Präsenz weiblicher Gründerinnen in Sektoren, die traditionell als männlich dominiert galten:
Climate Tech: Zahlreiche erfolgreiche ClimateTech-Ventures werden von Gründerinnen geleitet
Biotech: Im europäischen Biotech-Dreieck spielen Female Founders eine zunehmend prominente Rolle
Defense Tech: Selbst im sensiblen Defense Tech-Bereich gewinnen Gründerinnen an Bedeutung
Regionale Hotspots für Female Investors und Founders
Europäische Metropolen entwickeln sich zu Zentren für geschlechtsdiversifizierte Innovation. München als DeepTech-Hotspot und Paris als Startup-Metropole demonstrieren, wie europäische Ökosysteme von Gender-Diversität profitieren.
Diese regionalen Cluster bieten Female Investors gezielten Zugang zu den nächsten europäischen Unicorns. Wer frühzeitig als Business Angels oder über Netzwerke wie FIN in diese Regionen investiert, positioniert sich optimal für kommende Exits.
Praktische Umsetzung für verschiedene Anlegertypen
Für vermögende Selbstentscheider: Der institutionelle Zugang
Selbstentscheidende Investoren mit liquiden Mitteln im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich finden in strukturierten Venture Capital-Dachfonds den professionellsten Zugang zum doppelten Diversifikationseffekt. Wie in unserem Leitfaden Wie in Startups investieren beschrieben, bieten solche Vehikel mehrere Vorteile:
Professionelle Auswahl der besten VC-Fonds mit nachweisbarer Gender-Diversität
Systematische Integration in bestehende Portfolios
Transparente Kostenstrukturen und regulatorische Sicherheit durch BaFin-Zulassung
Quartalsweise Reportings zu Portfolio-Entwicklung und neuen Investments
Die Kombination aus institutioneller Qualität und vergleichsweise niedrigem Mindestinvestment von ab 10.000 Euro macht diesen Ansatz für eine breite Schicht vermögender Anleger zugänglich.
Für aktive Investorinnen: Business Angels und Netzwerke
Wer als Female Investor aktiv in der Startup-Szene mitwirken möchte, findet über das Female Investors Network und ähnliche Organisationen ideale Einstiegsmöglichkeiten. Als Business Angels profitieren Investorinnen nicht nur finanziell, sondern auch durch:
Direkten Kontakt zur Gründerinnen-Community: Networking und Mentoring-Chancen
Operative Mitwirkung: Möglichkeit, eigene Expertise einzubringen
Learning-by-Doing: Praktische Erfahrung im Startup-Investment aufbauen
Community-Support: Austausch mit anderen FIN Member und erfahrenen Investorinnen
Die FIN Academy bereitet angehende Business Angels systematisch auf ihre ersten Investments vor. Von der Bewertung bis zur Vertragsverhandlung vermittelt die Online-Ausbildung alle relevanten Kompetenzen.
Für Finanzberater: Neue Mandantengruppen erschließen
Finanzberater und Vermögensverwalter, die ihre Expertise im Bereich alternative Investments ausbauen möchten, können vom wachsenden Interesse an geschlechtsdiversifizierten Venture Capital-Strategien profitieren. Wie in unserem Artikel AIF-Spezialist werden beschrieben, eröffnet sich hier ein attraktives Geschäftsfeld.
Besonders anspruchsvolle Mandanten schätzen Berater, die über den klassischen ETF-Ansatz hinausdenken und Zugang zu institutionellen Produkten bieten. Die Integration von Gender-Lens-Investing in die Beratung spricht zudem gezielt weibliche Mandantinnen an – eine wachsende und oft unterversorgte Zielgruppe.
Risiken und Herausforderungen bei Female Investor-Strategien
Illiquidität als bewusste strategische Entscheidung
Die Venture Capital-Anlageklasse ist intrinsisch illiquide – unabhängig vom Fokus auf Female Founders oder gemischte Teams. Illiquidität als Chance zu verstehen, ist essentiell für jeden Investor in diesem Segment.
Der doppelte Diversifikationseffekt kompensiert diese Illiquiditätsprämie jedoch durch strukturell höhere Renditen. Anleger müssen bereit sein, Kapital für zehn Jahre oder länger zu binden – ähnlich wie bei Immobilien-Direktinvestments oder Private Equity.
Neuere Entwicklungen wie Venture Capital Secondaries bieten zwar vorzeitige Ausstiegsmöglichkeiten, sollten aber nicht als Standardszenario geplant werden.
