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Venture Capital 2026: Die wichtigsten Marktentwicklungen

Venture Capital-Markt 2026 im Überblick: Welche Trends die Branche prägen, wie sich Bewertungen entwickeln und welche Chancen für Anleger entstehen.

Samuel Gassauer
Samuel Gassauer
7. April 20254 min
Venture Capital 2026: Die wichtigsten Marktentwicklungen

Der deutsche Venture Capital Markt hat sich im Jahr 2025 als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Trotz eines herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfelds mit konjunkturellen Unsicherheiten konnte das Investitionsniveau des Vorjahres nahezu gehalten werden. Künstliche Intelligenz entwickelte sich zum zentralen Wachstumstreiber und verzeichnete ein Rekordjahr, während die Exit-Aktivitäten erneut zunahmen. Im europäischen Vergleich zeigt sich Deutschland stabil, bleibt jedoch hinter der dynamischeren Entwicklung in Ländern wie Großbritannien, Frankreich und insbesondere den USA zurück. Die folgenden Entwicklungen geben einen Überblick über den Status quo und den Ausblick für das Jahr 2026 – ein Jahr, das durch regulatorische Fortschritte, staatliche Initiativen und eine erwartete Normalisierung des Marktes geprägt sein dürfte.


Entwicklung des Venture Capital Markts in Deutschland 2025

Das Jahr 2025 brachte eine Seitwärtsbewegung für den deutschen Venture Capital Markt mit sich. Das Investitionsvolumen erreichte nahezu das Niveau der Vorjahre und zeigte damit Stabilität trotz anhaltender gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten. Das Abschlussquartal erwies sich als eines der stärksten des Jahres und trug maßgeblich zum soliden Jahresergebnis bei.

Der Markt agiert weiterhin selektiver als während der Boomphase der Jahre 2021 und 2022. Die Anzahl der Finanzierungsrunden ging gegenüber dem Vorjahr leicht zurück, was die anhaltende Zurückhaltung der Investoren widerspiegelt. Gleichzeitig verbesserte sich jedoch die Situation der aussichtsreichsten Start-ups deutlich: Die durchschnittliche Größe der Finanzierungsrunden stieg erneut an. Dies deutet darauf hin, dass Qualität vor Quantität steht und Investoren gezielter in vielversprechende Geschäftsmodelle investieren.

Besonders bemerkenswert ist die zunehmende Bedeutung von Scale-up-Finanzierungen, die mittlerweile einen substanziellen Anteil des gesamten Dealvolumens ausmachen. Rund ein Drittel der Deals wurde von inländischen Investoren getragen, was auf eine wachsende Reife des heimischen Ökosystems hindeutet. Für vermögende selbstentscheidende Investoren bedeutet diese Entwicklung: Der Zugang zu institutionellen Venture Capital Strukturen wird zunehmend professionalisiert und damit auch für Anleger außerhalb klassischer Family Offices interessant.

Rekordniveau bei Startup-Gründungen

Die Gründungsdynamik erreichte 2025 einen neuen Höchststand. Die Zahl der Neugründungen stieg deutlich gegenüber dem Vorjahr und übertraf sogar das bisherige Rekordjahr 2021. Getrieben wird diese Entwicklung maßgeblich durch technologische Trends wie Künstliche Intelligenz und DeepTech sowie eine spürbare Erholung im B2C-Sektor.

Die regionale Verteilung zeigt dabei interessante Muster: Während Bayern einen besonders starken Zuwachs verzeichnete, entwickelten sich auch Nordrhein-Westfalen und Sachsen positiv. München baute seinen Vorsprung als Gründungsstandort aus, während sich das Ökosystem insgesamt dezentraler entwickelt. Diese versteckten Startup-Hotspots in der zweiten Reihe bieten interessante Investmentchancen abseits der etablierten Metropolen.


KI und Sicherheit als Wachstumstreiber

Künstliche Intelligenz dominiert den Markt

Im Segment Künstliche Intelligenz verzeichnete Deutschland ein Rekordjahr. KI-Investitionen machten rund zwei Fünftel des gesamten Investitionsvolumens auf dem deutschen VC-Markt aus. KI-Start-ups bleiben damit ein zentraler Wachstumstreiber und haben ihre Position als wichtigster Investmentbereich weiter ausgebaut.

