
Der Prozess der Mineralisierung von CO₂ ist unter Geologen und Klimawissenschaftlern gut bekannt. Ein in der Natur vorkommendes Gestein namens Peridotit reagiert mit Kohlenstoff und Wasser und erzeugt Kalzit, einem weit verbreiteten und harmlosen Mineral. Im Laufe der Geschichte ist dies bereits in enormen Ausmaßen geschehen, wie die großen Streifen aus Kalzit zeigen, die typischerweise Peridotitvorkommen durchdringen.
Schon seit längeren existieren Studien und Ansätze, um diesen natürlichen Prozess für die Reduzierung von Kohlendioxid im industriellen Maßstab nutzbar zu machen. Als Pionier auf diesem Gebiet setzt das Start-up 44.01 dieses Vorhaben nun um.
44.01 - benannt nach dem Molekulargewicht von Kohlendioxid - wurde 2020 von dem im Oman ansässigen Investmentmanager Talal Hasan gegründet, der aus einer Familie von Umweltschützern stammt. Zur Gründung sammelte das Start-up in einer von Apollo Projects und Breakthrough Energy Ventures unterstützten Seed-Finanzierungsrunde erstmals 5 Millionen Dollar ein.
Das Team rund um Hasan arbeitet mit den Klimaforschern Peter Kelemen und Jürg Matter von der Columbia University zusammen, die auch dem wissenschaftlichen Ausschuss des Start-ups angehören. Keleman und Matter sind Koryphäen auf diesem Forschungsgebiet und haben den Mineralisierungsprozess von CO₂ in Peridotit in der Vergangenheit in mehreren Studien untersucht.
Peridotit kann schneller als jedes andere Gestein mehr CO₂ pro Tonne mineralisieren und bietet damit das Potenzial, Gigatonnen CO₂ zu beseitigen. Die natürliche Mineralisierung von Peridotit kann viele Jahrzehnte dauern, aber die Technologie von 44.01 beschleunigt diesen Prozess erheblich. In nur 12 Monaten wird CO₂ in Gestein umgewandelt. In Oman - eines der Länder mit den größten Peridotit Vorkommen - besitzt 44.01 hervorragende Bedingungen, um dieses Vorhaben umzusetzen.
Für jede Tonne CO₂, die mineralisiert wird, erstellt 44.01 eine für den Emissionshandel geeignete Gutschrift. Der Emissionshandel ist in den Industrieländern ein zentrales Klimaschutzinstrument, mit dem die CO₂-Emissionen der energieintensiven Industrien kompensiert werden.

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Derzeit ist 44.01 einer der wenigen und bereits sichtbaren Akteure in diesem Bereich, der die Sequestrierung in geologischen Formationen anbieten kann. Ihre Mineralisierung in geeigneten Gesteinsformationen wird als eine der sichersten, skalierbarsten und dauerhaftesten Ansätze zur CO₂-Bindung angesehen. Und sie haben starke Partner an Bord: Climeworks und 44.01 testen gemeinsam die Kombination der direkten Luftabscheidungstechnologie von Climeworks mit der geologischen Mineralisierung von CO₂ im Oman.
Die errechnete Ökobilanz zeigt, dass 44.01 pro abgetrennter Tonne viel mehr CO₂ eliminiert, als sie für den Betrieb ihrer Prozesse emittieren. Ihre Lieferkette liefert CO₂ für die Sequestrierung mit einer hohen Gesamtkohlenstoffabscheidungseffizienz von 88 bis 91 %. Das bedeutet, dass für jede 1000 kg CO₂, die abgeschieden und beseitigt werden, nur 90 bis 120 kg CO2e für den Betrieb der gesamten Lieferkette emittiert werden. Ihr strategisch wertvoller Standort in Oman minimiert den Transportbedarf und ermöglicht die Nutzung von Energie aus vollständig erneuerbaren Quellen.
Weiterführende Informationen:
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