Die 5-Jahres-Regel: Warum Job-Hopping und langfristiges Investieren perfekt zusammenpassen
Warum strategische Jobwechsel und illiquide VC-Investments perfekt zusammenpassen: Die 5-Jahres-Regel für Tech-Führungskräfte zwischen beruflicher Mobilität und Vermögensaufbau.


Kurzzusammenfassung: Tech-Führungskräfte zwischen Mitte dreißig und Mitte fünfzig, die strategisch regelmäßig den Job wechseln, schaffen optimale Voraussetzungen für langfristige Venture Capital Investments. Die scheinbar widersprüchlichen Strategien – berufliche Mobilität und illiquide Anlagen – ergänzen sich zu einer modernen Vermögensstrategie, die systematisch Gehaltssprünge in nachhaltigen Vermögensaufbau umwandelt.
Die neue Normalität – alle 3 Jahre ein neuer Job
Fallbeispiel: Ein VP Engineering in einem Berliner Fintech wechselt zu einem Scale-up im Mobilitätsbereich. Gehaltssteigerung: deutlich über dem Branchendurchschnitt. Zwei Jahre später folgt der Sprung zum Head of Technology eines E-Commerce-Unternehmens – wieder ein substanzieller Anstieg. In wenigen Jahren hat er sein Einkommen erheblich gesteigert, ohne je länger als üblich in einem Unternehmen zu bleiben.
Die deutsche Tech-Landschaft hat sich fundamental gewandelt. Während die durchschnittliche Verweildauer in deutschen Unternehmen noch bei etwa einem Jahrzehnt liegt, bewegen sich Tech-Führungskräfte in leitenden Positionen deutlich dynamischer. In der IT-Branche sind Wechselzyklen von wenigen Jahren nicht nur akzeptiert, sondern oftmals karrierefördernd – eine Entwicklung, die besonders ausgeprägt bei Führungskräften in schnell wachsenden Unternehmen zu beobachten ist.
Diese Mobilität reflektiert die Dynamik einer Branche, die sich permanent neu erfindet. Tech-Führungskräfte nutzen Jobwechsel als strategisches Instrument zur Kompetenz- und Gehaltsentwicklung. Tatsächlich schaffen sie durch diese Flexibilität die Basis für eine besonders stabile Anlagestrategie: Da das Einkommen durch regelmäßige Wechsel planbar steigt, können sie sich langfristige, illiquide Investments leisten, die traditionell nur institutionellen Anlegern vorbehalten waren.
Chancen und Herausforderungen der Mobilität
Nicht jeder Wechsel zahlt sich kurzfristig aus. Die Strategie funktioniert nur bei systematischer Planung und ausreichenden Netzwerk-Kontakten. Dennoch zeigt die Erfahrung: Tech-Führungskräfte, die ihre Karriere strategisch gestalten, erzielen langfristig überdurchschnittliche Einkommenssteigerungen.
Quick-Check: Bin ich bereit für strategische Mobilität?
Verfüge ich über ein Netzwerk, das mir regelmäßig neue Optionen eröffnet?
Kann ich finanziell längere Übergangszeiten überbrücken?
Habe ich meine Expertise so positioniert, dass sie branchenübergreifend wertvoll ist?
Das Mobilitäts-Paradox: Flexibel im Job, stabil im Portfolio
Paradoxerweise profitieren gerade die mobilsten Tech-Führungskräfte am stärksten von illiquiden Investments. Venture Capital und Private Markets bieten genau das, was in volatilen Karrieren oft fehlt: langfristige Stabilität und Ruhe. Während sich Gehälter und Arbeitsplätze regelmäßig ändern, entwickeln sich VC-Investments kontinuierlich über Zeiträume von fast einem Jahrzehnt und erfordern praktisch keine aktive Verwaltung.
Unterscheidung nach Karrierestufen
C-Level und VPs: Verfügen über die höchsten Sparquoten und können überdurchschnittliche VC-Allokationen im Portfolio stemmen
Senior Manager: Beginnen typischerweise mit moderaten VC-Beimischungen als strategische Ergänzung
Mid-Level Professionals: Sollten zunächst solide Liquiditätsreserven aufbauen, bevor sie illiquide Investments erwägen
Die Demokratisierung von Venture Capital durch BaFin-Zulassung (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) neuer Fondsstrukturen ermöglicht es Tech-Führungskräften, bereits ab moderaten Beträgen in professionell verwaltete VC-Portfolios zu investieren. Diese Investments korrelieren typischerweise nur schwach mit den öffentlichen Märkten und bieten damit eine echte Diversifikation.
