Venture Capital Secondaries: Die neue Liquiditäts-Option für Fondsinvestoren

Wie Venture Capital Secondaries die Illiquiditäts-Barriere durchbrechen: Investoren erhalten Zugang zu etablierten VC-Portfolios mit 3-5 Jahren statt 10 Jahren Kapitalbindung. Innovative Zweitmarkt-Strategien und praktische Einstiegstipps für DACH-Investoren.

Johannes Fiegenbaum
Johannes Fiegenbaum
25. September 20255 Min
Venture Capital Secondaries: Die neue Liquiditäts-Option für Fondsinvestoren

Warum jetzt einsteigen? Der europäische Zweitmarkt für Venture Capital durchbricht gerade seine historischen Grenzen. Während traditionelle Börsennotierungen stagnieren, ermöglichen Secondary-Transaktionen Tech-Führungskräften erstmals flexiblen Zugang zu Premium-VC-Portfolios – ohne die üblichen Wartezeiten von einem Jahrzehnt.

Für Tech-Manager zwischen 35 und 55 Jahren öffnet sich damit ein Fenster zu einer Anlageklasse, die bisher institutionellen Großinvestoren vorbehalten war. Die Entwicklung eigener Zweitmarkt-Lösungen durch innovative Anbieter wie inVenture Capital zeigt: Die Zeit der starren Kapitalbindung bei Venture Capital geht zu Ende.

Warum explodiert der Secondary-Markt gerade jetzt?

Der globale Zweitmarkthandel mit Venture Capital erreicht Rekordvolumina und wächst deutlich schneller als traditionelle Primärinvestments. Drei Faktoren treiben diese Entwicklung:

Liquiditätsklemme bei institutionellen Investoren: Pensionsfonds und Family Offices müssen ihre Portfolios rebalancieren, während IPO-Märkte schwächeln. Sie verkaufen etablierte VC-Positionen, um Platz für neue Investments zu schaffen.

Verlängerte Halteperioden: Erfolgreiche Startups bleiben länger privat. Was früher nach fünf Jahren an die Börse ging, dauert heute oft zehn Jahre oder mehr. Investoren brauchen alternative Ausstiegswege.

Professionalisierung durch Intermediäre: Spezialisierte Secondary-Buyer mit Multi-Milliarden-Fonds schaffen Liquidität und standardisierte Bewertungsverfahren.

Europa profitiert überproportional: Der Kontinent hat seinen Anteil am globalen Secondary-Markt erheblich ausgebaut. Besonders deutsche und skandinavische VC-Portfolios werden zu attraktiven Konditionen gehandelt – ein Vorteil für DACH-Investoren.

Takeaway: Der Markt reift von einem Nischen-Segment zur etablierten Anlageklasse. Wer jetzt einsteigt, profitiert von institutioneller Infrastruktur bei noch moderaten Bewertungen.

Welche Secondary-Strategien gibt es und welche passt zu mir?

LP-geführte Transaktionen: Der Klassiker für Diversifizierer

Was passiert hier? Bestehende Fondsinvestoren (Limited Partners) verkaufen ihre Anteile an spezialisierte Secondary-Buyer. Sie erhalten sofortige Liquidität, die Käufer übernehmen etablierte Portfolio-Positionen.

Praxisbeispiel: Ein deutscher Pensionsfonds verkauft seine Anteile an einem 2019er Rocket Internet Fonds. Der Fonds hat bereits mehrere erfolgreiche Exits hinter sich, die verbleibenden Portfolio-Unternehmen stehen vor Series-B-Finanzierungen. Der Secondary-Käufer zahlt etwa 85 Prozent des Nettoinventarwerts – deutlich über den historischen Discounts von 50-70 Prozent.

Ideal für: Tech-Manager, die schnell diversifizierte VC-Exposure aufbauen möchten, ohne jahrelang auf Primary-Investments zu warten. Die "Backfill"-Strategie schließt Lücken im Portfolio und reduziert Blind-Pool-Risiken.

GP-geführte Continuation Vehicles: Premium-Access für Fortgeschrittene

Was passiert hier? General Partner gründen neue Vehikel, um besonders erfolgreiche Portfolio-Unternehmen länger zu halten. Bestehende Investoren können aussteigen oder "mitrollen".

