Charm Therapeutics hat eine überzeichnete Series‑B‑Finanzierung über 80 Mio. $ abgeschlossen. Das Kapital soll die IND‑Vorbereitung und den Start einer Phase‑I‑Studie für den Next‑Gen‑Menin‑Inhibitor (AML) bis Anfang 2026 ermöglichen; Co‑Leads NEA und SR One, weitere Investoren u. a. OrbiMed, F‑Prime, Khosla Ventures und NVIDIA.


Vorbereitung der klinischen Entwicklung: Start einer Phase-I-Studie voraussichtlich Q1 2026; Ausweitung präklinischer Programme; Rekrutierung von Führungskräften; Stärkung des Boards.
Die Londoner BioTech‑Firma CHARM Therapeutics hat eine oversubscribed Series‑B‑Finanzierung in Höhe von 80 Mio. $ abgeschlossen, um ihren nächsten Generation Menin‑Inhibitor in die klinische Entwicklung zu bringen. Die Runde signalisiert Vertrauen führender Life‑Science‑Investoren in CHARMs auf KI basierender Designplattform und kommt zu einem Zeitpunkt, in dem menin‑gerichtete Therapien als neue Klasse in der AML‑Behandlung an Bedeutung gewinnen.
„Securing funding from such a high‑quality investor syndicate is a strong validation of our approach to overcoming menin inhibitor resistance. ... We look forward to initiating clinical development early next year.“
– Gary D. Glick, Executive Chair, CHARM Therapeutics
Startup: CHARM Therapeutics
Sitz: Cambridge und London, Vereinigtes Königreich
Branche: Biotechnologie, Onkologie, KI‑gestützte Wirkstoffentwicklung
Finanzierungsrunde: Series B
Volumen: 80 Mio. $ (in einigen Medien als 68,5 Mio. € berichtet)
Bisher eingesammelt: Über 150 Mio. $ (laut Unternehmensangaben)
Investoren: New Enterprise Associates (NEA, Co‑Lead), SR One (Co‑Lead), OrbiMed, F‑Prime, Khosla Ventures, NVIDIA (u. a.)
Verwendung der Mittel: Vorbereitung der klinischen Entwicklung, Start einer Phase‑I‑Studie voraussichtlich Q1 2026, Ausweitung präklinischer Programme, Rekrutierung von Führungskräften und Board‑Stärkung
Neue Personalien: Ernennung von Briggs Morrison, M.D. und Kim Blackwell, M.D. als Non‑Executive Directors; Matthew McAviney (NEA) und Mahesh Kudari (SR One) sollen dem Board beitreten
CHARM Therapeutics kombiniert strukturbiologische KI mit klassischen Wirkstoffforschungsprozessen. Das Unternehmen nutzt seine proprietäre Plattform DragonFold, die Protein‑Ligand‑Co‑Folding vorhersagen soll, um kleine Moleküle gezielt gegen schwer zu adressierende Stellen zu entwerfen. Gründer sind Laksh Aithani und David Baker; das Leadprogramm ist ein oral zu verabreichender Menin‑Inhibitor für die Behandlung von akuter myeloischer Leukämie (AML). CHARM positioniert sein Molekül als „Next‑Generation“‑Inhibitor, der in präklinischen Modellen gegen bereits beschriebene klinische Resistenzmutationen in Menin wirksam sein soll und gleichzeitig günstige pharmazeutische Eigenschaften und ein günstigeres Sicherheitsprofil anstrebt.
Das Geschäftsmodell kombiniert platform‑getriebene Wirkstoffgenerierung mit fokussierter klinischer Entwicklung: Die Plattform soll sukzessive weitere Programme liefern, gleichzeitig zielt das Unternehmen darauf ab, das Leadprogramm bis zur Proof‑of‑Concept‑Phase zu bringen oder strategische Partnerschaften einzugehen. Die Einbindung von Kapitalgebern mit starker Branchenerfahrung sowie die Rekrutierung erfahrener Onkologie‑Manager deuten auf eine duale Strategie hin: internes Translational‑Development plus Optionen für externe Kollaborationen bzw. Lizenzdeals.
