
In Deutschland wurden 2022 ca. 9,4 Mrd. Euro in Start-ups investiert. Dies entspricht rund 0,25 % des deutschen BIPs. Zum Vergleich: In den USA wurde im Jahr 2022 ein Wert von umgerechnet 0,78 % des dortigen BIP als Wagniskapital investiert. Auch im europäischen Vergleich hinkt Deutschland hinterher, wie die folgende Grafik zeigt. Dies verdeutlicht die noch immer bestehende Finanzierungslücke, die das Wachstum deutscher Start-ups im internationalen Vergleich bremst.

Bereits 2021 wies der Venture Capital Manager Lakestar in einer Studie darauf hin, dass Deutschland mit einer erheblichen Finanzierungslücke bei Start-up Investitionen konfrontiert ist. Die Gründe dafür liegen vor allem im begrenzten Zugang zu Venture Capital und regulatorischen Hürden. Zusätzlich besteht eine starke Abhängigkeit von Kapital aus den USA. Um diese Lücke langfristig zu schließen, sind sowohl verstärkte Investitionen als auch strukturelle Anpassungen notwendig, die den Zugang zu Venture und Growth Capital erleichtern.

Die Grafik zeigt den Vergleich zwischen Deutschland und den USA in Bezug auf Forschung, kommerziellen Erfolg und Skalierung. Während Deutschland bei der Grundlagenforschung fast gleichauf mit den USA liegt (1,04x bei F&E-Ausgaben, 0,98x bei wissenschaftlichen Publikationen), gibt es signifikante Schwächen bei der Kommerzialisierung und Skalierung. Besonders auffällig ist das niedrige Verhältnis von Unternehmern (0,44x), der geringen Anzahl von Tech-Unicorns (0,23x) und den vergleichsweise sehr niedrigen Wachstumsinvestitionen (0,14x pro Kopf).
Die WIN-Initiative (Wachstums- und Innovationskapital Initiative) wurde 2024 von der Bundesregierung ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, die steuerlichen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen in Deutschland zu verbessern, sodass junge innovative Unternehmen leichter an privates Kapital kommen und so die Innovationskraft Deutschlands gestärkt wird. Auf der anderen Seite sollen mehr Personen einfacher in Start-ups investieren können.
Im Rahmen der WIN-Initiative haben sich die Teilnehmer dazu verpflichtet, gemeinsam mit der Politik die deutsche und europäische Start-up-Landschaft durch zehn zentrale Maßnahmen zu stärken. Ziel ist es, bis 2030 rund 12 Milliarden Euro in junge, innovative Unternehmen zu investieren. Dies soll dazu beitragen, nachhaltige Strukturen für Wachstums- und Innovationskapital-Investitionen zu schaffen. Gleichzeitig werden weitere Unternehmen und Verbände eingeladen, sich anzuschließen, um gemeinsam Deutschlands Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit auszubauen und neue Möglichkeiten für private und institutionelle Investoren zu schaffen, die in Start-ups investieren möchten.