Praxisbeispiel: HV Capital strukturiert ein Continuation Vehicle um seine SAP Concur-Beteiligung. Das Unternehmen zeigt starkes Wachstum, aber ein IPO ist noch zwei Jahre entfernt. Bestehende LPs können ihre Anteile verkaufen oder im neuen Vehikel bleiben. Neue Secondary-Investoren erhalten konzentrierte Exposure zu einem bewährten Asset.

Ideal für: Erfahrene Investoren, die gezielt auf einzelne High-Performer setzen möchten. Erfordert höhere Risikotoleranz, bietet aber potentiell überdurchschnittliche Renditen.

inVenture Capital: Zweitmarkt-Innovation für Dachfonds-Investoren

inVenture entwickelt eine wegweisende Zweitmarkt-Lösung speziell für Anleger des iVC Venture Innovation Fund. Die Innovation: Statt auf externe Secondary-Buyer angewiesen zu sein, schafft inVenture einen eigenen Handelsplatz für Fondsanteile.

So funktioniert es: Investoren können ihre Dachfonds-Anteile vor regulärer Laufzeit an andere Interessenten verkaufen.

Der Vorteil: Keine Abhängigkeit von institutionellen Secondary-Buyern. Transaktionen zwischen semi-professionellen Investoren zu marktgerechten Konditionen. Die traditionelle Illiquidität von Venture Capital wird systematisch aufgebrochen.

Takeaway: Jede Secondary-Strategie hat ihre Zielgruppe. LP-led für Diversifizierer, GP-led für Konzentrierte, inVenture für flexible Dachfonds-Investoren.

Wie erkenne ich attraktive Bewertungen und vermeide Fallen?

Pricing-Realitäten: Was kostet Quality?

VC-Portfolios werden heute näher an ihren Nettoinventarwerten gehandelt als je zuvor. Die Bewertungslogik:

  • Premium-Fonds (Top-Quartil): 90-105% des NAV

  • Etablierte Fonds (zweites Quartil): 75-85% des NAV

  • Durchschnittliche Fonds: 60-75% des NAV

  • Problematische Assets: 40-60% des NAV

Geografische Unterschiede beachten: Deutsche und skandinavische Fonds handeln typischerweise zu höheren Multiples als südeuropäische Assets. US-Fonds dominieren weiterhin die Premium-Segmente.

Warnsignale bei Bewertungen:

  • Discounts über 50% ohne erkennbare Fundamentalprobleme

  • Extreme Pricing-Volatilität in kurzen Zeiträumen

  • Ungewöhnlich hohe Konzentrationen in einzelnen Sektoren oder Vintage-Jahren

Due Diligence: Die kritischen Prüfpunkte

DO: Gründliche GP-Analyse

  • Track Record über mindestens zwei Fondszyklen prüfen

  • Exit-Historie der letzten fünf Jahre analysieren

  • Management-Team-Kontinuität bewerten

DO: Portfolio-Transparenz einfordern

  • Aktuelle Finanzierungsrunden der Portfolio-Companies

  • Customer-Traction und Revenue-Entwicklung

  • Competitive-Positioning in relevanten Märkten

DON'T: Blind auf Discounts vertrauen

  • Hohe Discounts signalisieren oft Fundamentalprobleme

  • "Distressed"-Assets erfordern spezialisierte Expertise

  • Timing-Arbitrage ist schwieriger als es aussieht

DON'T: Regulatorische Komplexität unterschätzen

  • Transfer-Restriktionen können Verkäufe blockieren

  • GP-Consent ist nicht immer garantiert

  • Tax-Strukturen zwischen Jurisdiktionen variieren erheblich

Takeaway: Premium-Assets rechtfertigen höhere Preise durch bessere Risiko-Rendite-Profile. Vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich oft als Value-Traps.

Welche Vorteile bieten Secondaries konkret für Investoren?

Beschleunigte Liquidität: Der Sicherheitsgurt für Portfolioaufbau

Das Problem traditioneller VC-Investments: Die berüchtigte J-Curve sorgt in den ersten Jahren für negative Performance. Management-Gebühren laufen, während Portfolio-Unternehmen noch keine Exits generieren.

Die Secondary-Lösung: Sie steigen bei bereits aufgebauten Portfolios ein. Die schmerzhaften Anfangsjahre sind überstanden, erste Erfolge sichtbar. Konkret bedeutet das:

  • Cashflow-Generierung bereits nach 2-3 Jahren statt 5-7 Jahren

  • Reduzierte Capital-Call-Belastung durch teilweise abgerufene Commitments

  • Transparente Asset-Qualität durch operative Track Records

Fallstudie: Ein Münchener Tech-Manager investiert 50.000 Euro in Secondary-Anteile eines 2021er Berlin-Fonds. Statt sieben Jahre zu warten, erhält er bereits 2024 erste Distributionen durch den Exit eines FinTech-Startups. Seine Rendite-Kurve startet positiv, während Primary-Investoren des gleichen Vintage-Jahrs noch im negativen Bereich stehen.