Die Bedeutung von KI zeigt sich auch in den Gründungszahlen: Ein erheblicher Anteil aller Neugründungen nutzt KI als zentralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Für viele Startups ist KI nicht mehr nur Ergänzung, sondern Kernbestandteil ihres Produkts geworden. Dieser Trend setzt sich beschleunigt fort und macht KI zum wichtigsten Treiber der Gründungsdynamik der letzten Jahre.

Das Investitionsklima für KI-Startups hat sich deutlich verbessert. Die Zahl der Unternehmen, die größere Finanzierungsrunden einwerben konnten, stieg deutlich gegenüber dem Vorjahr. Experten schließen auf gestiegenes Vertrauen der Investoren in KI-gestützte Geschäftsmodelle, wachsende Nachfrage nach KI-Lösungen in allen Branchen sowie eine zunehmende Integration von KI-Technologien in industrielle Prozesse. Wer in Künstliche Intelligenz investieren möchte, findet in diversifizierten VC-Strukturen einen professionellen Zugang zu diesem dynamischen Sektor.

Tatsächlich stellt sich für viele Anleger zunehmend die Frage: KI-Boom oder Blase? Die Antwort liegt in einer differenzierten Betrachtung – während einzelne Bereiche möglicherweise überbewertet sind, entstehen gleichzeitig fundamentale Geschäftsmodelle mit nachhaltigem Wachstumspotenzial.

Sicherheitstechnologien im Aufwind

Der Bereich Sicherheit gehört 2025 ebenfalls zu den Gewinnern und machte einen erheblichen Teil des deutschen Investitionsvolumens aus. Dazu zählen unter anderem Cybersicherheit sowie Technologien zur Abwehr physischer Bedrohungen. Start-ups und ihre Investoren adressieren damit die neuen Bedarfe nach innovativen Sicherheitstechnologien im Zuge geopolitischer Herausforderungen.

Auch Defense-Tech verzeichnete einen signifikanten Anstieg der Investitionen. Seit den geopolitischen Entwicklungen der letzten Jahre sind die Investitionen in diesem Sektor stark gewachsen. Der Deutsche Startup Monitor 2025 zeigt, dass ein wachsender Anteil der Startups militärische Kunden adressiert oder Dual-Use-Produkte entwickelt. Defense Tech in Europa entwickelt sich zu einem eigenständigen Investmentsegment mit erheblichem Wachstumspotenzial.


Exits: Leichte Erholung, aber moderate Bewertungen

Im Bereich der Unternehmensverkäufe zeigte 2025 eine positive Entwicklung: Die Zahl der Exits aus VC-Beteiligungen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg deutet auf eine langsame Erholung der Exit-Märkte hin.

Allerdings ziehen die Bewertungen der veräußerten Unternehmen und damit die Exit-Erlöse nur langsam an. Seit der Zinswende im Jahr 2022 haben sich die Bewertungen deutlich angepasst, und diese Korrektur wirkt sich weiterhin auf die erzielbaren Verkaufserlöse aus. Eine zentrale Stütze für einen positiven Aufschwung auf dem VC-Markt in den kommenden Jahren wäre eine Belebung der Exit-Märkte mit entsprechenden Kapitalrückflüssen an die Investoren.

M&A bleibt dominanter Exit-Kanal

M&A-Transaktionen dominieren weiterhin das Exit-Geschehen mit dem Großteil aller Transaktionen. IPO-Aktivitäten haben sich zwar verbessert, bleiben jedoch unter früheren Höchstständen. Börsengänge sind nach wie vor selten, und viele Unicorn-Gründer erwarten, dass ein deutscher Börsengang nicht in Deutschland, sondern eher in den USA stattfinden würde.

Der Secondary-Markt gewinnt zunehmend an Bedeutung und schafft zusätzliche Liquiditätsoptionen. Diese Entwicklung wird als positives Signal gewertet, da sie Investoren frühzeitige Ausstiegsmöglichkeiten bietet und die Attraktivität von VC-Investments erhöht. Das globale Zweitmarktvolumen erreicht Rekordniveaus und wächst deutlich schneller als traditionelle Primärinvestments. Venture Capital Secondaries entwickeln sich zu einer eigenständigen Anlageklasse mit interessanten Chancen für Fondsinvestoren.