Diversifikations-Analogie: Stellen Sie sich vor, Sie hätten früher nur in deutsche Automobilaktien investieren können. VC-Zugang ist, als würden Sie plötzlich Anteile an den Unternehmen erhalten, die diese Industrie revolutionieren werden – von Elektromobilität bis autonomes Fahren.
Demokratisierung von Venture Capital: Die neue Regulierung macht's möglich
Die regulatorischen Entwicklungen der letzten Jahre haben den VC-Zugang für wohlhabende Selbstentscheider revolutioniert. Während früher erhebliche Mindestanlagen nötig waren, ermöglichen neue BaFin-regulierte Strukturen demokratischen Zugang zu institutionellen VC-Fonds.
Der regulatorische Durchbruch
Die ELTIF-2.0-Verordnung (European Long-term Investment Funds) und deutsche Publikums-AIFs haben die Barrieren drastisch gesenkt. Tech-Führungskräfte können nun dieselben Fonds nutzen wie Family Offices und Pensionsfonds – nur mit deutlich niedrigeren Einstiegshürden. Diese Demokratisierung ist vergleichbar mit der Einführung von ETFs: Plötzlich war institutionelle Expertise für breitere Anlegerkreise zugänglich.
Drei entscheidende Vorteile der neuen Strukturen:
Professionelles Management: Zugang zu erstklassigen VC-Managern in Europa
Optimale Diversifikation: Streuung über zahlreiche Fonds und hunderte von Startups
Regulatorischer Schutz: BaFin-Aufsicht und standardisierte Berichtspflichten
Die Erfahrung zeigt: Tech-Führungskräfte, die diese Strukturen nutzen, berichten von einer psychologischen Entlastung. Statt täglich Kursschwankungen zu beobachten oder Einzelaktien zu analysieren, können sie sich auf ihre Karriere konzentrieren, während das VC-Portfolio im Hintergrund arbeitet.
Kritische Einordnung
VC-Investments bedeuten jedoch auch erhebliche Illiquidität und sind nicht für jede Lebensphase optimal. Die Strategie funktioniert nur bei stabilen Einkommen und langfristiger Perspektive.
Gehaltssprünge kapitalisieren: Deutliche Anstiege richtig anlegen
Fallbeispiel: Eine CTO eines Berliner Insurtech wechselt zu einem amerikanischen Fintech mit deutscher Niederlassung. Der Gehaltssprung ist erheblich, zusätzlich kommen Aktienoptionen (RSUs - Restricted Stock Units, also Unternehmensanteile mit Sperrfrist) dazu. Statt den Lebensstil anzupassen, erhöht sie ihre Sparquote deutlich. Die zusätzlichen Mittel fließen größtenteils in liquide Reserven, ein kleinerer Teil in VC-Investments.
Die Einkommensdynamik in der Tech-Branche folgt eigenen Gesetzen. Während interne Beförderungen typischerweise moderate Gehaltserhöhungen bringen, ermöglichen externe Wechsel überdurchschnittliche Sprünge. Diese "Gehaltsprünge" sind das Ergebnis einer Marktdynamik, in der Unternehmen bereit sind, für externe Kandidaten deutlich mehr zu zahlen als für bestehende Mitarbeiter.
Der Anti-Lifestyle-Inflation-Ansatz
Nutzen Sie jeden Gehaltssprung als Vermögenssprung. Die goldene Regel: Ein erheblicher Teil jeder Erhöhung sollte direkt in die Sparquote fließen. Bei einem typischen Sprung bedeutet das eine substanzielle Erhöhung der monatlichen Rücklagen.
Die moderne Tech-Vergütung geht weit über das Grundgehalt hinaus. Aktienoptionen, Bonuszahlungen und andere variable Komponenten erfordern eine durchdachte steuerliche und finanzielle Planung. Interessanterweise schaffen gerade Tech-Führungskräfte ohne eigene Unternehmensanteile durch ihre Equity-Lücke den perfekten Rahmen für VC-Investments.