Zugang zu geschlossenen Zirkeln: Premium-Manager ohne Warteliste

Das Dilemma: Top-Tier VC-Fonds sind chronisch überzeichnet. Rocket Internet Ventures, HV Capital oder b2venture bevorzugen bestehende Investoren. Neue LPs landen auf jahrelangen Wartelisten.

Der Secondary-Shortcut: Etablierte LPs verkaufen Anteile – Sie können einsteigen. Praxisbeispiel: Atlantic Labs, einer der renommiertesten Early-Stage-Fonds Europas, ist normalerweise für Tickets unter 500.000 Euro nicht zugänglich. Über Secondary-Transaktionen können Tech-Manager ab 25.000 Euro partizipieren.

Die versteckten Netzwerk-Effekte: Secondary-Investments öffnen Türen zu GP-Beziehungen. Erfolgreiche Secondary-Investoren erhalten bevorzugten Zugang zu künftigen Primary-Fonds der gleichen Manager.

Portfolio-Optimierung: Sofortige Diversifikation statt jahrelanger Aufbau

Traditioneller Weg: Sie committen in 5-8 verschiedene VC-Fonds über mehrere Jahre. Jeder Fonds braucht 2-3 Jahre für vollständige Kapitalbereitstellung. Echte Diversifikation erreichen Sie nach 5-6 Jahren.

Secondary-Shortcut: Ein einziger Secondary-Deal kann sofortige Exposure zu 20-50 Portfolio-Unternehmen verschiedener Sektoren und Entwicklungsstadien bieten.

Konkrete Rechnung für Tech-Manager:

  • Traditional-Szenario: 200.000 Euro über 4 Jahre in Primary-Fonds = 50.000 Euro/Jahr

  • Secondary-Szenario: 200.000 Euro sofort in diversifizierte Secondary-Position

  • Zeitvorteil: 3-4 Jahre frühere vollständige Allokation

  • Risikoreduktion: Sofortige Diversifikation statt sequenzieller Aufbau

Takeaway: Secondaries fungieren als "Fast-Track" zur diversifizierten VC-Allokation – besonders wertvoll für zeitkritische Investitionsstrategien.

Wie navigiere ich als Erstinvestor den Secondary-Markt?

Informationsquellen und Netzwerk-Aufbau

Primäre Informationskanäle für DACH-Investoren:

  • Spezialisierte Berater: KPMG Private Markets, PwC Alternative Investments

  • Secondary-Plattformen: inVenture für Dachfonds-Lösungen

  • Industry-Events: SuperReturn Deutschland, DVCA Annual Conference

Netzwerk-Strategie für Tech-Führungskräfte:

  1. Bestehende Kontakte nutzen: Viele Tech-Manager kennen Business Angels oder Corporate-VC-Leiter

  2. LinkedIn-Communities: Gruppen wie "DACH Venture Capital" oder "European Private Equity"

  3. Alumni-Netzwerke: TU München, RWTH Aachen haben aktive VC-Alumni-Gruppen

Typische Erstinvestor-Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Zu früh zu komplex einsteigen Viele beginnen mit GP-led Single-Asset-Deals. Das erfordert sophisticated Due Diligence.

Lösung: Starten Sie mit diversifizierten LP-led-Transaktionen oder Dachfonds-Secondaries.

Fehler 2: Discount-Jagd statt Quality-Fokus "30% unter NAV" klingt verlockend, signalisiert aber oft Fundamentalprobleme.

Lösung: Zahlen Sie lieber 85% für einen Top-Quartil-Fonds als 60% für einen Problemfall.

Fehler 3: Regulatorische Komplexität unterschätzen Transfer-Restriktionen können Secondary-Verkäufe blockieren.

Lösung: Lassen Sie Fondsdokumente vor Investment anwaltlich prüfen.

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Fehler 4: Liquiditätsbedarf falsch einschätzen Auch Secondaries können 3-5 Jahre bis zur vollständigen Liquidation dauern.

Lösung: Planen Sie konservativ und halten Sie separate Liquiditätsreserven.