Besonders relevant für institutionelle wie private Investoren: Warum Secondaries jetzt im Fokus stehen – die Kombination aus Zinswende, Bewertungsabschlägen und neuen Marktregeln schafft attraktive Einstiegsmöglichkeiten zu vergünstigten Konditionen.


Deutschland im europäischen Vergleich

Die solide Investitionstätigkeit auf dem deutschen Markt blieb 2025 hinter der Dynamik wichtiger Vergleichsmärkte zurück. In mehreren Ländern zog die Investitionsaktivität spürbar an – insbesondere im Vereinigten Königreich, in Frankreich und besonders in den USA. Damit spiegeln die VC-Märkte die konjunkturelle Lage der jeweiligen Volkswirtschaften wider.

Frankreich überholt UK beim Fundraising

Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigte sich beim VC-Fundraising: Frankreich überholte erstmals das Vereinigte Königreich bei der Einwerbung neuer Fondsmittel. Dies markiert einen symbolischen und strukturellen Wandel in der europäischen VC-Landschaft. Französische Venture Capital-Firmen profitierten dabei von mehreren großen Fondsschließungen und der aktiven Rolle der nationalen Innovationsbank Bpifrance.

Das deutsche Fundraising entwickelte sich zwischen diesen beiden Polen. Deutschland bleibt stark im Early-Stage-Bereich, während die Dynamik hinter Frankreich zurückblieb. Ein Grund dafür: Ende 2025 haben deutsche VCs erheblich weniger Kapital eingesammelt als im Vorjahr.

Die Diskrepanz zwischen Deutschland und seinen europäischen Nachbarn zeigt sich auch bei den Unicorn-Bewertungen: Paris als Startup-Metropole demonstriert, welche Faktoren zum Erfolg führen – von staatlicher Förderung über kulturelle Faktoren bis hin zu regulatorischen Rahmenbedingungen.

USA bleiben unangefochtener Spitzenreiter

Der US-amerikanische Venture Capital Markt zeigte 2025 eine deutliche Erholung und legte im Jahresvergleich spürbar zu. Die USA profitieren von mehreren strukturellen Vorteilen: einem tiefen Kapitalmarkt, hoher Exit-Aktivität, starker institutioneller Beteiligung und einer ausgeprägten Risikokultur.

Europäische Märkte – einschließlich Deutschland – hinken dieser Dynamik weiterhin hinterher. Die Differenz ist nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ spürbar: US-Startups erhalten im Durchschnitt deutlich höhere Bewertungen und können auf größere Wachstumsfinanzierungen zugreifen.

Für selbstentscheidende Investoren in Deutschland bedeutet dies: Europäische Startups bieten eine attraktive Anlagechance, gerade weil sie im internationalen Vergleich oft unterbewertet sind und gleichzeitig Zugang zum europäischen Binnenmarkt bieten.


Politische Initiativen und Fördermaßnahmen

Die deutsche Politik hat 2025 mehrere Initiativen ergriffen, um den Venture Capital Standort zu stärken und die strukturellen Nachteile gegenüber anderen Märkten abzubauen.

Wachstumsfonds und Deutschlandfonds

Der Deutschlandfonds, eine gemeinsame Initiative von Bundesregierung und KfW, startete Ende 2025 und soll gezielt Wachstumsfinanzierungen für erfolgreiche deutsche Startups ermöglichen. Das Fondsvolumen wurde auf mehrere Milliarden Euro ausgelegt und soll insbesondere die Lücke zwischen frühen Finanzierungsrunden und großen Growth-Runden schließen.

Der bereits zuvor gestartete Wachstumsfonds Deutschland zeigt erste Erfolge: Bis Ende 2025 wurden bereits vier Fünftel des Fondsvolumens zugesagt oder investiert. Die Nachfrage übersteigt dabei das verfügbare Kapital deutlich, was den erheblichen Bedarf an Wachstumsfinanzierungen unterstreicht.

