Das Münchner Deep‑Tech‑Startup Hyperdrives schließt eine überzeichnete Pre‑Seed‑Runde über 3 Mio. € ab, um die direkte Hohlleiter‑Kühlung in Elektromotoren zu industrialisieren. Lead‑Investor ist Rethink Ventures; weitere Geldgeber sind u. a. First Momentum Ventures, SDAC, Acequia Capital, 2100 Ventures, Prototype Capital und Angel‑Investoren. Die Mittel fließen in Automotive‑Validierungen, Go‑to‑Market sowie Aufbau von Fertigungs‑ und Testkapazitäten.



Validierung von Lebensdauer und Zuverlässigkeit nach Automotive-Standards; Beschleunigung Go-to-Market; Vorbereitung und Skalierung industrieller Fertigungsprozesse; Ausbau von Fertigungs- und Testkapazitäten
Hyperdrives, ein Münchner Deep‑Tech‑Startup, hat eine überzeichnete Pre‑Seed‑Finanzierungsrunde in Höhe von 3 Mio. € abgeschlossen. Die Runde soll die Industrialisierung einer direkten Hohlleiter‑Kühlung für Elektromotoren beschleunigen, mit dem Ziel, hohe Leistungsdichten bei Serienkosten zu liefern.
„Hyperdrives ist der Turbolader für Elektroantriebe: mit dem besten Performance‑zu‑Kosten‑Verhältnis am Markt, konsequent auf industrielle Großserie ausgelegt. Über drei Produktgenerationen hinweg haben wir bewiesen, dass dieser Durchbruch in der Motor‑Performance keine exotischen Materialien oder neue Produktionskonzepte erfordert. Mit dem neuen Rückenwind unserer Investoren werden wir unser Team gezielt verstärken, um die Lebensdauer nach Automotive‑Standards nachzuweisen, die Markteinführung zu beschleunigen und den Schritt zur Industrialisierung konsequent vorzubereiten.“
– Robin Renz, CEO & Co‑Founder
Startup: Hyperdrives GmbH
Sitz: München, Deutschland
Branche: DeepTech / E‑Mobility / Elektromotoren
Finanzierungsrunde: Pre‑Seed (überzeichnet)
Volumen: 3 Mio. €
Bisher eingesammelt: Keine früheren externen Finanzierungsrunden (Umsatz > 1 Mio. € in 2024)
Investoren: Rethink Ventures (Lead), First Momentum Ventures, SDAC, Acequia Capital, 2100 Ventures, Prototype Capital, mehrere Angel‑Investoren
Verwendung der Mittel: Validierung von Lebensdauer und Zuverlässigkeit nach Automotive‑Standards; Beschleunigung Go‑to‑Market; Vorbereitung und Skalierung industrieller Fertigungsprozesse; Ausbau Fertigungs‑ und Testkapazitäten
Neue Personalien: Keine namentlich genannten Neuzugänge; das Unternehmen kündigt gezielte Teamverstärkung an
Hyperdrives wurde 2021 gegründet und entwickelt Antriebssysteme, die eine direkte Kühlung innerhalb der Kupferwicklungen (Hohlleiter‑ bzw. waveguide‑Kühlung) nutzen. Technisch erlaubt dieses Konzept, Dielektrikum durch hohle Leitungen zu führen und so Verlustwärme unmittelbar an der Quelle zu entfernen. Nach Unternehmensangaben steigert die Lösung die kontinuierlich nutzbare Stromdichte um das Dreifache im Vergleich zu konventionellen Serienmotoren; daraus resultieren höhere Leistungs‑ und Drehmomentdichten bei reduzierter Größe und Materialeinsatz.
Geschäftlich verfolgt Hyperdrives zwei komplementäre Ertragsströme: Erstens die Lieferung von kompletten Antriebssystemen inklusive integrierter SiC‑Inverter an Projektkunden in Automotive, Aviation (eVTOL) und Marine; zweitens Lizenzmodelle für die Industrialisierung der Technologie bei OEMs und Tier‑1‑Zulieferern. Dieses Hybridmodell zielt darauf ab, frühe Marktakzeptanz über Projektlieferungen zu sichern und gleichzeitig durch Lizenzen schnelle Skalierung in bestehenden Fertigungsumgebungen zu ermöglichen.
Die 3 Mio. € Pre‑Seed‑Finanzierung hat für Hyperdrives drei unmittelbare Bedeutungen: Erstens schafft sie Finanzierungsspielraum für belastbare, automotive‑konforme Dauerlauf‑ und Lebensdauertests – ein Muss, um in Fahrzeugserien zu kommen. Zweitens erlaubt das Kapital den Aufbau von Fertigungs‑ und Testkapazitäten, die eine Transition von Prototypen zu industriellen Stückzahlen erleichtern. Drittens stärkt die Beteiligung etablierter, thematisch fokussierter Investoren die Marktvalidierung und öffnet Zugang zu Branchennetzwerken, Zulieferern und potenziellen OEM‑Partnern.
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Auf Marktseite adressiert Hyperdrives einen der klassischen Zielkonflikte der Elektromobilität: höhere Leistungsdichte vs. Kosten und Fertigbarkeit. Die Behauptung, Motorsport‑ähnliche Performance zu Serienkosten liefern zu können, ist ein starker Hebel – sofern sich die Technologie in Langzeit‑Feldtests und in bestehenden Produktionslinien nachweislich integrieren lässt. Für OEMs und Zulieferer wäre eine Lösung, die ohne radikale Änderungen an Produktionsprozessen auskommt, besonders interessant, weil sie geringere CapEx‑Hürden und kürzere Time‑to‑Market verspricht.
Kurzfristig wird sich der Erfolg von Hyperdrives am Fortschritt der Validierungs‑ und Industrialisierungsarbeiten messen lassen: Bestehen die Lebensdauer‑ und Zuverlässigkeitstests die Automotive‑Standards, erhöht das die Chancen für Serienanläufe und Lizenzvereinbarungen. Mittelfristig könnte das Unternehmen in Nischen mit hohen Leistungsanforderungen und mittleren Stückzahlen (Performance‑E‑Fahrzeuge, eVTOLs, Marineantriebe) Fuß fassen, bevor es in volumenschwere Pkw‑Segmente skaliert.
Im Vergleich zu Wettbewerbern, die ganz auf neue Motorkonzepte, exotische Materialien oder komplett neue Produktionsverfahren setzen, positioniert sich Hyperdrives bewusst als „evolutionäre“ Lösung: Leistungssteigerung durch eine veränderte thermische Gestaltung bei gleichbleibender Fertigungsbasis. Diese Strategie kann einen Vorteil bieten, wenn Integrations‑ und Zulassungsrisiken niedriger bleiben als bei radikal neuen Architekturen. Gleichzeitig bleibt die Konkurrenz stark: etablierte Motorenhersteller sowie andere Deep‑Tech‑Teams investieren ebenfalls in Leistungsdichte, SiC‑Elektronik und neue Fertigungsprozesse.
Für Investoren und strategische Partner ist die aktuelle Runde vor allem ein Indikator für das Marktinteresse an Temperaturmanagement als Schlüsselhebel in der Motorenentwicklung. Sollte Hyperdrives die angestrebten Automotive‑Validierungen erfolgreich abschließen, wäre die Startposition für Folgefinanzierungen oder strategische Kooperationen mit OEMs deutlich verbessert.
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