Praktische Checkliste für den ersten Secondary-Deal

Vor der Investition:

  • Fondsdokumentation vollständig geprüft

  • GP-Track-Record über zwei Zyklen analysiert

  • Portfolio-Companies auf operative Kennzahlen bewertet

  • Tax-Strukturen mit Steuerberater besprochen

  • Maximale Allokation festgelegt (10-15% des investierbaren Vermögens)

Während der Transaktion:

  • Legal-Counsel mit Private-Markets-Expertise eingebunden

  • Purchase-Price-Allocation verstanden

  • Timing der Capital-Distributions abgeschätzt

  • Reporting-Standards des neuen GP geklärt

Nach der Investition:

  • Quarterly-Reports aufmerksam verfolgen

  • Portfolio-Company-Updates aktiv anfordern

  • Networking-Chancen mit GP und Co-Investoren nutzen

  • Exit-Pipeline kontinuierlich überwachen

Takeaway: Der erste Secondary-Deal ist ein Lernprozess. Beginnen Sie konservativ und steigern Sie Komplexität schrittweise.

Welche Innovations-Trends prägen die Zukunft der Secondaries?

ESG-Integration: Nachhaltige Bewertung wird Standard

Die neue Realität: ESG-Kriterien beeinflussen Secondary-Bewertungen zunehmend. Portfolios mit starker Sustainability-Performance handeln zu Premium-Bewertungen, während Assets mit ESG-Risiken Discounts erleiden.

Konkrete Auswirkungen in DACH:

  • CleanTech-Fonds aus Berlin und München erzielen Aufschläge von 10-15%

  • Traditionelle Mobility-Fonds mit Fokus auf Verbrennermotoren handeln mit Abschlägen

  • HealthTech-Portfolios profitieren von Post-COVID-Bewertungen

Fallstudie – Planet A Ventures: Der Berliner Climate-Tech-Fonds zeigt, wie ESG-Fokus Secondary-Performance treibt. Portfolio-Companies wie Evonik's Carbon-Recycling-Technologie oder nachhaltige Packaging-Lösungen handeln zu Premium-Multiples. Secondary-Investoren zahlen bereitwillig 95-100% des NAV für proven Climate-Tech-Assets.

Praktische Implikation: ESG-Due-Diligence wird zum Standard-Prüfpunkt. Tech-Manager sollten ESG-Scores der Portfolio-Companies analysieren und regulatorische Risiken (EU-Taxonomie, SFDR) berücksichtigen.

KI-gestützte Bewertung: Algorithmen optimieren Pricing

Der Wandel: Specialized-AI-Tools analysieren Portfolio-Company-Daten in Echtzeit. Startup-Valuations basieren zunehmend auf Predictive-Analytics statt historischen Multiples.

Technologie-Beispiele:

  • Carta's Valuation-Engine nutzt Machine-Learning für Private-Market-Pricing

  • PitchBook's Comparable-Analysis integriert Alternative-Data-Sources

  • Moonfare's AI-Due-Diligence automatisiert Fondsbewertungen

Auswirkung auf DACH-Investoren: Bewertungsasymmetrien zwischen Tech-affinen und traditionellen Investoren entstehen. Wer AI-Tools nutzt, erkennt Under- oder Overvalued-Assets früher.

Praxistipp: Nutzen Sie Plattformen mit integrierter AI-Bewertung. inVentures geplante Technologie-Integration könnte DACH-Investoren systematische Bewertungsvorteile verschaffen.

Regulatorische Innovation: ELTIF 2.0 demokratisiert Zugang

Die Veränderung: ELTIF 2.0 reduziert Mindestinvestments auf 10.000 Euro und verkürzt Liquiditätsbeschränkungen. Secondaries werden für breitere Investorenschichten zugänglich.

Konkrete Vorteile für Tech-Manager:

  • Niedrigere Entry-Barriers: Statt 200.000 Euro reichen künftig 10.000 Euro

  • Verbesserte Liquidität: Quarterly-Redemptions statt jahrelanger Bindung

  • Standardisierte Strukturen: Einheitliche EU-Dokumentation reduziert Komplexität

Timeline: Erste ELTIF-2.0-Secondary-Produkte erwarten Experten für 2025. inVenture plant ELTIF-Integration für 2026.

Next Frontiers: Neue Sektoren erobern Secondary-Märkte

HealthTech-Boom: Post-COVID-Bewertungen schaffen attraktive Secondary-Opportunities. Deutsche HealthTech-Startups wie DocCircle oder Temedica handeln zu moderaten Multiples bei starker Fundamentaldynamik.

