Einordnung von Venture Capital Renditen im Bereich der Alternativen Assets
Betrachtet man Venture Capital innerhalb der alternativen Anlageklassen, zeigt sich, dass die Renditen häufig an der Spitze liegen. Historische Analysen zeigen, dass VC-Investitionen langfristig überdurchschnittliche Erträge erzielen, insbesondere im Vergleich zu anderen alternativen Anlageformen wie Private Equity, Hedgefonds oder Immobilienfonds.

Wie profitabel ist Venture Capital?
Der Europäische Investmentfonds, einer der aktivsten Investoren in Venture Capital Fonds, veröffentlichte eine Analyse, wonach VC Fonds in der Regel eine Netto-IRR von 25 % anstreben. Doch wie realistisch ist dieses Ziel? Ein Blick auf historische Daten hilft bei der Einschätzung.
Eine Analyse von Pitchbook zeigt, dass die durchschnittliche Netto-IRR für VC-Fonds zwischen 2007 und 2019 bei 14,71 % lag, während Fonds im Top-Quartil, also die besten 25 % der Fonds, Renditen von mindestens 20,87 % erzielten. Eine weitere Untersuchung durch Cambridge Associates bestätigt diese Werte mit ähnlichen Ergebnissen.
Insgesamt zeigt sich, dass VC-Fonds im Schnitt hohe Nettorenditen erwirtschaften. Unterschiede in den Daten können sich durch verschiedene Betrachtungszeiträume und Regionen (global vs. Europa vs. USA) erklären lassen.
Das Ziel: Das Top-Quartil treffen
Erfolgreiche Investoren konzentrieren sich darauf, in Fonds des Top-Quartils zu investieren, da diese signifikant höhere Renditen liefern. Hier sind Netto-IRRs von über 30 % und TVPIs von über 3x keine Seltenheit. Neben der IRR spielt der TVPI (Total Value to Paid-In) eine wichtige Rolle, er die gesamte Wertentwicklung eines Fonds unter Berücksichtigung aller Ausschüttungen und des aktuellen Nettoinventarwerts misst.

Eine Analyse der TVPI-Entwicklung nach Jahrgängen kann wertvolle Erkenntnisse über die langfristige Performance liefern. Der TVPI-Wert variiert je nach Fondsalter erheblich. Während neuere Fonds in den ersten Jahren oft einen niedrigen TVPI aufweisen, weil Investitionen gerade erst getätigt worden sind und die Wertsteigerung noch ausstehen, erreichen etablierte Fonds mit erfolgreichen Exits deutlich höhere Werte. Insgesamt stechen Ältere Jahrgänge geben oft verlässlichere Aussagen zur Renditeentwicklung, während sich bei jüngeren Jahrgängen bereits erste Tendenzen abzeichnen können.
Insgesamt stechen hier besonders die Jahrgänge 2011, 2013 und 2014 hervor, bei denen im Top-Quartil jeweils TVPIs von über 3,00x erzielt worden sind.
Vergleich mit dem MSCI World
Ein direkter Vergleich mit traditionellen Anlageklassen ist herausfordernd, da VC Fonds primär auf Kennzahlen wie die IRR und TVPI setzen. Daher haben wir uns die quartalsweisen Renditen angeschaut, die sich aus der Veränderung des Nettoinventarwertes (NAV) ergeben. Die folgende Analyse vergleicht die durchschnittliche Entwicklung von VC Fonds mit dem MSCI World über denselben Zeitraum.
Über einen Zeitraum von 20 Jahren konnten VC Fonds im Durchschnitt mehr als doppelt so hohe Renditen erwirtschaften wie der MSCI World. Dies zeigt, dass die Anlageklasse langfristig sehr attraktiv sein kann.
Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass sich Venture Capital als Anlageklasse signifikant von Aktien unterscheidet. Aufgrund der illiquiden Natur und langen Laufzeiten sollte VC nicht als Substitut für Aktien/ETFs sondern vielmehr als ergänzende Komponente in einer strategischen Asset-Allokation betrachtet werden.

Fazit
Venture Capital bietet langfristig hohe Renditechancen, doch der Erfolg hängt stark von der Fondsselektion ab. Während das Top-Quartil beeindruckende Gewinne erzielen kann, sind Geduld und ein gutes Verständnis der Anlageklasse entscheidend.
Anleger, die langfristig orientiert sind und eine strategische Diversifikation anstreben, können mit VC eine wertvolle Ergänzung im Portfolio finden. Jedoch sollten sie sich bewusst sein, dass Venture Capital mit langen Kapitalbindungszeiten und einer geringen Liquidität einhergeht.
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