Beide Fonds verfolgen einen ähnlichen Ansatz: Sie investieren nicht direkt in Startups, sondern über professionelle Venture Capital Fonds. Dadurch wird die Expertise privater Fondsmanager genutzt und gleichzeitig eine breite Risikostreuung erreicht. Diese Dachfonds-Struktur ermöglicht auch institutionellen und privaten Investoren den Zugang zu professionell verwalteten Portfolios.

DeepTech und Climate Tech im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt staatlicher Förderung liegt auf DeepTech und Climate Tech. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) soll perspektivisch die DeepTech- und Climate-Fonds integrieren und damit seine Position als zentraler Early-Stage-Investor in Deutschland weiter ausbauen.

Diese Konsolidierung zielt darauf ab, Synergien zu nutzen und die Schlagkraft deutscher DeepTech-Förderung zu erhöhen. Beide Fonds investieren bereits heute gemeinsam in vielversprechende Startups und verfügen über komplementäre Expertise.

Mittelstandsförderprogramme

Neben den großen Fondsinitiativen wurden auch Programme zur Stärkung des Mittelstands ausgeweitet. Verschiedene Förderbanken bieten maßgeschneiderte Finanzierungslösungen für technologieorientierte mittelständische Unternehmen an, die den Sprung in neue Geschäftsfelder wagen.


Geldpolitik und Zinsentwicklung

Die geldpolitische Entwicklung prägte auch 2025 die Rahmenbedingungen für Venture Capital Investitionen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihren Lockerungskurs fort und senkte die Leitzinsen schrittweise weiter.

EZB-Zinssenkungen unterstützen Bewertungen

Während die US-amerikanische Federal Reserve eine vorsichtigere Haltung einnahm, agierte die EZB entschlossener bei der Zinssenkung. Diese divergierende Geldpolitik führte zu interessanten Effekten: Der schwächere Euro verbessert die Wettbewerbsposition europäischer Exporteure, während niedrigere Zinsen die Attraktivität von Wachstumsaktien und damit auch von VC-Investments erhöhen.

Für den deutschen VC-Markt bedeutet dies eine schrittweise Verbesserung der Bewertungsgrundlagen. Niedrigere Diskontierungssätze rechtfertigen höhere Unternehmensbewertungen, was Exit-Chancen verbessert und neue Finanzierungsrunden erleichtert. Wie genau Fed-Lockerung und EZB-Vorsprung europäisches Venture Capital beeinflussen, zeigt sich in den relativen Bewertungsunterschieden zwischen europäischen und US-amerikanischen Startups.

Ausblick auf weitere Zinssenkungen

Für 2026 erwarten Marktbeobachter eine Fortsetzung des Lockerungskurses, wenngleich mit nachlassender Dynamik. Die EZB dürfte ihre Leitzinsen weiter senken, allerdings in kleineren Schritten als 2025. Diese allmähliche Normalisierung bietet Planungssicherheit für längerfristige Investitionen.


Chancen für vermögende selbstentscheidende Investoren

Die Entwicklungen des Jahres 2025 und der Ausblick auf 2026 schaffen neue Möglichkeiten für ambitionierte Anleger, die über klassische börsennotierte Investments hinausdenken.

Professioneller Zugang über Dachfonds-Strukturen

Der Zugang zu institutionellen Venture Capital Fonds war lange Zeit wohlhabenden Family Offices und institutionellen Investoren vorbehalten. Mindestanlagebeträge von mehreren hunderttausend Euro bildeten eine faktische Einstiegsbarriere. Die €200.000-Lücke beschreibt dieses Phänomen präzise.

Diese Situation hat sich durch regulatorische Entwicklungen und neue Produktstrukturen grundlegend geändert. BaFin-zugelassene Dachfonds ermöglichen den Zugang zu professionell verwalteten Portfolios bereits ab deutlich niedrigeren Mindestanlagebeträgen. Diese Demokratisierung des Zugangs schafft neue Möglichkeiten für vermögende Anleger mit entsprechendem Anlagehorizont.