DeepTech-Emergence: Münchener DeepTech-Hub mit TUM-Spin-offs wird zur Secondary-Goldmine. Quantentechnologie und Advanced-Materials bieten asymmetrische Risk-Return-Profile.

B2B-SaaS-Reife: Etablierte B2B-SaaS-Portfolios aus Hamburg und Düsseldorf generieren predictable-Cashflows. Secondary-Investoren zahlen Premium-Multiples für ARR-Growth und Customer-Retention.

Takeaway: Innovation-Trends schaffen neue Secondary-Opportunities und verändern Bewertungslogiken. Early-Mover profitieren von strukturellen Verschiebungen.

Wie starte ich konkret mit Secondary-Investments?

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Tech-Manager

Phase 1: Markt-Orientierung (Monat 1-2)

  1. Bildung aufbauen: Grundlagen zu Venture Capital verstehen

  2. Netzwerk aktivieren: Bestehende Kontakte zu Business Angels und Corporate-VC befragen

  3. Plattformen evaluieren: inVenture, lokale Berater vergleichen

  4. Allocation festlegen: 5-10% des investierbaren Vermögens als Startallokation

Phase 2: Due-Diligence-Aufbau (Monat 3-4)

  1. Berater-Team zusammenstellen: Steuerberater und Private-Markets-Anwalt identifizieren

  2. Erste Deals analysieren: 3-5 Secondary-Opportunities detailliert prüfen

  3. GP-Meetings arrangieren: Direkte Gespräche mit Fondsmanagern führen

  4. Risk-Assessment: Maximale Verlusttoleranz definieren

Phase 3: Erster Investment (Monat 5-6)

  1. Konservativ starten: LP-led-Deal oder Dachfonds-Secondary wählen

  2. Dokumentation prüfen: Legal-Review aller Transaktionsdokumente

  3. Investment ausführen: Transfer-Prozess professionell abwickeln

  4. Monitoring etablieren: Reporting-Rhythmus mit GP vereinbaren

Konkrete Anbieter-Landschaft für DACH-Investoren

Digitale Plattformen:

  • inVenture Capital: Deutsche ELTIF-Lösung mit geplanter Secondary-Funktion

  • Moonfare: Internationaler Zugang zu Secondary-Deals ab 250.000 Euro

  • EquityZen: US-fokussierte Plattform mit europäischen Expansionsplänen

Traditionelle Intermediäre:

  • KPMG Private Markets: Full-Service Secondary-Beratung

  • Hauck Aufhäuser Lampe: Private-Banking mit VC-Spezialisierung

  • Berenberg Private Capital: Family-Office-Services für VC-Secondaries

Spezialisierte Secondary-Buyer:

  • HarbourVest (Europa): Etablierter Player mit deutschen Relationships

  • Coller Capital: London-basiert, aktiv in DACH-Secondaries

  • Industry Ventures: Tech-fokussierte Secondary-Investments

Investment-Sizing für verschiedene Vermögensklassen

Tech-Manager mit 100.000€ investierbarem Vermögen:

  • Allocation: 10.000€ in inVenture-Dachfonds-Secondary

  • Strategie: Breit diversifiziert, niedrige Komplexität

  • Timeline: 3-5 Jahre bis erste Distributionen

Tech-Director mit 500.000€ investierbarem Vermögen:

  • Allocation: 50.000€ aufgeteilt in 2-3 Secondary-Deals

  • Strategie: Mix aus LP-led und GP-led Transaktionen

  • Timeline: Gestaffelte Investments über 12-18 Monate

Tech-VP mit 1.000.000€+ investierbarem Vermögen:

  • Allocation: 100-150.000€ in diversifizierten Secondary-Portfolio

  • Strategie: Direkte GP-Relationships, Co-Investment-Rights

  • Timeline: Kontinuierliche Deals über 2-3 Jahre

Risiko-Management für alle Größenklassen:

  • Niemals mehr als 15% des Gesamtvermögens in Venture Capital

  • Liquiditätsreserve für 3-5 Jahre ohne VC-Distributionen

  • Geographic-Diversification über DACH, Nordics, UK

  • Vintage-Year-Diversification zur Risikominimierung

Takeaway: Der Einstieg ist einfacher als gedacht. Beginnen Sie mit kleinen Beträgen und systematischem Lernen. Experience beats perfection.