Checkliste: Was tun nach dem Gehaltssprung?
Steuerliche Optimierung der neuen Vergütungsstruktur prüfen
Erhöhung der Sparquote um einen erheblichen Teil der Steigerung
Aufstockung der Liquiditätsreserven vor neuen Investments
Überprüfung der VC-Allokation im Gesamtportfolio
Emergency Fund Plus: Liquidität für Übergangsziten
Fallbeispiel: Ein VP Product eines E-Commerce-Unternehmens plant bewusst eine längere Auszeit zwischen Jobs. Sein erweiterte Liquiditätsreserve ermöglicht es ihm, selektiv zu sein und ein attraktives Angebot eines Startups anzunehmen, das weniger Grundgehalt, aber deutlich mehr Eigenkapitalanteile bietet.
Das traditionelle Notfall-Portfolio reicht für mobile Tech-Führungskräfte nicht aus. Unterscheiden Sie zwischen verschiedenen Liquiditätspuffern:
Drei-Stufen-Modell der Liquidität
Notfallfonds: Unantastbar für echte Notfälle
Flexibilitätspuffer: Für bewusste Karriereentscheidungen
Opportunity Fund: Für spontane Investitionschancen oder Sabbaticals
Diese erhöhte Liquiditätsreserve ist Investition in die eigene Verhandlungsposition. Wer finanziell unabhängig in Jobverhandlungen gehen kann, erzielt typischerweise deutlich bessere Konditionen und kann sich auch höhere Risiken erlauben – etwa den Wechsel zu einem Startup mit höherem Equity-Anteil aber niedrigerem Grundgehalt.
Besonderheiten nach Führungsebene
C-Level: Führungskräfte auf höchster Ebene sollten zusätzlich einen "Reputation Fund" für mögliche rechtliche Auseinandersetzungen oder längere Jobsuchen einkalkulieren. Die Märkte für Spitzenpositionen sind kleiner und Suchprozesse können sich über viele Monate hinziehen.
VP-Level: Benötigen moderate Flexibilitätspuffer, da Wechsel häufiger und vorhersehbarer sind.
Senior Manager: Fokussieren zunächst auf soliden Liquiditätsaufbau als Basis für alle weiteren Strategien.
VC als Stabilitätsanker: Warum Illiquidität beruhigt
Das Jahrgangsprinzip verstehen
Vintage-Year-Prinzip: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen Wein. Ein guter Jahrgang braucht Zeit zum Reifen. VC-Fonds funktionieren ähnlich – jeder "Jahrgang" entwickelt sich über Jahre. Durch Investments in verschiedene Jahrgänge glätten Sie die Renditezyklen.
Venture Capital fungiert für mobile Tech-Führungskräfte als Stabilitätsanker im Portfolio. Ein VC-Dachfonds bietet dabei optimale Diversifikation. Schon mit moderaten Einstiegsbeträgen erhalten Anleger Zugang zu erstklassigen VC-Managern, die wiederum in hunderte von Startups investieren.
Drei-Ebenen-Diversifikation
Fondsebene: Dutzende verschiedener VC-Fonds
Unternehmensebene: Hunderte von Portfolio-Unternehmen
Sektorebene: Streuung über verschiedene Technologiebereiche
Die Power-Law-Verteilung (wenige sehr erfolgreiche Investments kompensieren viele Ausfälle) in Venture Capital funktioniert nur bei ausreichender Diversifikation. Warum wenige VC-Deals Ihr Vermögen vervielfachen können, zeigt sich erst bei Portfolios mit hunderten von Unternehmen.
Vergleich zu alternativen Anlageformen
Vs. Crowdinvesting: Professionelles Management statt Einzelwetten
Vs. Krypto: Fundamentale Unternehmenswerte statt Spekulation
Vs. P2P-Kredite: Eigenkapital-Upside statt begrenzte Zinserträge
Die Sabbatical-Option: Auszeiten finanziell planen
Fallbeispiel: Eine VP Engineering plant nach einem intensiven Scale-up-Exit eine längere Auszeit. Ihre dreistufige Finanzierung: Emergency Fund bleibt intakt, spezielle Sabbatical-Rücklagen sind aufgebaut, plus weiterhin laufende VC-Investments, die während der Auszeit keine Aufmerksamkeit benötigen.