Markttiming und zyklenabhängige Bewertungen
Die aktuellen Entwicklungen im Venture Capital Markt 2025 zeigen optimale Einstiegsbedingungen für langfristig orientierte Anleger. Nach der Korrektur überhöhter Bewertungen im Jahr 2022/23 bieten sich attraktive Entry-Points.
Besonders in Korrekturphasen profitieren diversifizierte Ansätze von geringeren Bewertungen und selektiverem Wettbewerb um Deals. Female Investors, die antizyklisch agieren, können substanzielle Mehrrenditen realisieren – vorausgesetzt, sie verfügen über ausreichend Geduld und Durchhaltevermögen.
Der hartnäckige Funding Gap: Strukturelle Herausforderungen
Trotz aller positiven Performance-Daten bleibt der Funding Gap für Female Founders strukturell hartnäckig. In Europa erhielten rein weibliche Teams 2024 weiterhin nur rund 2 Prozent des gesamten VC-Volumens. Gemischte Teams schnitten mit 12 bis 15 Prozent deutlich besser ab, liegen aber immer noch unter dem Anteil weiblicher Gründerinnen in der Gesamtpopulation.
Für Female Investors bedeutet dies einerseits eine Herausforderung (kleinere Deal-Größen, weniger Wettbewerb um Folgefinanzierungen), andererseits aber auch eine Chance: Die strukturelle Unterbewertung schafft Arbitrage-Möglichkeiten für kluge Investorinnen und Investoren.
Zukunftsperspektiven und konkrete Handlungsempfehlungen
Struktureller Wandel als langfristige Investmentchance
Der demografische und gesellschaftliche Wandel verstärkt den doppelten Diversifikationseffekt nachhaltig. Studien prognostizieren, dass die verstärkte Partizipation von Frauen im VC-Ökosystem erhebliche volkswirtschaftliche Potenziale freisetzen könnte.
Dieser strukturelle Wandel vollzieht sich nicht über Nacht, sondern schrittweise über Jahre und Jahrzehnte. Female Investors, die heute die Weichen stellen, positionieren sich optimal für eine Zukunft, in der geschlechtsdiversifizierte Teams zum Standard werden – und entsprechende Bewertungsprämien nicht mehr existieren.
Konkrete Handlungsempfehlungen für verschiedene Anlegertypen
Für vermögende Selbstentscheider:
Portfolioallokation: 5 bis 10 Prozent des Anlageportfolios in geschlechtsdiversifizierte VC-Strategien über regulierte Dachfonds
Timing: Antizyklischer Einstieg in der aktuellen Marktphase mit korrigierten Bewertungen
Diversifikation: Kombination verschiedener VC-Vintage-Jahre und geografischer Fokussierungen
Due Diligence: Bevorzugung von Fonds mit nachweisbarer Gender-Diversität im Investment-Team
Für angehende Female Investors und Business Angels:
Einstieg über strukturierte Netzwerke wie das Female Investors Network
Systematischer Wissensaufbau durch FIN Academy oder vergleichbare Ausbildungsprogramme
Erste Investments als Teil von Syndikaten, um Risiken zu streuen und von erfahrenen Investorinnen zu lernen
Regelmäßige Teilnahme an Pitch Events und Netzwerktreffen für Deal-Flow-Zugang
Für Finanzberater und Vermögensverwalter:
Aufbau von Expertise im Bereich Alternative Investments und insbesondere Venture Capital
Integration geschlechtsdiversifizierter VC-Strategien in die Produktpalette für anspruchsvolle Mandanten
Gezieltes Marketing für weibliche Mandantinnen, die oft höheres Interesse an Impact- und Diversitäts-Themen zeigen
Kooperation mit regulierten Anbietern für professionellen Zugang zu institutionellen VC-Produkten
ESG-Regulatorik und der Gender-Lens-Vorteil
Die zunehmende ESG-Regulierung verstärkt die Nachfrage nach diversifizierten Investmentansätzen erheblich. Anleger, die frühzeitig auf den doppelten Diversifikationseffekt setzen, positionieren sich optimal für kommende Compliance-Anforderungen.
Besonders für institutionelle Investoren und Family Offices werden Gender-Diversitäts-Kriterien zunehmend zur Pflicht statt zur Kür. Female Investors und Fonds, die systematisch in geschlechtsdiversifizierte Teams investieren, erfüllen diese Kriterien automatisch – ein wichtiger Wettbewerbsvorteil im zunehmend regulierten Marktumfeld.
Fazit: Der Wendepunkt für vorausschauende Anleger
Der doppelte Diversifikationseffekt durch Female Founders und Female Investors repräsentiert eine der letzten echten Alpha-Quellen in zunehmend effizienten Kapitalmärkten. Die empirische Evidenz ist eindeutig: Geschlechtsdiversifizierte VC-Portfolios liefern überlegene risikoadjustierte Renditen bei gleichzeitig positivem gesellschaftlichem Impact.