Diversifikation und Risikomanagement

Ein wesentlicher Vorteil von Dachfonds-Strukturen liegt in der breiten Risikostreuung. Statt in einzelne Startups zu investieren und damit ein hohes Konzentrations risiko einzugehen, ermöglichen Dachfonds die Beteiligung an einem diversifizierten Portfolio von VC-Fonds, die ihrerseits in hunderte Startups investieren.

Diese mehrfache Diversifikationsebene reduziert das Risiko von Totalausfällen erheblich, ohne das Renditepotenzial grundlegend zu beeinträchtigen. Dachfonds als Rendite-Booster zeigen, wie systematische Diversifikation nicht nur Risiken mindert, sondern auch Renditen stabilisiert.

Portfolio-Beimischung statt Vollallokation

Venture Capital sollte nicht als Ersatz für traditionelle Anlageklassen verstanden werden, sondern als Portfolio-Beimischung. Die Illiquidität und Volatilität der Anlageklasse erfordern einen langfristigen Anlagehorizont und entsprechende Liquiditätsreserven in anderen Vermögensteilen.

Institutionelle Investoren wie Universitätsstiftungen allokieren typischerweise zwischen zehn und zwanzig Prozent ihres Portfolios in Private Markets. Diese Bandbreite kann als Orientierung dienen, wobei die individuelle Situation – Liquiditätsbedarf, Risikobereitschaft, Anlagehorizont – die konkrete Allokation bestimmen sollte. Portfolio-Rebalancing mit Venture Capital eröffnet neue strategische Möglichkeiten für die Portfoliokonstruktion.


Regulatorische Entwicklungen: ELTIF 2.0 schafft neuen Rahmen

Eine der bedeutendsten regulatorischen Entwicklungen für den Zugang zu Private Markets ist die Einführung von ELTIF 2.0 (European Long-Term Investment Funds). Die überarbeitete Regulierung trat in den letzten Jahren in Kraft und verbessert den Zugang zu langfristigen Investments erheblich.

Niedrigere Einstiegshürden

ELTIF 2.0 senkte die Mindestanlagebeträge deutlich und erleichterte die Produktstrukturierung. Während ELTIF 1.0 de facto kaum genutzt wurde und hohe regulatorische Hürden aufwies, entwickelt sich ELTIF 2.0 zu einem relevanten Vehikel für Private Markets Investments.

Insbesondere für vermögende selbstentscheidende Investoren bieten ELTIF-Strukturen interessante Vorteile: regulatorische Aufsicht durch nationale Behörden, standardisierte Berichtspflichten, klare Anlegerschutzvorschriften und verbesserte Liquiditätsoptionen.

Wachsendes Angebot

Das Angebot an ELTIF-Produkten wächst stetig. Verschiedene Asset Manager haben entsprechende Fonds aufgelegt, die unterschiedliche Private Markets Segmente abdecken – von Private Equity über Infrastructure bis hin zu Venture Capital.

Diese Produktvielfalt ermöglicht eine gezielte Allokation entsprechend der individuellen Präferenzen und Risikoneigung. Gleichzeitig schafft die regulatorische Standardisierung Transparenz und Vergleichbarkeit.


Fazit: 2026 als Jahr des Zugangs

2026 markiert einen Wendepunkt für den deutschen Venture Capital Markt. Der Zugang durch Dachfondsstrukturen, regulatorische Fortschritte (ELTIF 2.0, BaFin-Zulassungen) und technologische Infrastruktur ermöglichen es auch ambitionierten Anlegern ohne institutionellen Hintergrund, von den Wachstumschancen innovativer Startups zu profitieren.

Die Anzeichen für eine weitere Stabilisierung der globalen Venture-Capital-Märkte mehren sich. Investitionsvolumina ziehen wieder an, Exit-Aktivitäten nehmen zu und IPO-Kandidaten laufen sich warm. Gleichzeitig bleibt der deutsche Markt im internationalen Vergleich zurück, was auch die unterschiedliche konjunkturelle Dynamik in den Ländern widerspiegelt.

Für vermögende selbstentscheidende Investoren mit entsprechender Risikobereitschaft und langfristigem Anlagehorizont bietet sich erstmals echter Zugang zu jenen Anlageklassen, die bisher großen institutionellen Investoren vorbehalten waren. Die Kombination aus verbesserten regulatorischen Rahmenbedingungen, professionellen Dachfonds-Strukturen und staatlicher Unterstützung schafft ein Umfeld, das Venture Capital als Portfolio-Beimischung attraktiver macht denn je.