Die strategische Planung von Sabbaticals wird für Tech-Führungskräfte zunehmend wichtig. Burnout-Raten in der Tech-Branche sind überdurchschnittlich hoch, und bewusste Auszeiten werden nicht nur als Luxus, sondern als notwendiges Element der Karriereplanung betrachtet.
Sabbatical-Lifecycle-Modell
Vorbereitung: Langfristiger Aufbau spezieller Sabbatical-Rücklagen
Auszeit: Fokus auf Regeneration, Weiterbildung oder Neuorientierung
Wiedereinstieg: Oft mit verbesserter Verhandlungsposition und klareren Zielen
Moderne Sabbatical-Planung geht über die reine Kostendeckung hinaus. Ein gut geplantes Sabbatical ist Investition in die eigene Marktfähigkeit und kann langfristig zu überdurchschnittlichen Einkommen führen. Dabei können illiquide VC-Investments während der Auszeit weiterlaufen, ohne aktive Verwaltung zu erfordern.
Drei Fragen vor dem Sabbatical:
Ist mein Emergency Fund davon unberührt?
Habe ich mein Netzwerk über die Pläne informiert?
Nutze ich die Zeit strategisch für Skills oder Kontakte?
Geografische Arbitrage: Optimale Standortstrategien in der DACH-Region
Fallbeispiel: Ein CTO verhandelt erfolgreich überwiegend Remote Work und zieht von München nach Berlin. Bei gleichem Gehalt ergeben sich erheblich niedrigere Lebenshaltungskosten – die Differenz fließt direkt in VC-Investments.
Die Kombination aus Remote Work und geografischer Mobilität eröffnet Tech-Führungskräften erhebliche Optimierungsmöglichkeiten. Das Konzept der geografischen Arbitrage – überdurchschnittliche Gehälter bei moderaten Lebenshaltungskosten – wird durch hybride Arbeitsmodelle praktisch umsetzbar.
DACH-Region im Standortvergleich
Berlin: Optimales Verhältnis aus Gehalt, Lebenshaltungskosten und Lebensqualität. Dynamische Scale-up-Szene mit internationaler Ausstrahlung.
München: Höchste Gehälter in Deutschland, aber proportional höhere Kosten. Stark im Deep-Tech und Corporate Innovation.
Hamburg: Ausgewogenes Verhältnis, besonders stark in Fintech und Logistik-Innovation.
Köln/Düsseldorf: Starke Corporate-Präsenz, moderate Kosten, gute Verbindungen ins europäische Ausland.
Zürich: Höchste Marktreife und Gehaltsniveaus in der DACH-Region, aber auch strenge regulatorische Zugangshürden.
Wien: Aufstrebender Tech-Hub mit attraktiver Lebensqualität und moderaten Kosten.
Entscheidend ist dabei die strategische Wahl des Wohnorts im Verhältnis zu Karrierezielen und Lebensqualität. Die gesparten Mittel können dann systematisch in langfristige Anlageklassen wie Venture Capital fließen.
Quick-Tipp Geografische Arbitrage: Verhandeln Sie Remote-Anteile bereits beim Jobwechsel. Viele Unternehmen akzeptieren überwiegend dezentrale Arbeitsmodelle, wenn die Fachkraft entsprechend wertvoll ist.
Netzwerk als Währung: Connections sind Ihr wahres Kapital
Fallbeispiel: Ein VP Sales baut systematisch sein Netzwerk auf: LinkedIn mit mehreren tausend relevanten Kontakten, regelmäßige Teilnahme an Branchenkonferenzen, Mentoring von Junior-Kollegen. Resultat: Die meisten Jobwechsel entstehen durch direkte Ansprache, selten durch Bewerbungen.
In der Tech-Branche sind überdurchschnittlich viele Positionen nie öffentlich ausgeschrieben. Diese versteckten Arbeitsmärkte funktionieren über persönliche Netzwerke und Empfehlungen. Für mobile Tech-Führungskräfte wird das Netzwerk damit zur wichtigsten Währung.
Moderne Netzwerkstrategie - Digital First
LinkedIn: Professionelle Reputation durch regelmäßige Brancheninsights
GitHub: Technische Kompetenz durch Code-Beiträge demonstrieren
Twitter/X: Thought Leadership zu relevanten Tech-Trends
Branchenspezifische Plattformen: AngelList, ProductHunt, etc.