Für deutsche vermögende Anleger bietet sich durch innovative Strukturen wie den iVC Venture Innovation Fund eine einmalige Gelegenheit, von diesem Strukturwandel zu profitieren. Wer heute die Weichen stellt, kann morgen von den überproportionalen Renditen einer diversifizierten Venture Capital-Allokation profitieren.
Gleichzeitig eröffnet das wachsende Ökosystem von Female Investors Netzwerken wie FIN neue Möglichkeiten für angehende Investorinnen, als Business Angels in die Startup-Szene einzusteigen. Die Kombination aus strukturierter Ausbildung, Community-Support und direktem Deal-Flow-Zugang senkt die Einstiegshürden erheblich.
Die Zeit für passive Beobachtung ist vorbei. Die aktuellen Marktentwicklungen – vom DeepTech-Fokus über das Sistafund-Investment bis zur strukturellen Unterbewertung in Deutschland – schaffen ein außergewöhnliches Zeitfenster für strategische Investitionen. Der doppelte Diversifikationseffekt wartet darauf, von vorausschauenden Anlegern und Female Investors entdeckt zu werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum performen Female Founders besser als rein männliche Teams?
Die Outperformance weiblicher Gründerinnen resultiert aus mehreren Faktoren: Höhere Kapitaleffizienz durch geringere Funding-Beträge zwingt zu disziplinierterer Mittelverwendung. Studien zeigen zudem, dass Female Founders oft schneller Profitabilität anstreben, da ihnen der Zugang zu unbegrenzten Kapitalrunden schwerer fällt. Gemischte Teams profitieren zusätzlich von diverseren Perspektiven und geringerem Groupthink-Risiko.
Sind Female Investors tatsächlich bessere Portfolio-Manager?
Empirische Daten belegen systematische Vorteile: Female Investors handeln seltener und disziplinierter, was zu geringeren Transaktionskosten und besserem Timing führt. Die Langzeitstudie der Warwick University dokumentiert eine Outperformance von über einem Prozentpunkt jährlich. Besonders in volatilen Marktphasen zeigt sich die Überlegenheit durch weniger Panikverkäufe und konsequenteres Festhalten an langfristigen Strategien.
Wie kann ich als Privatanleger vom doppelten Diversifikationseffekt profitieren?
Es existieren mehrere Zugangswege: Als Business Angels über Netzwerke wie das Female Investors Network mit direkten Startup-Investments, über regulierte VC-Dachfonds wie den iVC Venture Innovation Fund ab 10.000 Euro Mindestanlage, oder durch Investitionen in spezifische Gender-Lens-Fonds wie den Sistafund. Die Wahl hängt von Ihrer Risikobereitschaft, verfügbarem Kapital und gewünschtem Involvement ab.
Welche Risiken birgt das Investment in Female Founders?
Die Risiken entsprechen grundsätzlich denen jeder Venture Capital-Investition: Lange Illiquidität (10+ Jahre), hohes Ausfallrisiko einzelner Startups, und Abhängigkeit von Exit-Events. Der strukturelle Funding Gap kann zudem Folgefinanzierungen erschweren. Diese Risiken lassen sich durch breite Diversifikation über Dachfonds-Strukturen und professionelle Manager-Selektion deutlich reduzieren.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von klassischen Impact-Investments?
Während klassische Impact-Investments oft Rendite zugunsten sozialer Wirkung opfern, zeigt der doppelte Diversifikationseffekt, dass Gender-Diversität sowohl Impact als auch finanzielle Outperformance generiert. Es handelt sich nicht um ein „entweder-oder", sondern um ein „sowohl-als-auch". Die Daten belegen, dass geschlechtsdiversifizierte Teams höhere Renditen bei gleichzeitig positiver gesellschaftlicher Wirkung erzielen.
Welche Rolle spielt das Female Investors Network (FIN)?
Das Female Investors Network bietet eine strukturierte Anlaufstelle für Investorinnen und solche, die es werden wollen. Über die FIN Academy erhalten Mitglieder systematische Ausbildung zu Startup Investments. FIN Pitch Nights ermöglichen direkten Zugang zu vorselektierten Gründerinnen. Der Community-Austausch verbindet angehende mit erfahrenen Business Angels. FIN senkt damit die Einstiegshürden erheblich und demokratisiert den Zugang zu Startup-Investments.
Sind die höheren Renditen statistisch signifikant oder Zufall?