Dabei geht es nicht um spekulative Wetten auf das nächste Unicorn, sondern um systematischen Zugang zu einer renditestarken Anlageklasse mit professionellem Risikomanagement. Wer in Startups investieren möchte, findet heute strukturierte Lösungen, die institutionelle Standards mit angemessenen Mindestanlagebeträgen verbinden.


Häufige Fragen (FAQ)

Wie hat sich der deutsche VC-Markt 2025 entwickelt?

Der deutsche Venture Capital Markt zeigte 2025 eine stabile Seitwärtsbewegung. Das Investitionsvolumen erreichte nahezu das Niveau der Vorjahre, wobei das vierte Quartal besonders stark ausfiel. Die Anzahl der Finanzierungsrunden ging leicht zurück, während die durchschnittliche Rundengröße anstieg – ein Zeichen für erhöhte Selektivität und Fokus auf aussichtsreiche Geschäftsmodelle.

Welche Branchen dominieren die VC-Investitionen in Deutschland?

Künstliche Intelligenz dominiert mit rund zwei Fünfteln des gesamten Investitionsvolumens. Sicherheitstechnologien – einschließlich Cybersicherheit und Defense Tech – bilden den zweitwichtigsten Sektor. DeepTech, Climate Tech und B2C-Geschäftsmodelle zeigen ebenfalls deutliches Wachstum.

Wie steht Deutschland im europäischen Vergleich da?

Deutschland zeigt solide Stabilität, bleibt jedoch hinter der Dynamik von Großbritannien, Frankreich und den USA zurück. Bemerkenswert: Frankreich überholte 2025 erstmals das Vereinigte Königreich beim VC-Fundraising. Diese Entwicklung spiegelt unterschiedliche konjunkturelle Rahmenbedingungen und staatliche Förderstrategien wider.

Welche Rolle spielen staatliche Förderprogramme?

Staatliche Initiativen wie der Deutschlandfonds und der Wachstumsfonds Deutschland schaffen zusätzliches Kapital für Wachstumsfinanzierungen. Diese Programme investieren über professionelle VC-Fonds und nutzen damit private Expertise bei gleichzeitiger staatlicher Risikoübernahme. Die Nachfrage übersteigt dabei deutlich das verfügbare Kapital.

Wie entwickelt sich die Exit-Situation?

Exit-Aktivitäten nahmen 2025 zu, wobei M&A-Transaktionen weiterhin dominieren. IPO-Aktivitäten verbesserten sich, bleiben jedoch unter früheren Höchstständen. Die erzielbaren Bewertungen ziehen nur langsam an, da die Korrektur seit der Zinswende 2022 noch nachwirkt. Der Secondary-Markt gewinnt als alternative Liquiditätsoption an Bedeutung.

Welche regulatorischen Entwicklungen sind relevant?

ELTIF 2.0 (European Long-Term Investment Funds) verbessert den Zugang zu Private Markets durch niedrigere Mindestanlagebeträge und vereinfachte Strukturierungsmöglichkeiten. BaFin-zugelassene Dachfonds ermöglichen deutschen Anlegern den professionellen Zugang zu diversifizierten VC-Portfolios. Diese regulatorischen Fortschritte demokratisieren eine Anlageklasse, die zuvor institutionellen Investoren vorbehalten war.

Wie beeinflusst die Geldpolitik den VC-Markt?

Die EZB setzte 2025 ihren Lockerungskurs mit weiteren Zinssenkungen fort. Niedrigere Zinsen verbessern die Bewertungsgrundlagen für Wachstumsunternehmen und erleichtern Exit-Prozesse. Der schwächere Euro stärkt zudem die Wettbewerbsposition europäischer Exporteure. Für 2026 erwarten Experten eine Fortsetzung des Zinssenkungszyklus, wenngleich mit nachlassender Dynamik.

Welche Mindestanlagebeträge gelten für VC-Investments?