Offline-Komponenten bleiben unverzichtbar
Konferenzen: Nicht nur teilnehmen, sondern sprechen
Meetups: Regelmäßige Präsenz in lokalen Tech-Communities
Mentoring: Geben und Nehmen von Wissen und Kontakten
Das Netzwerk funktioniert dabei in beide Richtungen: Wer anderen hilft – durch Empfehlungen, Mentoring oder Wissenstransfer – baut Reputation und Goodwill auf, die sich langfristig auszahlen. Ein häufig übersehener Aspekt: Auch bei VC-Investments kann das Netzwerk wertvoll sein, da erfahrene Tech-Führungskräfte die Qualität von Venture Capital Managern besser einschätzen können.
Drei-Stufen-Netzwerkaufbau
Aufbau: Systematisches Sammeln relevanter Kontakte
Pflege: Regelmäßiger, wertschaffender Austausch
Aktivierung: Strategische Nutzung bei Karriereentscheidungen
Lifecycle-Modell: Karriere und Investment im Einklang
Der optimale Langzeit-Zyklus für Tech-Führungskräfte
Foundation Building (Frühphase der Karriere)
Fokus: Aufbau von Expertise und ersten Führungsrollen
Investment: Liquiditätsaufbau, erste ETF-Positionen (Core-Satellite-Strategie: ETFs als stabiles Fundament, ergänzt durch strategische Beimischungen)
Ziel: Solid Financial Foundation
Acceleration Phase (Mittlere Karrierephase)
Fokus: Erste leitende Positionen, signifikante Gehaltssprünge
Investment: Erste VC-Allokationen als strategische Beimischung, Emergency Fund Plus
Ziel: Strategic Wealth Building
Optimization Phase (Fortgeschrittene Karrierephase)
Fokus: Senior Leadership, strategische Karriereentscheidungen
Investment: Erhöhte VC-Allokation, Sabbatical-Planning
Ziel: Financial Independence Options
Dieses Modell zeigt: Je stabiler die Karriere wird, desto höher kann der illiquide Anteil im Portfolio werden. VC-Investments, die in der mittleren Phase beginnen, reifen genau dann, wenn die größten Karriereentscheidungen anstehen.
Kritische Reflexion
Das Modell funktioniert nicht für jeden. Wer häufig die Branche wechselt oder instabile Einkommen hat, sollte zunächst an der Grundstabilisierung arbeiten, bevor illiquide Investments sinnvoll werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Szenario: Wechsel von Corporate zu Startup – wie ändert sich die Anlagestrategie?
Der Übergang von einem etablierten Unternehmen zu einem Startup erfordert eine deutliche Anpassung der Anlagestrategie. Typischerweise sinkt das Grundgehalt merklich, während der Eigenkapitalanteil überproportional steigt. Erhöhen Sie vor dem Wechsel Ihre Liquiditätsreserven erheblich, da Startup-Gehälter volatiler sind. Reduzieren Sie temporär neue VC-Investments, bis sich das neue Gehaltsniveau stabilisiert hat. Betrachten Sie die Startup-Equity als zusätzliche illiquide Position in Ihrem Portfolio.
Szenario: Umzug ins Ausland – welche Auswirkungen auf VC-Investments?
Bei einem Umzug innerhalb der EU bleiben BaFin-regulierte VC-Fonds grundsätzlich zugänglich. Prüfen Sie steuerliche Auswirkungen mit einem Steuerberater, da Quellensteuer und Doppelbesteuerungsabkommen relevant werden können. Bei Umzug in Nicht-EU-Länder können regulatorische Beschränkungen entstehen. Informieren Sie sich vor dem Umzug über die Zugänglichkeit Ihrer bestehenden Investments im Zielland.
Wie unterscheiden sich die Empfehlungen für verschiedene Führungsebenen?
C-Level: Können überdurchschnittliche VC-Allokationen stemmen, haben längere Jobsuchzeiten und benötigen entsprechend höhere Liquiditätsreserven.
VP-Level: Optimale Balance zwischen VC-Beimischung und Liquidität, typische Wechselzyklen sind überschaubar.
Senior Manager: Beginnen mit moderaten VC-Allokationen, fokussieren zunächst auf Liquiditätsaufbau und stabile ETF-Basis.