Mehrere unabhängige Studien von renommierten Institutionen (BCG, Harvard Kennedy School, Warwick University) belegen die Outperformance über verschiedene Zeiträume und Geografien hinweg. Die Konsistenz der Ergebnisse über unterschiedliche Datenquellen und Methoden hinweg spricht gegen statistische Zufälle. Besonders die Kapitaleffizienz-Metrik (78 Cent vs. 31 Cent pro Dollar) zeigt eindeutige, praktisch relevante Unterschiede.
Wie entwickelt sich der Markt für Female Founders in Deutschland?
Der deutsche Markt zeigt ambivalente Entwicklungen: Einerseits ist der Gründerinnenanteil 2025 auf 18,8 Prozent gesunken, getrieben durch B2C-Schwäche. Andererseits steigt der Anteil weiblicher Gründerinnen im DeepTech- und KI-Sektor überproportional. Diese Verschiebung zu kapitalintensiveren, technologisch anspruchsvolleren Sektoren könnte langfristig zu höheren durchschnittlichen Bewertungen und Exits führen.
Über inVenture Capital: inVenture Capital ist ein deutscher Asset Manager, der mit dem iVC Venture Innovation Fund den ersten BaFin-zugelassenen Venture Capital Dachfonds für vermögende Anleger anbietet. Das Produkt ermöglicht exklusiven Zugang zu über zehn institutionellen Venture Capital-Fonds und damit zu mehr als 200 Startups. Selbstentscheidende Investoren können bereits ab 10.000 Euro benutzerfreundlich über eine Online-Plattform investieren.
Quellen
Primäre Studien und Berichte
Boston Consulting Group & MassChallenge (2018). Why Women-Owned Startups Are a Better Bet. Abgerufen von https://web-assets.bcg.com/img-src/BCG-Why-Women-Owned-Startups-Are-a-Better-Bet-May-2018-NL\_tcm9-193585.pdf
European Investment Fund (2024). EIF invests €30 million in Sistafund to empower gender-diverse tech teams across Europe. Abgerufen von https://www.eif.org/InvestEU/news/2024/eif-invests-30-million-in-sistafund-to-empower-gender-diverse-tech-teams-across-europe.htm
Harvard Kennedy School (2023). Advancing Gender Equality In Venture Capital. Abgerufen von https://www.hks.harvard.edu/sites/default/files/2023-09/gender\_and\_culture\_in\_vc\_literature\_review\_final.pdf
Startup Verband Deutschland & Google (2025). Female Founders Monitor 2025. Abgerufen von https://startupverband.de/fileadmin/startupverband/mediaarchiv/research/ffm/2025FemaleFoundersMonitor\_KeyFindings\_English.pdf
Wharton Real Estate (2022). Gender diversity and performance in venture capital. Abgerufen von https://realestate.wharton.upenn.edu/wp-content/uploads/2022/04/w834.pdf
Europäische und deutsche Marktdaten
Bertelsmann Stiftung (2025). Female Founders Monitor 2025: A step backwards instead of forwards. Abgerufen von https://www.bertelsmann-stiftung.de/en/our-projects/entrepreneurial-potential/project-news/female-founders-monitor-2025
Maddyness UK (2025). Female Innovation Index 2025: Female Founders in Europe harness AI to tackle toughest challenges. Abgerufen von https://www.maddyness.com/uk/2025/03/04/female-innovation-index-2025-female-founders-in-europe-harness-ai-to-tackle-toughest-challenges/
Tech Funding News (2024). Female-founded startups are driving Europe's deep tech sector. Abgerufen von https://techfundingnews.com/female-founded-startups-are-driving-europes-deep-tech-sector-securing-e5-76b-in-funding-in-2024-full-report/
Tech.eu (2025). For European female founders, the time is now. Abgerufen von https://tech.eu/2025/01/22/for-european-female-founders-the-time-is-now/
Internationale Performance-Studien
Female Founders Fund (2025). 2025 Review of Funding for Female Founders. Abgerufen von https://blog.femalefoundersfund.com/2025-review-of-funding-for-female-founders-d7bda299ddba
McKinsey & Company (2020). Diversity Wins: How Inclusion Matters. Abgerufen von https://www.consultancy.eu/news/4484/mckinsey-the-benefit-of-gender-and-ethnic-diversity-in-leadership
Unicorn- und Exit-Daten
Tech Funding News (2025). Europe's Unicorn surge in H1 2025 leaves female founders in the shadow. Abgerufen von https://techfundingnews.com/europes-unicorn-surge-in-h1-2025-leaves-female-founders-in-the-shadow/
Tech.eu (2024). 10 female-founded unicorns. Abgerufen von https://tech.eu/2024/03/08/10-female-founded-unicorns/