Die WIN-Initiative wurde ins Leben gerufen, um die bestehende Finanzierungslücke für Start-ups in Deutschland zu schließen. Mit einem jährlichen Bedarf von 30 bis 100 Milliarden Euro zielt sie darauf ab, die Verfügbarkeit von Wachstumskapital zu erhöhen. Unterstützt von Politik, Wirtschaft und Start-up-Verbänden fördert die Initiative sowohl die Innovationskraft als auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Mit zwei Hebeln gibt WIN einen Anschub für eine breitere Kapitalmobilisierung: erstens durch ein initiales Commitment und zweitens durch ein umfassendes Zehn-Punkte-Maßnahmenpaket, das den Zugang zur Assetklasse vereinfacht und verbessert. Wer in Start-ups investieren will, kann künftig von verbesserten Rahmenbedingungen profitieren, die durch die Initiative geschaffen werden.
Um das Start-up-Ökosystem in Deutschland entscheidend zu stärken, wurde ein umfassender 10-Punkte-Maßnahmenplan entwickelt. Dieser soll alle relevanten Bereiche der Wertschöpfungskette fördern – von der Schaffung attraktiver investierbarer Assets bis hin zur Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen.
Ziel ist die stärkere Vernetzung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, um mehr wissensbasierte Start-ups zu fördern. Fünf exzellenzorientierte „Factories“ werden entstehen, die bis 2025 innovative Projekte vorantreiben sollen.
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Die Initiative zielt darauf ab, Wachstums- und Innovationskapital für private und vermögende Investoren attraktiver zu machen. Geeignete Vehikel wie ELTIFs sollen entwickelt werden.
Dachfondsstrukturen werden gefördert, um das Risiko für Investoren zu diversifizieren und das Start-up-Ökosystem zu stärken. Mit dem Wachstumsfonds Deutschland wurde bereits ein großer Venture Capital Dachfonds aufgelegt.
Im Fokus steht die gezielte Unterstützung von CleanTech-Start-ups, insbesondere bei Skalierungs- und Produktionsfinanzierungen. Der Bund prüft Unterstützungsmöglichkeiten in diesem Bereich.
Die Initiative fördert Programme zur finanziellen Bildung für Investoren, um das Verständnis für Investitionen in Wachstums- und Innovationskapital zu stärken.
Die Regierung plant, öffentliche Kapitalfonds zu mobilisieren, die in Venture Capital investieren, und prüft entsprechende Maßnahmen.
Die Rahmenbedingungen für Börsengänge (IPOs) und Exits von Start-ups sollen verbessert werden, um Investoren stärkere Anreize zu bieten. Dies umfasst Maßnahmen zur Verkürzung der Dauer für die Genehmigung von Börsenprospekten.
Ein organisierter Sekundärmarkt für Anteile an Venture Capital Fonds wird entwickelt, um Liquidität und die Attraktivität für Investoren zu erhöhen.
Steuerliche Erleichterungen sollen eingeführt werden, um Investitionen in Venture Capital zu fördern. Dazu zählen auch Erleichterungen für stille Reserven und Roll-Over-Investitionen.
Die Anpassung der Anlageverordnung ermöglicht es kleinen Versicherern und Pensionskassen, flexibler in risikoreiche Anlageklassen wie Venture Capital zu investieren. Die Quote für Risikokapitalanlagen soll auf 40 % erhöht werden.
Das initiale Commitment bezieht sich auf die Zusage und Mobilisierung von Kapital durch große institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen und Banken. Diese Investoren verpflichten sich, in die Venture Capital Assetklasse zu investieren, um das Wachstumskapital für Start-ups in Deutschland zu erhöhen. Dieses anfängliche Commitment schafft die Grundlage für eine breitere Mobilisierung von Kapital, das durch regulatorische Anpassungen und den 10-Punkte-Maßnahmenplan der WIN-Initiative weiter unterstützt wird. Es stellt sicher, dass Start-ups Zugang zu dringend benötigtem Kapital erhalten.
Der Wachstumsfonds Deutschland spielt eine bedeutende Rolle in der WIN-Initiative. Er wurde als Dachfonds mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro aufgelegt und investiert in europäische Venture Capital Fonds, um Start-ups in Deutschland und Europa zu unterstützen. Der Fonds wird von der KfW Capital verwaltet und hat den Großteil seines Kapitals bereits zugesagt. Im Jahr 2026 ist der Start eines Nachfolgefonds geplant, um die Unterstützung der Start-up-Landschaft weiter auszubauen und die Finanzierungslücke zu schließen.
Wer sind die Investoren des Wachstumsfonds Deutschland? Ein Blick in das Handelsregister gibt Einblick in die Investoren des Wachstumsfonds. Dazu gehören z.B. Generali, Debeka Krankenversicherung, HUK-Coburg, Signal Iduna, MLP oder AQTON (Beteiligungsgesellschaft von Stefan Quandt).
Die WIN-Initiative wird von einer Vielzahl hochkarätiger Partner unterstützt. Neben der Allianz, AXA Deutschland, BlackRock, der Bayerischen Versorgungskammer, Deutsche Bank, Commerzbank, dem Bundesverband Deutscher Startups und dem BVK gehören auch Partner wie Munich Re, Siemens, Bertelsmann, Fresenius, Signal Iduna, Generali, Zurich und weitere bedeutende Institutionen zu den Unterstützern der WIN-Initiative. Diese Unternehmen setzen sich gemeinsam dafür ein, das deutsche Start-up-Ökosystem durch signifikante Investitionen zu stärken.
Abschließend möchten wir mit inVenture Capital und dem iVC Venture Innovation Fund einen wichtigen Beitrag zur Schließung der Finanzierungslücke für Start-ups leisten. Mit unserem Dachfonds für Privatanleger bieten wir eine einzigartige Möglichkeit, in ein diversifiziertes Venture Capital Portfolio zu investieren. Dies spiegelt die Ziele der WIN-Initiative wider, insbesondere im Hinblick auf die Etablierung von Wachstums- und Innovationskapital als Anlageklasse (Maßnahme 2) und die Stärkung von Dachfondsstrukturen (Maßnahme 3). Unser Fonds ermöglicht es Privatanlegern, gemeinsam mit institutionellen Investoren in führende Venture Capital Fonds zu investieren, die in über 200 Start-ups investieren.
Durch unser Commitment zur Förderung der Start-up-Landschaft tragen wir zur langfristigen Schaffung von marktwirtschaftlichen Strukturen bei, die den Zugang zu Wagniskapital für innovative Unternehmen deutlich verbessern.
Side/Letter ist das Researchprodukt von Inventure Capital. Wir ermöglichen Privatanlegern und Family Offices den Zugang zu europäischen Top-Tier VC-Fonds.
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