Das Londoner Cybersecurity‑Startup Innerworks hat laut Medienberichten eine Seed‑Runde über 3,4–3,7 Mio. € abgeschlossen, um seine auf Synthetic Threat Intelligence basierte Abwehr gegen KI‑gestützten Betrug zu skalieren. Investoren sind u. a. AlbionVC, Digital Currency Group und Crypto.com; das Kapital fließt in Produktentwicklung, adversariales AI‑Training, internationale Expansion und Partnerschaften mit Finanzinstituten.



Produktentwicklung; adversariales AI‑Training (RedTeam-/adversariales Training, dezentralisiertes Training); internationale Expansion; Partnerschaften mit Finanzinstituten; Ausbau von Vertrieb und Engineering (Einstellungen).
Das Londoner Cybersecurity‑Startup Innerworks hat in einer Seed‑Finanzierungsrunde frisches Kapital eingesammelt, um seine Technologie gegen KI‑gestützte Betrugsfälle zu skalieren. Medienberichte nennen ein Volumen zwischen 3,4 Mio. € und 3,7 Mio. €, eine Differenz, die sich aus unterschiedlichen Umrechnungen und Quellenangaben ergibt. Die Runde wird als strategisch relevant für Finanzdienstleister und digitale Vermögensverwahrer bewertet, da Innerworks spezifisch auf synthetische Bedrohungen abzielt.
„We're facing AI-powered deception that can mimic legitimate users with frightening accuracy. Existing security companies have become obsolete because they assume threats will behave differently than legitimate users. Our platform solves this problem using Synthetic Threat Intelligence and decentralised training to defend against even the most sophisticated AI-based attacks.“
– Oliver Quie, CEO
Startup: Innerworks
Sitz: London, Vereinigtes Königreich
Branche: Cybersecurity; Synthetic Threat Intelligence
Finanzierungsrunde: Seed
Volumen: 3,4–3,7 Mio. € (berichtet)
Bisher eingesammelt: Frühere Crowdfunding‑Runde 2021 bekannt; kumulierte Gesamtfinanzierung nicht offengelegt
Investoren: AlbionVC, Digital Currency Group, Founders Capital, Firestreak Ventures, NVTBL Ventures, Metaversal Ventures, Crypto.com (Cronos) und einzelne Branchenexekutive
Verwendung der Mittel: Produktentwicklung, adversariales AI‑Training, internationale Expansion, Partnerschaften mit Finanzinstituten
Neue Personalien: Keine öffentlich angekündigten Führungswechsel; Einstellungsoffensive angekündigt
Innerworks bietet eine Plattform für die Erkennung und Abwehr synthetischer Angriffe, die auf Generative AI und automatisierte Botnetze setzen. Kernprodukt ist eine in Applikationen integrierbare Lösung mit Device‑Fingerprinting, Verhaltensanalyse und einem dezentralisierten RedTeam‑System, das durch ethisches Hacking und adversarielle Angriffe Modelle kontinuierlich stärkt. Laut Unternehmensangaben erreicht die Technologie eine Trefferquote von rund 97 Prozent bei der Identifikation KI‑generierter Interaktionen, was die Nachfrage insbesondere bei Krypto‑Börsen, Zahlungsdienstleistern und Infrastrukturbetreibern erklärt.
Die Seed‑Finanzierung liefert Innerworks nicht nur Kapital, sondern auch Zugang zu Netzwerken und Domain‑Expertise, insbesondere durch AlbionVC und Digital Currency Group. Für Finanzinfrastruktur und digitale Vermögensverwahrer signalisiert die Runde, dass Investoren verstärkt in spezialisierte Lösungen investieren, die explizit synthetische und AI‑gestützte Angriffe adressieren. Angesichts steigender Vorfälle mit Deepfakes, automatisiertem Account‑Takeover und Botnetzen könnte eine weitreichende Adoption bestehende Betrugspräventions‑Stacks ergänzen oder teilweise substituieren, sofern Integrationsaufwand und regulatorische Anforderungen adressiert werden.
Marktbeobachter sehen KI‑gestützten Betrug als exponentiell wachsende Bedrohung; Studien und Branchenmeldungen schätzen jährliche Verluste durch automatisierte Angriffe in Milliardenhöhe. Innerworks positioniert sich mit einem proaktiven, adversariellen Ansatz, der Trainingsdaten durch angreifbare RedTeam‑Programme generiert und so Modelle resilienter macht. Der Ansatz unterscheidet sich von klassischen regel‑ oder verhaltensbasierten Systemen, weil er gezielt synthetische Täuschungen nachbildet.