Fazit: Secondary-Investments als Portfolio-Baustein der Zukunft

Venture Capital Secondaries entwickeln sich von einer Nischenstrategie zur unverzichtbaren Portfolio-Komponente für semi-professionelle Investoren. Die Transformation ist fundamental: Statt jahrzehntelanger Illiquidität bieten moderne Secondary-Lösungen flexible Zugangswege zu Premium-VC-Assets.

Für Tech-Führungskräfte in DACH ergeben sich konkrete Chancen:

  • Beschleunigte Diversifikation durch etablierte Portfolio-Strukturen

  • Reduzierte Einstiegshürden via Dachfonds und digitale Plattformen

  • Innovative Liquiditätslösungen durch Anbieter wie inVenture Capital

  • Regulatorische Unterstützung durch ELTIF 2.0 und EU-Harmonisierung

Die Entwicklung eigener Zweitmarkt-Infrastrukturen zeigt: Der Markt arbeitet aktiv an der Lösung traditioneller Private-Markets-Restriktionen. Wer heute strategische Positionen aufbaut, profitiert von der Institutionalisierung einer entstehenden Anlageklasse.

Der nächste Schritt: Nutzen Sie die aktuellen Marktkonditionen für einen systematischen Einstieg. Die Kombination aus moderaten Bewertungen, verbesserter Infrastruktur und innovativen Anbietern schafft ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis für langfristig orientierte Vermögensaufbauer.

Häufige Fragen (FAQ)

Sind Secondary-Investments wirklich liquider als Primary-VC-Investments? Ja, aber relativ betrachtet. Während Primary-VC-Investments 7-10 Jahre bis zur vollständigen Liquidation benötigen, generieren Secondaries typischerweise nach 3-5 Jahren bedeutsame Cashflows. Die absolute Illiquidität bleibt bestehen – die Zeiträume verkürzen sich erheblich.

Wie erkenne ich seriöse Secondary-Anbieter von unseriösen Akteuren? Seriöse Anbieter haben nachweisbare Track Records, transparente Gebührenstrukturen und regulatorische Zulassungen (BaFin, FCA). Warnsignale: Unrealistische Renditeversprechungen, intransparente Kostenstrukturen oder Druck zu schnellen Investitionsentscheidungen.

Welche steuerlichen Besonderheiten gelten für Secondary-Investments? Secondary-Investments unterliegen den gleichen Besteuerungsregeln wie Primary-VC-Investments. Besonderheiten entstehen durch Purchase-Price-Allocations und mögliche unterschiedliche Behandlung von Distributions. Lassen Sie sich vor Investment steuerlich beraten.

Kann ich als Einzelinvestor wirklich Zugang zu Top-Tier-VC-Fonds erhalten? Über Secondary-Märkte ja. Während direkte Investments in Funds wie HV Capital oder Rocket Internet Ventures Minimum-Commitments von 500.000€+ erfordern, ermöglichen Secondary-Transaktionen oft Zugang ab 25.000-50.000€.

Wie entwickelt sich der Secondary-Markt bei Wirtschaftskrisen? Secondary-Märkte zeigen historisch höhere Volatilität als Primary-Markets. Gleichzeitig entstehen in Krisen attraktive Buying-Opportunities durch erzwungene Verkäufe. Die Diversifikation über verschiedene Vintage-Jahre reduziert Krisenrisiken.

Was unterscheidet inVentures Secondary-Lösung von traditionellen Anbietern? inVenture entwickelt eine eigene Zweitmarkt-Infrastruktur für Dachfonds-Anteile. Statt auf externe Secondary-Buyer angewiesen zu sein, können Investoren direkt untereinander handeln. Das reduziert Kosten und erhöht Transparenz bei der Preisfindung.

Quellen

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StepStone Group. (2025, Juli 7). Stop asking about discounts: Why asset quality drives venture secondary returns. Abgerufen am 7. Juli 2025 von https://www.stepstonegroup.com/news-insights/stop-asking-about-discounts-why-asset-quality-drives-venture-secondary-returns/

Venture Capital Journal. (2025, Juli 22). Guide to VC secondaries buyers (updated). Abgerufen am 22. Juli 2025 von https://www.venturecapitaljournal.com/guide-to-vc-secondaries-2024/

OpenVC. (2025, September 1). The future of the VC Secondary market. Abgerufen am 1. September 2025 von https://www.openvc.app/blog/venture-capital-secondaries

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