Welche steuerlichen Aspekte sind bei variablen Tech-Gehältern zu beachten?
Tech-Führungskräfte mit Boni, Aktienoptionen und variablen Vergütungskomponenten stehen vor besonderen steuerlichen Herausforderungen. Equity-Vesting kann zu ungleichmäßiger Steuerbelastung führen. Strategien umfassen zeitliches Splitting von Aktienverkäufen und maximale Nutzung von Freibeträgen. Bei komplexen Vergütungsstrukturen sollten Sie stets professionelle steuerliche Beratung in Anspruch nehmen, da individuelle Umstände stark variieren können.
Warum VC statt Crowdinvesting oder Krypto?
Vs. Crowdinvesting: VC-Dachfonds bieten professionelles Management durch erfahrene Investoren statt Einzelwetten auf Plattformen. Die Ausfallraten bei Crowdinvesting sind deutlich höher, da keine professionelle Due Diligence stattfindet.
Vs. Kryptowährungen: VC investiert in fundamentale Unternehmenswerte mit realen Produkten und Umsätzen, während Krypto primär spekulativ ist. Tech-Führungskräfte verstehen VC-Investments besser, da sie täglich mit ähnlichen Geschäftsmodellen arbeiten.
Vs. P2P-Kredite: VC bietet Eigenkapital-Upside ohne Obergrenze, während P2P-Kredite auf begrenzte Zinserträge beschränkt sind. Zudem ist das Ausfallrisiko bei P2P-Plattformen gestiegen.
Wie erkenne ich den richtigen Zeitpunkt für den ersten VC-Investment?
Der optimale Zeitpunkt ist erreicht, wenn drei Kriterien erfüllt sind: Erstens, Ihr Emergency Fund Plus ist vollständig aufgebaut. Zweitens, Ihr Einkommen ist stabil oder steigend – typischerweise nach mehreren erfolgreichen Jobwechseln. Drittens, Sie können die VC-Investition für fast ein Jahrzehnt entbehren, ohne Ihre Lebensplanung zu gefährden.
Quick-Check: Bin ich bereit für VC?
Emergency Fund Plus: vollständig aufgebaut
Einkommen: stabil und steigend
Zeithorizont: Langfristig ohne Zugriff planbar
Branchenverständnis: vorhanden
Weiterführende Überlegungen
Wer tiefer einsteigen möchte, kann sich mit dem Thema Secondaries (Handel mit bestehenden VC-Anteilen für etwas mehr Liquidität), Impact Investing (nachhaltige Venture Capital Ansätze) oder europäischen Innovationszentren jenseits der DACH-Region beschäftigen. Auch das Thema **semiliquide Secondaries** wird für geduldige Anleger interessant.
Die moderne Tech-Karriere erfordert eine ebenso moderne Finanzstrategie. Wer die 5-Jahres-Regel versteht – regelmäßig den Job zu wechseln, aber langfristig zu investieren – schafft die Basis für überdurchschnittlichen Vermögensaufbau. Die Kombination aus strategischer Karrieremobilität und geduldigen Venture Capital Investments ermöglicht es Tech-Führungskräften, sowohl beruflich als auch finanziell zu den Gewinnern der digitalen Transformation zu gehören.
Quellen
Bundesbank. (2024). Geldvermögensbildung in Deutschland. Deutsche Bundesbank.
Silicon Valley Bank. (2022). Family Offices Investing in Venture Capital. SVB Financial Group.
Pitchbook. (2024). Venture Capital Index Performance Analysis. PitchBook Data Inc.
Xing Karriere-Ratgeber. (2024). Deutlich mehr Gehalt dank Jobwechsels. New Work SE.
Karrierewelt Golem. (2024). Neuer Job für mehr Geld - aber wie viel ist drin? Golem Media GmbH.
Workidentity. (2024). Gehaltsreport 2024: Was verdienen IT-Experten in Deutschland? Workidentity GmbH.
Housing Anywhere. (2024). Cost of Living in Berlin. HousingAnywhere B.V.
Technical Talent Group. (2024). Networking in Tech Careers. Technical Talent Group Ltd.
BaFin. (2024). Zulassung alternativer Investmentfonds. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
European Securities and Markets Authority. (2024). ELTIF 2.0 Regulation Implementation. ESMA.