Aus Investorensicht ist die Runde mehrfach bedeutsam. Erstens ermöglicht sie CHARM, die regulatorischen und ressourcenintensiven Schritte zur IND‑Einreichung und zum Start einer Phase‑I‑Studie zu finanzieren. Die Erwartung, die klinische Entwicklung in Q1 2026 zu beginnen, verkürzt die Zeit bis zu datengestützten Werttreibern und erhöht die Option für Folgefinanzierungen oder Partnerschaften. Zweitens ist die Zusammensetzung der Investoren — NEA und SR One als Co‑Leads, dazu OrbiMed, F‑Prime, Khosla Ventures und NVIDIA — ein Vertrauenssignal: Anleger mit Erfahrung in Biotech‑Clustern und strategischer Expertise unterstützen sowohl wissenschaftliche Validierung als auch Kommerzialisierungs‑ und Skalierungsfragen.
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Auf Marktebene tritt CHARM in ein zunehmend wettbewerbsintensives Feld: Menin‑Inhibitoren gelten als validierte Therapieklasse in bestimmten molekular definierten Subtypen von Leukämien; mit der Zulassung von Revuforj (revumenib) durch die US‑Behörden hat die Klasse klinische Relevanz erreicht. Gleichzeitig zeigen bereits zugelassene und in Entwicklung befindliche Moleküle Limitierungen, etwa durch Resistenzmutationen oder Sicherheitsaspekte wie QTc‑Verlängerungen. CHARMs Anspruch, ein Kandidat zu entwickeln, der gegen bekannte Resistenzmutationen wirksam bleibt und bessere pharmazeutische Eigenschaften bietet, adressiert genau diese Schwachstellen und könnte die Heterogenität des klinischen Bedarfs bedienen — vorausgesetzt, die präklinischen Vorhersagen lassen sich im Menschen bestätigen.
Für Risikokapital bedeutet das Investment eine Wette auf die Skalierbarkeit der zugrundeliegenden KI‑Plattform: Gelingt die Übersetzung in klinisch relevante Kandidaten, steigt der Wert der Plattformprogramme erheblich; gelingt dies nicht, bleibt das Risiko auf die therapeutische Klasse begrenzt. Die Boardverstärkung mit erfahrenen Onkologie‑Protagonisten stärkt die Wahrnehmung, dass CHARM die nötigen klinischen und kommerziellen Kompetenzen aufbaut.
Kurzfristig ist der wichtigste Meilenstein für CHARM der Start der klinischen Phase‑I‑Studie, der laut Angaben für Anfang 2026 geplant ist. Daten aus dieser frühen klinischen Entwicklung — insbesondere Toxizitätsprofil, Dosis‑Eskalationsdaten, erste Hinweise auf biologische Aktivität und Wirksamkeit bei Patienten mit relevanten Genomveränderungen — werden entscheidend für die weitere Finanzierung und für Partnergespräche sein. Das Umfeld bleibt dynamisch: Hersteller erster Generation werden ihre Indikationen erweitern oder Labels ausweiten, während neue Akteure versuchen, durch Differenzierung und kombinatorische Ansätze Marktanteile zu gewinnen.
Für Investor:innen und potenzielle Kooperationspartner heißt das: Achten auf robuste, reproduzierbare präklinische Daten, transparente Translationale Endpunkte in der klinischen Studienplanung und eine klare Kommerzialisierungsstrategie. Bei positivem klinischem Verlauf könnte CHARM sowohl als eigenständiges Unternehmen wachsen als auch als attraktiver Partner für Pharmaunternehmen dienen, die ihre Onkologie‑Portfolios erweitern wollen.
Kurzfristige Risiken bleiben: die übliche Unsicherheit der Translation von präklinischen in klinische Erfolge, mögliche Sicherheits‑ oder Pharmakokinetik‑Probleme und regulatorische Hürden. Langfristig wird relevanter, ob DragonFold wiederholt qualitativ hochwertige Kandidaten hervorbringt — denn die Bewertung einer Plattformcompany hängt heute mehr denn je von ihrer Fähigkeit ab, mehrere Programme erfolgreich voranzutreiben.
TechFundingNews: https://techfundingnews.com/charm-therapeutics-raises-80m-series-b/
FinSMEs: https://www.finsmes.com/2025/09/charm-therapeutics-raises-80m-in-series-b-financing.html
Startup-Website: https://charmtx.com
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