STAMP sammelt 4,0 Mio. € in Series A ein
Das spanische Fintech-Unternehmen STAMP hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 4,0 Mio. € abgeschlossen. Die Runde wird von Dozen angeführt und unterstreicht das wachsende Interesse an digitalen Lösungen im Tax-Free-Shopping-Segment. STAMP positioniert sich als Modernisierer eines traditionellen Industrie-Segments und nutzt dafür Zahlungstechnologie und künstliche Intelligenz.
Digitalisierung des Tax-Free-Shopping
STAMP adressiert einen fragmentierten und analogen Markt: das Tax-Free-Shopping für internationale Kunden. Während die globale Tourismuswirtschaft boomt, funktioniert die Mehrwertsteuerrückerstattung an der Verkaufsstelle noch vielfach über papierbasierte Prozesse. Das Unternehmen bietet eine digitale Plattform, die internationale Einkäufer befähigt, Steuervergünstigungen direkt beim Kauf zu erhalten – statt aufwendige Rückerstattungsanträge einzureichen.
Das Geschäftsmodell zielt besonders auf Einzelhandelsketten und Einzelhandelsunternehmen in Südeuropa ab, wo Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist. Durch die Integration in Point-of-Sale-Systeme können Kassenprozesse vereinfacht und das Kundenerlebnis verbessert werden. Gleichzeitig werden Daten transparenter und automatisiert für die Behördenabgabe verfügbar. STAMP nutzt AI-basierte Services, um Missbrauch zu erkennen und Compliance sicherzustellen – ein entscheidender Faktor bei Steuervergünstigungen.
Starkes Investorenfeld aus Tech und Sport
Dozen, der Lead-Investor, ist ein auf Fintech spezialisierter Venture-Capital-Fonds mit Fokus auf den DACH-Raum und Südeuropa. Sein Engagement signalisiert Vertrauen in die Scalability des Ansatzes. Neben Dozen beteiligen sich EBISU Digital, ein europäischer Tech-Investor, sowie der Barça Innovation Hub – der Innovationsarm des FC Barcelona – an der Runde. Zusätzlich unterstützen die Angel-Investoren Andreas Mihalovits und NXTplay das Unternehmen.
Die Kapitalzufuhr wird STAMP nutzen, um seine Produktentwicklung zu accelerieren, das Geschäftsmodell in zusätzlichen südeuropäischen Märkten zu validieren und sein Team auszubauen. Ein Fokus liegt vermutlich auf der Expansion über Spanien hinaus, etwa nach Portugal, Italien oder Griechenland, wo ähnliche Marktstrukturen und Tourismusströme bestehen.
Megatrend Fintech trifft fragmentierte Industrie
Die Runde passt in einen größeren Trend: Fintechs automatisieren und digitalisieren traditionelle, oft regulierte Finanzsegmente. Tax Refund und Travel-Fintech sind von hohem Interesse für Investoren, weil sie Milliardenvolumina bewegen und digitale Intermediation bisher gering ist. Das globale Tax-Free-Shopping-Volumen wird auf über 50 Milliarden Euro jährlich geschätzt – mit extrem heterogenen lokalen Lösungen.
STAMP profitiert von mehreren Tailwinds: Post-Pandemie-Tourismus, wachsende bargeldlose Zahlungen, und regulatorischer Druck auf Transparenz bei Steuern. Gleichzeitig ist der Wettbewerbsmarkt weniger gesättigt als etwa im Payments-Segment – bisher dominieren wenige, teils veraltete Anbieter den Space. Dies gibt STAMP Chancen auf schnelle Marktpenetration und Skalierung.
Mit dieser Serie-A-Runde hat STAMP insgesamt 4,0 Mio. € eingesammelt. Das Unternehmen ist damit gut kapitalisiert, um in den kommenden 18–24 Monaten mehrere südeuropäische Märkte zu erschließen, die Produktfeatures auszubauen und die AI-Compliance-Fähigkeiten zu vertiefen. Nächste Meilensteine dürften sein: Erste große Einzelhandelsketten als Kunden gewinnen, operative Gewinnung von Touristen-Transaktionen und die Vorbereitung auf eine mögliche Series B für europäische Expansion. STAMP demonstriert, wie Fintech traditionelle, regulierte Prozesse im Tourism- und Retail-Kontext disruptieren kann.