Für Investoren ist relevant, ob die Technologie auch skaliert, ohne False‑Positive‑Raten zu erhöhen, und wie sie regulatorische Prüfungen besteht. Angaben zu einer Unternehmensbewertung wurden nicht veröffentlicht. Innerworks plant, die Mittel in Produktverbesserung, Ausbau des RedTeam‑Netzwerks und die Rekrutierung in Vertriebs‑ und Engineering‑Funktionen zu stecken, um Verträge mit Finanzinstituten schneller umzusetzen.
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Investoren wie AlbionVC betonen, dass Innerworks nicht lediglich bestehende Lösungen verbessert, sondern einen neuen Verteidigungsansatz bietet, der in Hochrisikobereichen der Finanzwirtschaft benötigt wird. Die Beteiligung von Digital Currency Group und Crypto.com signalisiert besonderes Interesse aus dem Digital‑Asset‑und Zahlungsumfeld. Strategisch profitieren Finanzinstitute von einem Anbieter, der sowohl technische als auch forensische Erkenntnisse liefert und in Vorfällen als Frühwarnsystem fungieren kann. Kurzfristig erwarten Anleger eine Beschleunigung bei Pilotprojekten mit Börsen und Zahlungsnetzwerken; mittelfristig steht die Frage der Skalierbarkeit sowie die Einordnung in bestehende Compliance‑Prozesse im Vordergrund.
Technisch kombiniert Innerworks mehrere Erfassungsvektoren: Gerätesignaturen, Netzwerk‑ und Browsermetrik, Verhaltensbiometrie und Risiken aus Wallet‑Interaktionen. Die RedTeam‑Plattform generiert aktive Prüfungen und belohnt ethische Teilnehmer für erfolgreiche Angriffssimulationen, was zu robusteren Trainingsdaten und schnelleren Updatezyklen führt. Ein zentraler Vorteil besteht darin, dass die Modelle auf Szenarien trainiert werden, die reale Angreiferstrategien nachahmen, anstatt nur historische Muster zu replizieren. Das reduziert das Risiko, dass neue generative Modelle bestehende Detektoren umgehen. Nachteile bleiben jedoch: Modelle müssen laufend kalibriert werden, und die Balance zwischen Sensitivität und Nutzerkomfort ist weiterhin kritisch.
Käufer müssen die Implementierung in bestehende Authentifizierungs‑ und KYC‑Prozesse sorgfältig planen. Regulatorische Anforderungen im Zahlungsverkehr und bei Verwahrstellen erfordern Dokumentation der Funktionsweise und Nachweise zur Fehlerquote. Anbieter wie Innerworks sollten deshalb auf Auditierbarkeit, Explainability und Compliance‑Reporting setzen, um Unternehmenskunden und Regulatoren gleichermaßen zu überzeugen.
Innerworks hat nach eigenen Angaben bereits Pilotprojekte mit mehreren Akteuren im Bereich digitaler Vermögenswerte und Zahlungsverkehr umgesetzt. Diese frühen Implementierungen dienten laut Berichten dazu, Angriffsmuster zu identifizieren, die traditionelle Tools übersehen hatten, und erlaubten schnelle Modellanpassungen. Ein zentraler Treiber ist die Kombination aus passiven Signalen und aktiven, adversariellen Tests: Passive Telemetrie erkennt auffällige Muster, während RedTeam‑Simulationen neue Angriffsszenarien erzeugen, die in Trainings‑und Validierungspipelines einfließen. Für Unternehmenskunden reduziert sich dadurch die Reaktionszeit bei Vorfällen, weil Indikatoren früher sichtbar werden. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass eine breite Marktdurchdringung Zeit benötigt, da Integrationskosten und regulatorische Prüfprozesse in Finanzorganisationen nicht zu unterschätzen sind.
Vergleichbare Anbieter am Markt entwickeln ebenfalls verhaltensbasierte und KI‑gestützte Lösungen; Innerworks differenziert sich jedoch durch die Kombination dezentraler Trainingsdaten und eines Gamification‑Ansatzes für ethische Hacker. Das birgt Chancen für schnellere Iteration, stellt aber auch Anforderungen an Governance und Datenqualität. Für Risikomanager bleibt wichtig, wie einfach sich die Lösung in bestehende Monitoring‑Dashboards einbinden lässt und ob Reports für Audits standardisiert zur Verfügung stehen. Für Venture‑Investoren bleibt die Frage, ob das Geschäftsmodell wiederkehrende Umsätze mit stabilen Margen erzeugen kann. Beobachter sollten deshalb Interviews mit Early‑Adoptern und veröffentlichte Metriken zu False‑Positive‑Raten und Mean‑Time‑To‑Detect prüfen.
Silicon Canals: https://siliconcanals.com/uks-innerworks-lands-3-4m/
Startup-Website: https://www.innerworks.me
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