Traditionelle VC-Fonds verlangen typischerweise Mindestanlagebeträge im hohen sechsstelligen bis siebenstelligen Bereich. BaFin-zugelassene Dachfonds-Strukturen ermöglichen jedoch den Einstieg bereits ab deutlich niedrigeren Beträgen. Diese Demokratisierung schafft Zugang für vermögende selbstentscheidende Investoren, die zuvor von institutionellen Strukturen ausgeschlossen waren.

Welcher Anlagehorizont ist für VC-Investments erforderlich?

Venture Capital erfordert einen langfristigen Anlagehorizont von zehn Jahren oder mehr. Start-ups benötigen Jahre bis zur Marktreife, und Exit-Prozesse verlaufen zyklisch. Anleger sollten das investierte Kapital über diesen Zeitraum nicht benötigen und müssen die Illiquidität der Anlageklasse akzeptieren können. Als Portfolio-Beimischung empfiehlt sich eine Allokation zwischen zehn und zwanzig Prozent des Gesamtvermögens.

Wie unterscheidet sich VC von anderen Anlageklassen?

Venture Capital investiert in nicht-börsennotierte Wachstumsunternehmen in frühen Entwicklungsphasen. Die Anlageklasse zeichnet sich durch hohes Renditepotenzial bei gleichzeitig hohem Risiko aus. Im Gegensatz zu börsennotierten Aktien besteht keine tägliche Handelbarkeit. Die Renditeverteilung folgt einer Power-Law-Verteilung: Wenige sehr erfolgreiche Investments erwirtschaften den Großteil der Gesamtrendite. Der Unterschied zwischen Venture Capital und Private Equity liegt vor allem in der Unternehmensphase und der Investmentstrategie.


Quellen

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KfW Research (2026). German venture capital market remained stable in 2025 despite overall economic headwinds. https://www.kfw.de/About-KfW/Newsroom/Latest-News/Pressemitteilungen-Details\_876672.html

KfW Research (2026). KfW Research: Deutscher Markt für Wagniskapital 2025 robust. https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details\_876672.html

VC Magazin (2025). Warum es für Europas Start-ups weiter bergab geht. https://www.vc-magazin.de/blog/2025/12/19/thesen-startup-finanzierung-2026/

appliedAI Institute (2025). Deutsche KI-Startup Landscape 2025. https://trendreport.de/deutsche-ki-startup-landscape-2025/

Für Gründer (2025). Startup Gründungen 2025 dank KI auf Rekordhoch. https://www.fuer-gruender.de/blog/startup-gruendungen-2025-dank-ki-auf-rekordhoch/

Unternehmeredition (2025). Start-up-Gründungsdynamik erreicht Rekordniveau. https://www.unternehmeredition.de/start-up-gruendungsdynamik-erreicht-rekordniveau/

Business Insider (2025). Jedes zweite Startup in Deutschland ein 'KI-Startup'. https://www.businessinsider.de/gruenderszene/business/jedes-zweite-startup-in-deutschland-ein-ki-startup/

VC Magazin (2025). HTGF soll DeepTech & Climate Fonds integrieren. https://www.vc-magazin.de/blog/2025/12/01/htgf-soll-deeptech-climate-fonds-integrieren/

KfW (2025). Wachstumsfonds Deutschland: Bereits vier Fünftel erfolgreich platziert. https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details\_871808.html

Bundesfinanzministerium (2025). Deutschlandfonds startet: Bundesregierung und KfW schaffen neues Wachstumsinstrument. https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2025/12/2025-12-18-deutschlandfonds-startet.html

Bitkom (2026). Unicorn Report 2026. https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-01/260116-gs-unicorn-report-1.pdf

French Tech Journal (2025). European VC 2025: France Raised More New Funds Than the UK. https://www.frenchtechjournal.com/european-vcs-2025-france-raised-more-new-funds-than-uk/

Europäische Zentralbank (2025). Geldpolitische Beschlüsse März 2025. https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2025/html/ecb.mp250306~d4340800b3.de.html

Wellington Management (2026). Venture Capital – Ausblick auf 2026: 5 wichtige Trends. https://www.wellington.com/de-de/professionelle-anleger/alle-insights/venture-capital-ausblick